
Zeichnen mit Grafiktabletts
Sowohl im professionellen Bereich als auch für Hobbykünstler ist ein Zeichentablett unverzichtbar. Das Zeigegerät wird in der Regel mit dem PC verknüpft und erleichtert die Durchführung gestalterischer Aufgaben. Wir klären Sie über die Unterschiede zwischen Standard- und Multitouch-Geräten auf und stellen Ihnen einige Modelle des Marktführer Wacom genauer vor.
1. Zeichenpads für den PC
Ein Digitalisiertablett ersetzt – vereinfacht gesagt – die Funktion einer Maus. Die Steuerung von Pinseln und anderen Zeichenwerkzeugen erfolgt mittels eines berührungsempfindlichen Screens sowie dem Zeigewerkzeug in Form eines Stiftes. Dieser sendet die Impulse, welche beispielsweise Informationen zu Druckstärke und Position enthalten, an den PC, wo sie dann grafisch dargestellt werden. Die meisten Zeichenpads sind für Links- und Rechtshänder gleichermaßen geeignet.
Zeichentabletts – Skizzieren wie auf Papier
Vorteile eines Grafiktabletts
- Steuerung von Pinseln und anderen Zeichenwerkzeugen ist mit einem Grafiktablett weitaus genauer möglich als mit der PC-Maus
- Bildbearbeitung, beispielsweise in Photoshop, erfolgt viel schneller und effektiver als auf herkömmliche Weise
- Wird wie ein ganz normaler Stift auf Papier benutzt
- Ergonomisch und handgelenkschonend, das Arbeiten mit einer Maus kann das Handgelenk stark belasten
- Pen ist mit einer rutschfesten Oberfläche versehen
Allerdings sind Grafiktabletts eine Herausforderung für die Auge-Hand-Koordination: Bei den klassischen Ausführungen sind Ihre Augen auf den Bildschirm gerichtet, während die Hand den Stift auf dem Zeichenpad führt.
Der Stift eines Grafiktabletts wird als Stylus bezeichnet.
In der Regel kann das Grafiktablett sowohl mit einem Mac als auch einem Windows-PC verwendet werden
Grafiktablett-Stift (Stylus)
- Druckempfindlich
- Verschiedene Druckstufen
- Austauschbare Spitzen
- Ergonomisch geformt
- Zusätzliche Funktionstasten
- Im Idealfall: Halterung am Grafiktablett

1.1 Eigenschaften
Ein Grafiktablett dient nicht nur als einfacher Mausersatz, sondern weist einen umfangreichen Funktionsumfang auf und zeichnet sich durch folgende Kriterien aus:
lip
lip (lines per inch = Linien pro Zoll) gibt die Genauigkeit des Rasters auf der Oberfläche des Grafiktabletts an. Je höher die angegebene Zahl, desto besser ist die Auflösung. Ein Standardwert für Zeichenpads liegt beispielsweise bei 2.540 lip.
Druckstufen (Drucksensitivität)
Der Stylus besitzt über 1.000 Druckstufen. Er erkennt, wie fest Sie aufdrücken und überträgt diese Bewegungen auf den PC. Zudem wird auch der Neigungswinkel registriert. So können die Pinselgröße sowie die Deckkraft unabhängig von der Bearbeitungssoftware gesteuert werden.
Absolute Positionierung
Im Gegensatz zu einer PC-Maus, die nur relative Bewegungen erkennt, besitzt ein Grafiktablett Koordinaten. So kann ein Punkt direkt durch Drücken auf die entsprechende Stelle anvisiert werden – der Mauszeiger befindet sich dann genau da, wo der Stift das Tablett berührt.
Touchfunktion
Zusätzlich zu dem im Lieferumfang enthaltenen Stift, lassen sich viele Modelle auch mittels Touch bedienen (Pen & Touch-Grafiktabletts). Diese Funktion stört jedoch bei manchen Arbeiten und kann deswegen immer ausgeschaltet werden.
Konnektivität
In der Regel besitzt ein Zeichentablett einen USB-Anschluss und wird über ein Kabel mit dem PC verbunden. Bei manchen Modellen ist zudem eine Konnektivität via Bluetooth möglich. Die Reichweite beträgt dabei bis zu zehn Meter, was eine besonders flexible Arbeitsweise ermöglicht.
ExpressKeys
Ein Stylus besitzt in der Regel mindestens zwei Tasten, die in der Grundeinstellung als Ersatz für die linke und rechte Maustaste dienen. Je nach Grafiktablett können Sie diesen Tasten jedoch auch andere Funktionen zuweisen. Manche Tab-Stifte weisen zudem eine virtuelle Radiergummifunktion an der oberen Spitze auf. Auch auf dem Tablett selbst befinden sich verschiedene Tasten, denen Sie unterschiedliche Funktionen – beispielsweise Radiergummi oder Pinselstift – zuweisen können. Zusätzlich dazu können Sie über den Touch-Ring Einstellungen auswählen.
Handschriftscan
Für eine digitale Unterschrift besitzen die meisten mit Digitalisiertabletts kompatiblen Bearbeitungsprogramme eine entsprechende Funktion.
Keine Parallax-Ungenauigkeit
Die physikalische Stiftspitze und die digitale Pinselspitze stimmen nahezu hundertprozentig überein. Das erlaubt eine hohe Genauigkeit beim Zeichnen.
1.2 Zeichnen, Malen und Bildbearbeitung
Für wen eignet sich ein Grafiktablett?
- Grafik- und Modedesigner
- Illustratoren
- Architekten
- Künstler
- Hobbyzeichner
- (Hobby-)Fotografen
Ein Grafiktablett ist für viele kreative und gestalterische Aufgaben unverzichtbar. Das Zeichenpad dient bei nahezu allen Aufgaben als eine Art Computermaus-Ersatz und ermöglicht ein besonders genaues Arbeiten in vielen künstlerischen (Hobby-)Bereichen wie beispielsweise:
- Bildbearbeitung mit Photoshop: Arbeiten wie zum Beispiel das Freistellen von Objekten mit solchen Programmen geht mit einem Zeichentab sehr schnell.
- Digitales Zeichnen: Ein Grafiktablett ermöglicht die Anwendung diverser Filter oder Montagetechniken.
- Digitalisierung von Skizzen: Das Signal des Stiftes durchdringt Papier, sodass auch Zeichnungen abgepaust werden können.
Ein Grafiktablett erleichtert das Malen am PC und die digitale Bildbearbeitung.
2. Standard- oder Multitouch-Grafiktablett?
Die meisten Grafiktabletts kommen in ihren Eigenschaften nah an Papier und Stift heran. Standardmäßig werden sie in Größen von A6 bis A3 gefertigt. Das richtige Pen Tablet ist abhängig von Ihren Ansprüchen sowie dem zur Verfügung stehenden Budget.
Digitale Notizbücher
Solche Grafiktabletts besitzen die Größe A6 und eignen sich weniger zum Zeichnen, sondern ersetzen in erster Linie Notizblatt und -buch. So können Sie beispielsweise Ihren Einkaufszettel digitalisieren oder das Pad für eine Unterschrift nutzen. Hochwertige Modelle sind zudem in der Lage, Handschriften in Druckschrift umzuwandeln, sodass die Notizen auch für andere lesbar gemacht werden. Für den gewerblichen Gebrauch eignen sich solche digitalen Notizbücher hingegen nicht.

Klassisches Grafiktablett
Ein solches Grafiktablett ist ein reines Eingabegerät und kann selbst kein Bild darstellen, sondern wird klassischerweise von Fotografen zur Bildbearbeitung sowie (Hobby-)Designern verwendet. Standardgrößen sind vor allem A4 und A5. Diese Abmessungen sind ideal, damit auf dem Schreibtisch neben dem Grafiktablett auch Tastatur und PC ausreichend Platz finden.

Grafiktabletts mit integriertem Bildschirm
Ähnlich wie bei einem Tablet-PC sind solche Grafikpads in der Lage Bildschirminhalte darzustellen. So können Bilder direkt auf dem Grafiktablett bearbeitet werden, ohne dass dieses an den PC angeschlossen werden muss. Multitouch-Pads sind weitaus teurer als Tablets und werden deswegen hauptsächlich im gewerblichen Bereich eingesetzt. Grafiktabletts mit integriertem Bildschirm dienen in erster Linie als Hauptmonitor am Arbeitsplatz.

Grafiker benötigen in der Regel eine Zeichenfläche, die genau dem späteren Druck entspricht. Im besten Fall sollte das Zeichentablett mindestens genauso groß sein wie der PC-Monitor.
3. Wacom Grafiktabletts
Der japanische Hersteller Wacom gilt als führend auf dem Gebiet der Grafiktabletts. Die Pentabs zeichnen sich durch eine robuste Verarbeitung und eine sehr präzise Handhabung aus. Je nach Anspruch bieten die verschiedenen Wacom-Reihen Grafikpads mit unterschiedlichem Funktionsumfang:
| Empfohlene Serien | |
|---|---|
| Für Einsteiger und Hobbykünstler | Wacom Bamboo, Wacom Intuos |
| Für professionelle Anwender | Wacom Intuos Pro (ehemals: Wacom Intuos4/Intuos5), Wacom MobileStudio |
Besonderheiten Wacom Grafiktabletts
Unterstützte Software
Im Lieferumfang eines Wacom Grafiktabletts ist in der Regel bereits ein Downloadcode zu einem kostenlosen Treiber beziehungsweise Programm enthalten. Darüber hinaus unterstützen die Produkte des japanischen Herstellers weitere Software wie Photoshop oder GIMP, die auch die Bedienung mit dem Pen zulassen.
Penabled Technologie
Im Gegensatz zu Modellen anderer Hersteller sind Wacom Zeigestifte nicht batteriebetrieben, sondern erhalten ihre Stromversorgung durch Induktion.
Wir stellen Ihnen einige Wacom Tablets genauer vor:
Wacom Intuos
- Klassisches Grafiktablett
- Verschiedene Modelle für unterschiedliche kreative Stile: Draw, Art, Photo, Comic, 3D
- Kostenloses Kreativpaket zum Download inklusive
- Integrierte Touchtechnologie
- Verbindung mit dem PC oder Mac über USB-Kabel
- Wireless-Kit separat erhältlich

Wacom Bamboo
- Digitales Notizbuch
- Notizen werden gewöhnlich auf Papier festgehalten und dann per Knopfdruck digitalisiert
- Wacom Inkspace App ermöglicht die Verwaltung auf dem Smartphone
- Speichert bis zu 100 Seiten
- Teilen von Notizen mit Freunden möglich
- In A4 oder A5 erhältlich

Wacom MobileStudio
- Grafiktablett mit integriertem Bildschirm
- Erhältliche Größen: 13 und 16 Zoll
- Inklusive Wacom Pro Pen 2
- Auch als Version mit 3D-Kamera erhältlich
- Vor allem für anspruchsvolle Kreativarbeiten konzipiert
- 16 GB RAM, Intel Core i7-Prozessor und 512 GB Speicherplatz

Wacom Tablets lassen sich komfortabel mittels Touch bedienen.
4. FAQ
Wie groß sollte ein Tablett sein?
Die ideale Größe eines Grafiktabletts ist abhängig von Ihren Anforderungen. Grafiker benötigen in der Regel eine größere Arbeitsfläche als Fotografen. Außerdem sollten Sie beachten, dass zur Eingewöhnung ein kleines Zeichenpad A4 oder A5 einfacher zu bedienen ist als ein großes A3er Modell, da die Hände wenig bewegt werden müssen.
Für wen lohnt sich der Kauf eines Grafiktabletts?
Die Anschaffung eines Grafiktabletts lohnt sich nicht nur für professionelle Grafiker und Fotografen, sondern auch für den künstlerischen Hobbybereich: Sie können damit beispielsweise Ihre Zeichnungen abpausen und so digitalisieren oder Bilder in Photoshop bearbeiten.








































