
Sukkulenten: Pflegeleichte Hingucker
Sukkulenten sehen nicht nur kunstvoll aus, sie sind auch wahre Überlebenskünstler. Wir stellen Ihnen verschiedene Arten von Sukkulenten vor und zeigen Ihnen, worauf es bei der Pflege ankommt.
1. Überblick über Sukkulenten
Sukkulenten sind dank ihrer fleischigen Blätter oder eines dicken Sprosses die Überlebenskünstler unter den Zimmer- und Gartenpflanzen: Ihre außergewöhnliche Wuchsform fungiert als Wasserspeicher, wodurch Sukkulenten mit wenig Feuchtigkeit auskommen, obwohl sie sonnige Standorte bevorzugen. Daher gelten sie als weitestgehend robuste Pflanzen, deren Pflege und Vermehrung keinen besonders grünen Daumen erfordert. Lediglich Staunässe gilt es bei ihnen zu vermeiden – alle Tipps zur Pflege von Sukkulenten finden Sie im dritten Kapitel.
Sukkulenten überzeugen durch ihre Vielfalt – ihnen gemein ist der geringe Wasserbedarf.
- Blattsukkulenten wie Agaven, Aloen und das Dickblatt (z. B. Geldbaum)
- Stammsukkulenten wie Wolfsmilchgewächse und die meisten Kakteen*
- Wurzelsukkulenten wie Sauerkleegewächse (eher selten)
*Die Begriffe Kakteen und Sukkulenten werden manchmal synonym verwendet. Genau genommen zählen alle Kakteengewächse (Cactaceae) zu den Sukkulenten, denen jedoch neben den Kakteen zahlreiche weitere Familien wie die Agaven-, Maulbeer- und Spargelgewächse zugeordnet werden.
Neben dem wasserspeichernden Gewebe trägt auch der Wuchs der Sukkulenten zu ihrer Genügsamkeit bei: Durch ihre gedrungene Form und die knolligen Blätter wird ihre Verdunstungsfläche reduziert, zudem wirken Wachsschichten auf den Blättern ebenso wie Rinden, Haare und Dornen isolierend.
2. Beliebte Arten
Sukkulenten stellen keine eigene Pflanzenfamilie dar, sondern setzen sich aus verschiedenen Familien und Gattungen zusammen. Daher weisen sie neben ihrer Eigenschaft, durch die Wasserspeicher in Blättern, Stamm und Wurzeln lange Zeiträume ohne Regen oder Gießen zu überstehen, unterschiedliche Ansprüche an ihre Umgebung auf. Je nach Art eignen sich Sukkulenten daher als Zimmerpflanze, Topfpflanze für Balkon und Garten oder – sofern sie winterhart sind – zur ganzjährigen Anpflanzung im Garten.
2.2 Sukkulenten als Zimmer- und Topfpflanzen
Einige Sukkulenten sind nicht winterhart, das heißt, dass sie den Winter im Freien nicht überstehen würden. Sie eignen sich daher als Zimmerpflanzen, für die ein sonniger Platz auf der Fensterbank gefunden werden sollte. Ideal ist es, wenn Sie diese Sukkulenten während des Sommers nach draußen stellen, beispielsweise auf den Balkon oder auf die Terrasse. Während die Pflanzen auch hier viel Sonne benötigen, gilt es, sie ausreichend vor Regen zu schützen.
Obwohl Zimmer-Sukkulenten häufig einen festen Platz in der Wohnung haben, empfiehlt es sich, sie im Winter an einen hellen Ort mit Temperaturen um die 15 Grad Celsius zu stellen. Auf das Düngen sollte in dieser Zeit gänzlich verzichtet werden, während das Gießen etwa alle vier bis sechs Wochen erforderlich ist.
Beliebte Sukkulenten als Zimmer- und Topfpflanze:
Aloe Vera (Echte Aloe)

- Grasbaumgewächs mit sternförmig angeordneten Blättern
- Vollsonniger Standort ist ratsam (Südfenster oder Wintergarten)
- Gemeinsame Pflanzung mit Kakteen/tropischen Sukkulenten möglich
- Nicht von oben gießen, sondern Bewässerung über Untersetzer
- Zugabe von Kakteendünger ins Gießwasser (alle zwei Wochen)
- Umtopfen empfiehlt sich alle zwei bis vier Jahre
Kalanchoe blossfeldiana (Flammendes Käthchen)

- Aufgrund der Herkunft oft als Madagaskarglöckchen bezeichnet
- Unterschiedliche Blütenfarbe (abhängig von der Sorte): rot, rosa, orange, gelb und weiß
- Bevorzugt einen hellen Standort ohne pralle Sonne
- Temperaturbereich sollte zwischen 18 und 20 Grad Celsius liegen
- Nur gießen, wenn das Substrat an der Oberfläche trocken ist
- Überschüssiges Wasser aus dem Untersetzter sollte entfernt werden
Crassula ovata (Geldbaum)

- Auch als Glücksbaum oder Pfennigbaum bezeichnet
- Wird bis zu 100 Zentimeter hoch
- Bevorzugt halbschattigen bis sonnigen Platz
- Reagiert empfindlich auf warme Heizungsluft
- Mäßiges Gießen wird empfohlen
- Einmal pro Monat sollte gedüngt werden (von April bis September)
2.2 Winterharte Sukkulenten für den Garten
Einige Sukkulenten-Arten sind frosthart und können daher im Garten ausgepflanzt werden – da sie besondere Ansprüche an das Substrat stellen, eignen sich hierfür flache Gefäße, Steingärten oder Löcher in Mauern. Zudem benötigen sie wie alle Sukkulenten ausreichend Sonne und einen Schutz vor Regen und Staunässe. Mehr Informationen und allgemeine Tipps zur Pflege von Sukkulenten finden Sie im dritten Kapitel.
Beliebte winterharte Sukkulenten:
Sedum (Fetthenne)

- Auch unter dem Namen Fettblatt oder Mauerpfeffer bekannt
- Verschiedene Blütenfarben: silbrig bis weiß, gelb, unterschiedliche Rottöne
- Bei manchen Arten verfärben sich die Blätter im Herbst und ziehen sich ein
- Ideal für Steingärten, Trockenmauern oder zur Dachbegrünung
- Nicht regelmäßig düngen, selbst bei anhaltender Trockenheit nur sehr sparsam gießen
Sempervivum (Hauswurz)

- Oft Steinrose genannt, da natürliches Vorkommen in Felsspalten
- Perfekt für Steingärten, Fugen und zur Dachbegrünung
- Löcher und Drainageschicht in Pflanzgefäßen erforderlich
- Ansonsten sehr pflegeleicht
- Gießen nur bei anhaltender Trockenheit
Opuntia ficus-indica (Feigenkaktus)

- Zum Teil als Kaktusfeige bezeichnet (eigentlich bezeichnet diese seine essbare Frucht)
- Nicht alle Arten sind winterhartWeisen borstenartige Dornen mit Widerhaken auf
- Wird bis zu fünf Meter hoch
- Blühen von Frühjahr bis Sommer
- Sonnig-warmer Standort (18-25 Grad Celsius) wird bevorzugt
3. Sukkulenten pflanzen, pflegen und vermehren
Die robusten Pflanzen lassen sich in kleinen, flachen Gefäßen ebenso wie in Steingärten und Mauern pflanzen. In jedem Fall sollte auf ausreichende Ablaufmöglichkeiten des Wassers und auf ein durchlässiges Substrat gesetzt werden. Hierfür eignet sich Kakteenerde oder Blumenerde, die mit Quarzsand versetzt wird. Denn obwohl Sukkulenten allgemein als pflegeleicht gelten, kann ihnen Staunässe schnell gefährlich werden.
Viele Sukkulenten, etwa solche aus der Familie der Wolfsmilchgewächse, sind giftig, daher sollten Sie bei der Pflanzenpflege Handschuhe tragen. Zudem gilt Vorsicht, wenn sich in Ihrem Haushalt Kinder oder Tiere befinden. Weitere Sukkulenten-Arten wie etwa Kakteen sind zwar ungiftig, sie sollten aufgrund ihrer Dornen jedoch ebenfalls nur mit robusten Gartenhandschuhen oder einer Kakteenzange angefasst werden.
Sukkulenten können relativ einfach vermehrt werden, indem ausgebildete Nebensprossen (= Kindel) abgetrennt und in Kakteenerde gepflanzt werden. Bei einigen Arten reichen sogar einzelne Blätter, um daraus einen Ableger zu ziehen. Lassen Sie jedoch in beiden Fällen die abgeknipste Stelle trocknen, bevor Sie Kindel oder Blatt in die Anzuchterde geben.
Darauf kommt es bei der Pflege von Sukkulenten an:
Der optimale Standort
Sukkulenten sind an klimatische Extreme gewöhnt. Daher bevorzugen sie Plätze in der Sonne, zum Beispiel an südlich gelegenen Fenstern und auf Balkonen. Einige der Topfpflanzen können in den warmen Monaten auch an einer regengeschützten Stelle im Garten oder auf der Terrasse platziert werden. Sukkulenten als Zimmerpflanzen sollten im Winter an einem Ort mit kühlen Temperaturen stehen, im Idealfall bei etwa 8 bis 15 Grad Celsius.
Darüber hinaus gibt es winterharte Sukkulenten, die ganzjährig als Topfpflanzen im Freien stehen oder in den Garten gepflanzt werden können – hierfür eignen sich besonders südliche Hanglagen, die sonnig, aber regengeschützt sind.
Einige Sukkulenten-Arten, oft an ihrer hellgrünen Farbe oder der weißen, pudrigen Schicht zu erkennen, sollten im Sommer vor direkter Sonnenstrahlung geschützt werden. Eine weitere Ausnahme bilden Gasterien, Haworthien und Blattkakteen: Für sie stellen halbschattige, aber warme Standorte die besten Wahl dar.
Die ideale Erde
Konventionelle Blumenerde eignet sich nicht für Sukkulenten, da die Pflanzen auf die Bedingungen in Halbwüsten- und Wüstengebieten angepasst sind. Verwenden Sie stattdessen entweder Spezialerde für Kakteen/Sukkulenten oder stellen Sie selbst ein Substrat her. Empfohlen wird hierfür die folgende Mischung:
- Zwei Einheiten lockere Erde
- Eine Einheit kalkfreier Quarzsand
- Eine Einheit Lava- oder Bimsgranulat
Im Idealfall fungieren Blähton, Tonscherben, Kieselsteine oder ein besonders grobes Granulat als Drainageschicht in dem Pflanzgefäß – in Kombination mit einem Loch im Blumentopf kann so überschüssiges Wasser abfließen und Staunässe wird verhindert. Im Garten sollten Sukkulenten aus dem gleichen Grund auf einen körnigen Boden aus Substrat gesetzt werden.
Gießen und Düngen
Wenn Sie Sukkulenten als Zimmerpflanzen nutzen, sollten Sie diese vom Frühsommer bis zum Herbst regelmäßig, aber maßvoll gießen, während im Winter nur selten frisches Wasser zugegeben werden muss. Stehen Sukkulenten im Freien, reicht die natürliche Feuchtigkeit aus der Umgebung meist aus, obwohl sie vor Regen geschützt aufgestellt werden sollten. Winterharte Sukkulenten sollten von September bis März nicht gegossen werden, da sie durch die Umwandlung des gespeicherten Wassers in Zucker und durch die Reduzierung ihres Zellsafts vor kalten Temperaturen geschützt sind.
Generell sollten die Rosetten (Blätter) nicht auf der Erde liegen, da sie andernfalls unter Umständen faulen könnten. Abhilfe schafft hier eine Abdeckung aus Kies – kombiniert mit größeren Steinen zwischen einzelnen Pflanzen in Terrakotta-Töpfen entsteht in Ihrem Garten ein mediterranes Flair.
Gedüngt wird ebenfalls nur in der Wachstumsphase von Frühsommer bis Herbst, empfohlen wird ein Turnus von vier bis sechs Wochen. Verwenden Sie hierzu Kakteendünger – Komposterde ist dagegen ungeeignet, weil hier das Risiko eines Pilzbefalls besteht.
Umtopfen und Auspflanzen
Wie oft Sie Ihre Pflanzen umtopfen sollten, hängt maßgeblich von der jeweiligen Sukkulenten-Art und dem individuellen Wachstum ab – der empfohlene Zeitrahmen beträgt etwa alle ein bis fünf Jahre. Ideal für das Umtopfen ist der Frühling, da er die wichtigste Wachstumsphase darstellt. Berücksichtigen Sie die optimale Zusammensetzung der Erde und die Empfehlungen zur Drainage, wenn Sie Ihre Sukkulenten in ein neues Gefäß setzen. Die folgenden sieben Tage sollten die betroffenen Pflanzen möglichst im Halbschatten verbringen und nicht gegossen werden.
Für das Einpflanzen in Ihrem Garten sollten Sie wie folgt vorgehen:
- Heben Sie zunächst eine kleine Grube für den Wurzelballen aus.
- Füllen Sie diese anteilig mit Quarzsand, Splitt oder Kieselsteinen.
- Setzen Sie die Sukkulente ein und drücken Sie die Pflanze mit der ausgehobenen – gegebenenfalls mit eigenem Substrat angereicherten – Erde fest.
- Als oberste Schicht empfehlen sich wiederum Sand und Kieselsteine, denn wenn die Rosetten nicht aufliegen, verringert sich das Risiko der Fäulnisbildung nach Regen.
Vor dem Auspflanzen sollte Ihre Pflanze an die pralle Sonne gewöhnt werden, hierfür bietet es sich beispielsweise an, die Sukkulente noch im Topf für eine Woche an einen halbschattigen Platz im Freien zu stellen.
Tipp: Da Sukkulenten wenig Wasser benötigen, können sie auch in eher ungewöhnliche Gefäße gepflanzt werden – etwa in Tassen, Weingläser, Löcher in Ziegelsteinen oder Mauern und sogar in aussortierte Schuhe. In größeren Töpfen und Körben lassen sich zudem verschiedene Arten von Sukkulenten kunstvoll miteinander kombinieren.
4. FAQ
Worauf sollte ich beim Kauf von Sukkulenten achten?
Sukkulenten gelten als pflegeleichte Pflanzen, allerdings sollten Sie vor dem Kauf prüfen, ob Ihnen genug sonnige Plätze zur Verfügung stehen. Je nach Art kommen dafür Garten oder Terrasse, aber auch Balkon und Fensterbänke in Frage. Versichern Sie sich, dass die gewünschte Sukkulente winterfest ist, sofern Sie diese ganzjährig draußen aufstellen beziehungsweise einpflanzen wollen. Neben ausreichend Sonne benötigen die Pflanzen ein lockeres, sandiges Substrat auf einer Drainageschicht, da sie empfindlich auf Staunässe reagieren. Ansonsten sind Sukkulenten genügsam, weshalb sie selbst für Menschen ohne grünen Daumen eine schöne Möglichkeit für mehr Grün im eigenen Zuhause darstellen.
Welche Sukkulenten-Arten sind winterfest?
Zu den winterharten Sukkulenten zählen beispielsweise Hauswurz, Fetthenne und Feigenkaktus. Sie können ganzjährig im Garten gepflanzt werden oder in einem geeigneten Gefäß auf der Terrasse stehen. Oft müssen solche Pflanzen nur bei anhaltender Trockenheit, aber auch in dem Fall nur mäßig, gegossen werden. Vor Staunässe sollten Sie ebenso geschützt sein wie die Zimmerpflanzen der Sukkulenten. Mehr über die winterfesten Arten erfahren Sie hier.
Welche Sukkulenten eignen sich als Zimmerpflanze?
Als Zimmerpflanzen sind Aloe Vera, das Flammende Käthchen, die Echeverie und der Geld- oder Pfennigbaum gängig. Ihr Standort sollte sich im Verlauf des Jahres im Idealfall ändern: Während Sie im Frühjahr und Herbst einen sonnigen Platz am Fenster bevorzugen, sollten Sie im Sommer ihren Weg auf den Balkon oder die Terrasse finden. Überwintern können solche Sukkulenten am besten in einem hellen Raum bei Temperaturen um die 15 Grad Celsius.
Kakteen oder Sukkulente – worin besteht der Unterschied?
Kakteengewächse (Cactaceae) gehören zu den Sukkulenten – bei ihnen handelt es sich meist um Stammsukkulenten, die das Wasser im Spross speichern. Kakteen sind neben Agaven-, Maulbeer- und Spargelgewächsen nur eine von zahlreichen Familien der Sukkulenten und weisen besonders viele Gattungen auf.






































