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Sat-Receiver – Infos und Kaufberatung
Sat-Receiver ermöglichen den Empfang von Fernsehprogrammen, die über Satellit ausgestrahlt werden. In unserem Ratgeber geben wir Ihnen wichtige Informationen für die Wahl des für Sie idealen Modells.
1. Aufbau von Sat-Anlagen
Die Vorteile von Sat-Anlagen gegenüber Kabelfernsehen sind zahlreich: Beispielsweise fallen keine Kabelgebühren an und es können deutlich mehr Sender – auch ausländische – empfangen werden. Sat-Receiver sind ein wichtiger Bestandteil von Sat-Anlagen . Diese bestehen darüber hinaus aus Satellitenschüsseln (Parabol- oder Flach- beziehungsweise Panelantennen) sowie dem Empfangskopf (LNB, Low Noise Block). Die Satellitenschüssel dient dazu, die Signalwellen aufzufangen und gebündelt auf den LNB zu reflektieren. Dieser ändert die Frequenz in einen Bereich, der vom Receiver verarbeitet werden kann und leitet das Signal an diesen weiter.
Mithilfe einer solchen Parabolantenne (links) oder einer Flach- beziehungsweise Panelantenne (rechts) können die Signalwellen für Satellitenfernsehen empfangen werden.
2. Sat-Receiver: Funktion und Ausstattung
Der Satellitenempfänger bildet die Brücke zwischen Fernseher und Satellitenschüssel. Viele moderne Fernsehgeräte verfügen über integrierte Receiver. Neben DVB-T2 sind DVB-C sowie DVB-S gebräuchlich.
Die Abkürzung DVB steht für Digital Video Broadcasting, also digitales Fernsehen. Die Buchstaben T, C und S beziehen sich dabei auf die Empfangsart:
- T (terrestrial) = Antennenempfang
- C (cable) = Kabelempfang
- S (satellite) = Satelittenempfang
Daher sind lediglich DVB-S-Receiver als Sat-Receiver zu bezeichnen.
Sollte Ihr Fernseher nicht über den von Ihnen gewünschten integrierten Receiver verfügen, können Sie ein externes Gerät, eine sogenannte Set-Top-Box, verwenden. Diese stellen wir Ihnen in unserem Ratgeber detailliert vor.
Welche Aufgaben der Receiver dabei genau erfüllt, erfahren Sie im Folgenden.
2.1 Digitale Receiver: Ausstattung
Die Signale, die der LNB dem Receiver übermittelt, liegen im Frequenzbereich von 950 bis 2.150 Megahertz. Diese wandelt der Receiver so um, dass der Fernseher sie als Bild und Ton wiedergeben kann. Neben Fernsehsendern können Sie auch Radioprogramme mithilfe Ihres DVB-S-Receivers empfangen und auf dem TV abspielen.
Das analoge Übertragungssignal wurde bereits 2012 abgeschaltet. Seitdem können Sie nur noch Receiver nutzen, die das digitale Signal umwandeln können.
Darüber hinaus versorgt der Receiver den LNB über das Antennenkabel mit Strom. Außerdem werden beim Einsatz eines Sat-Receivers die gesuchten Fernseh- und Radioprogramme auf dem Receiver selbst gespeichert. Daher findet der Programmwechsel mithilfe der Receiver-Fernbedienung statt. Auch die Anzeige von zusätzlichen Programminformationen mittels EPG oder Teletext sowie die Lautstärkeregelung ist je nach Ausstattung über den Receiver möglich.
Dieser Receiver lässt sich an der Front bedienen sowie ein- und ausschalten. Dies ist besonders praktisch, da er nicht ununterbrochen im Stand-by-Modus bleibt.
Achten Sie bei der Wahl Ihres neuen Sat-Receivers unbedingt auf die Ausstattung, damit Sie alle von Ihnen gewünschten Funktionen nutzen können. Die Bild- und Tonqualität ist jedoch bei den meisten Receivern identisch.
Menüsprachen
- Häufig mehrsprachige Menüs verfügbar
- Besonders wichtig, wenn Sie das Menü in Ihrer Muttersprache nutzen möchten
- Beachten Sie: Deutsch ist nicht zwangsläufig als Menüsprache verfügbar
HD-Kompatibilität
- HD-Auflösung sorgt für höchste Bildqualität und nutzt die Möglichkeiten moderner TV-Geräte am besten
- Nicht bei allen DVB-S-Receivern gegeben, häufig nur beim neuen DVB-S2-Standard
- Für den Empfang privater Fernsehsender in HD-Qualität zusätzliche, kostenpflichtige Karten nötig
Aufnahmefunktion
- Ermöglicht das Abspeichern von Sendungen auf einer integrierten Festplatte oder auf externen Medien
- Sendungen können für die Aufnahme gesperrt sein. Andere lassen sich nur auf dem Aufnahmegerät abspielen oder können nur für einen bestimmten Zeitraum nach Ausstrahlung wiedergegeben werden
- Twin Tuner
- Ermöglicht gleichzeitigen Empfang von zwei unterschiedlichen Fernsehsendern
- Kann beispielsweise eine Bild-in-Bild-Funktion unterstützen
- Bei Geräten mit Aufnahmefunktion kann ein Programm aufgenommen werden, während ein anderes angesehen wird
Ein solcher CI-Kartenschacht ermöglicht den Empfang zusätzlicher, kostenpflichtiger Dienste.
Wer schnell zwischen den einzelnen Sendern wechseln möchte, sollte darauf achten, dass der Sat-Receiver eine schnelle Umschaltzeit aufweist.
2.2 DVB-S2-Standard
Receiver mit diesem Symbol können für den Empfang von HD-Sendern genutzt werden.
Die Besonderheiten und Neuerungen von DVB-S2 gegenüber dem Vorgänger DVB-S haben wir in dieser Übersicht für Sie zusammengefasst:
- Verbesserte Kodierung, Modulation und Fehlerkorrektur sorgt für eine um bis zu 30 Prozent gesteigerte Datenrate
- Bei schlechtem Empfang kann durch Änderung der Modulation eine Signalunterbrechung verhindert werden
- DVB-S2 setzt die MPEG-4-Kodierung ein und ermöglicht daher den Empfang von HD- und HD+-Sendern
- Für den Empfang von DVB-S2 ist keine spezielle Antenne oder ein neuer LNB vonnöten. Sie brauchen lediglich einen DVB-S2-tauglichen Receiver
2.3 Anschlüsse und Kartenslots für mehr Funktionen
Ein weiterer wichtiger Punkt, den Sie bei der Wahl eines Sat-Receivers nicht vernachlässigen dürfen, ist die Zahl und die Art der vorhandenen Anschlüsse sowie Kartenslots, da diese die unterschiedlichen Funktionen maßgeblich beeinflussen. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Informationen zu Schnittstellen für Sie zusammengetragen:
Dieser Sat-Receiver verfügt neben einem SCART-Anschluss unter anderem über Verbindungsmöglichkeiten mittels HDMI, LAN-Kabel und USB.
Common Interface
Viele Receiver können lediglich kostenfreie Fernseh- und Radiosender empfangen. Diese Geräte sind häufig mit dem Begriff Free to Air gekennzeichnet. Andere Modelle sind hingegen mit einem Common Interface-Kartenschacht (CI oder auch CI+) ausgestattet. Dieser ermöglicht es, spezielle Karten, die sogenannten CI-Module, in den Receiver einzuspeisen. Mithilfe der CI-Module – bei denen es sich häufig um Prepaidkarten handelt – kann ein kostenpflichtiges Fernsehprogramm (wie beispielsweise HD+) dekodiert werden.
HDMI
Die Abkürzung HDMI steht für High Definition Multimedia Interface. Dabei werden mit einem einzigen Kabel beziehungsweise Anschluss sowohl Ton- als auch Bildinformationen gleichzeitig übertragen. Darüber hinaus bietet Ihnen HDMI den Vorteil, das Bild und somit beispielsweise Spielfilme und Serien in bestmöglicher Qualität (HD) zu übermitteln.
eSatA und USB
Diese beiden Anschlüsse dienen dazu, Ihren Receiver mit einem externen Speichermedium wie etwa Festplatten oder USB-Sticks zu verbinden. So können Sie beispielsweise Sendungen aufzeichnen. Darüber hinaus bietet ein USB-Anschluss die Möglichkeit, Ihren Receiver an Ihren Computer anzuschließen. So können Sie aufgenommene Filme archivieren oder etwa Firmware-Updates durchführen.
LAN und WLAN
Einige Sat-Receiver bieten Ihnen die Möglichkeit, sie über ein LAN-Kabel oder per WLAN mit dem Internet zu verbinden. Auf diese Weise können Sie unter anderem Videos von YouTube wiedergeben oder verschiedene Streaming-Dienste nutzen. Diese Funktionen sind besonders dann interessant, wenn Sie nicht über einen Smart TV verfügen, der Ihnen bereits den Komfort von Internetanwendungen bietet.
Bitte beachten Sie, dass der Funktionsumfang, die der jeweilige Anschluss bietet, ja nach Receiver variieren oder mit zusätzlichen Kosten verbunden sein kann.
3. Fernsehen in High Definition: HD+ und UHD
Über Ihre Sat-Anlage können Sie mit einem geeigneten Receiver öffentlich-rechtliche Sender in HD-Qualität empfangen. Das Angebot privater Sender wird hingegen verschlüsselt und ist nur mit einem HD+-geeigneten Sat-Receiver decodierbar. Dazu wird ein zusätzliches HD+-Modul (Smartcard) benötigt. Dieses lässt sich als Prepaidkarte erwerben, da der Empfang von HD+-Sendern mit monatlichen Folgekosten verbunden ist. Das Angebot umfasst viele private HD-Sender und frei empfangbare HD-Sender aus dem Programm der öffentlich-rechtlichen Sender zur Verfügung. Um eine HD+ Karte zu verwenden, muss der Sat-Receiver ein CI+-Slot aufweisen.
Darüber hinaus erhalten Sie auch UHD-Sat-Receiver, mit denen nicht nur 4k-Programme via Satellit empfangen, sondern auch Videoinhalte aus Netzwerken oder von externen Datenträgern beziehungsweise einem Speichermedium in der Qualität übertragen werden können. Bislang werden jedoch nur wenige Fernsehsender in UHD ausgestrahlt.
Freenet-TV
Seit kurzer Zeit ist es auch mit einem Sat-Receiver möglich, das eigentlich auf DVB-T2 ausgelegte HD-Programm Freenet-TV zu empfangen. Hierzu muss die Satellitenschüssel auf den Satelliten Astra 19,2 Ost ausgerichtet werden. Für den Empfang benötigen Sie außerdem das Freenet-TV-Modul oder einen mit Freenet-TV kompatiblen Sat-Receiver. Ein HDTV-Sat-Receiver ist mit dem Irdeto-Entschlüsselungssystem, sodass der Empfang problemlos möglich ist.
Dieses Modul ermöglicht es, HD+-Sender mithilfe eines DVB-S-Receivers mit CI+-Slot zu empfangen.
4. FAQ
Kann man Sat-Receiver mit dem Internet verbinden?
Je nach Ausführung lassen sich DVB-S-Receiver per LAN oder WLAN mit dem Internet verbinden. Modelle, die einen Verbindungsaufbau über WLAN ermöglichen, finden Sie hier.
Kann ich Sky mit einem Sat-Receiver empfangen?
Der Empfang des Pay-TV-Angebots von Sky ist nicht mit jedem Sat-Receiver gewährleistet. Achten Sie bei Ihrer Wahl unbedingt darauf, dass der Receiver für den Empfang von Sky zugelassen ist. Entsprechende Geräte können Sie sich auf der Website von Sky anzeigen lassen.
Kann ich eine Sendung aufnehmen, während ich ein anderes Programm ansehe?
Dies ist mit Modellen möglich, die sowohl über eine Aufnahmefunktion als auch über einen Twin Tuner verfügen. Der Twin Tuner wird mithilfe von zwei Antennenkabeln mit dem LNB verbunden. Auf diese Weise kann der Receiver zwei unterschiedliche Programme zur gleichen Zeit verarbeiten. So können Sie beispielsweise ein Programm aufnehmen, während Sie ein anderes ansehen oder – sofern vorhanden – Funktionen wie Bild-in-Bild nutzen.
Was bedeutet PVR bei einem Sat-Receiver?
Bei vielen Sat-Receivern ist es möglich, mit einem externen Datenträger wie einer Festplatte Inhalte aufzuzeichnen beziehungsweise zeitversetzt anzuschauen. Solche Modelle tragen die Bezeichnung PVR, was für Personal Video Recorder steht.
5. Verwandte Links
- Sat-Halterungen
- Kathrein Sat-Anlagen
- DVD-
- Beamer
- TV-Fernbedienungen
- Sonstiges TV-Zubehör
- Kabelreceiver
- TechniSat Sat-Receiver







































