
Informationen über Computer-Netzteile
Das Netzteil eines Computers ist mit der verbauten Hardware, wie beispielsweise Grafikkarte, Prozessor und Festplatte, verbunden und stellt deren Stromversorgung sicher. Bei der Wahl des geeigneten Netzteils gilt es, dieses an den Stromverbrauch der Hardware anzupassen. Ist das Netzteil zu schwach, können die Bauteile nicht mit ausreichend Strom versorgt werden – der Computer stürzt unter Belastung entweder ab oder startet erst gar nicht. Ist das Netzteil dagegen zu stark, kann der ausgegebene Strom nicht verbraucht werden. Wie Sie das passende Netzteil finden und was Sie beachten sollten, haben wir für Sie in diesem Ratgeber zusammengestellt.
1. Überblick: Stromverbraucher eines Computers
Bei der Zusammenstellung eines Computers liegt das Augenmerk oftmals zwar auf der Kompatibilität und Leistung einzelner Komponente untereinander, wie Prozessor und Arbeitsspeicher, das Netzteil darf dabei allerdings nicht vergessen werden. Schließlich stellt dieses Bauteil die Stromversorgung der Hardware sicher, damit diese einwandfrei funktionieren kann. Da vor allem Prozessor und Grafikkarte besonders viel Strom verbrauchen, sollte gerade am Netzteil und dessen hochwertige Qualität nicht gespart werden.
Überdurchschnittlich leistungsstarkes Netzteil mit 1.000 Watt Leistung.
Hierzu ist es zunächst hilfreich, den Stromverbrauch einzelner Bauteile zu kennen:
- Prozessor --> bis zu 150 Watt
- Grafikkarte --> bis zu 250 Watt bei einer einzelnen Grafikkarte. 500 Watt und mehr bei zwei Grafikkarten.
- Mainboard < --> bis zu 20 Watt
- Laufwerk --> 7 Watt
- PCI-Karte (Netzwerk, TV usw.) --> 4 Watt
- Soundkarte --> 7 Watt
- Festplatte (3,5 Zoll) --> 10 Watt
- Festplatte 2,5 Zoll --> 5 Watt
- Festplatte (SSD) --> 3 Watt
- DDR2-RAM-Riegel --> 2 Watt
- DDR3-RAM-Riegel --> 1,5 Watt
- Gehäuselüfter --> 2 Watt
Beachten Sie außerdem, dass der Stromverbrauch mit der Anzahl verbauter Hardwareteile zunimmt. Ein Computer mit mehreren Festplatten, Laufwerken oder Grafikkarten verbraucht folglich mehr Strom, als ein Computer mit einfacher Ausführung dieser Bauteile.
2. Benötigte Leistung des Netzteils errechnen
Welches Netzteil für Ihr System infrage kommt, errechnen Sie durch das Zusammenzählen des Verbrauchs einzelner Bauteile. Bei einem Computersystem mit High-End-Grafikkarte und -Prozessor, sollten Sie alleine für diese Teile im Durchschnitt 400 Watt einplanen – bei besonders leistungsfähigen Teilen noch mehr. Berechnen Sie dabei mit ein, dass beide Teile unter voller Auslastung bei rechenintensiven Anwendungen noch einmal mehr Strom verbrauchen, als unter normaler Beanspruchung. Hinzu kommen alle weiteren Verbraucher wie Festplatte, Laufwerke und weitere Hardware.
Für eine reibungsglose Funktionstüchtigkeit Ihres Systems sollten Sie zusätzlich etwas Puffer mit einrechnen, damit das Netzteil auch unter Hochleistung des Systems noch Stromreserven aufbringen kann. Verbraucht ihr Computer mit allen Bauteilen 450 Watt, benötigen Sie ein Netzteil mit einer Nennleistung von 500 Watt oder besser noch 550 Watt.
Auf einen Blick: Wie leistungsstark sollte mein Netzteil sein?
Bis 400 Watt
- Office PC mit integrierter Grafikkarte
- Multimedia PC
Bis 600 Watt
- Multimedia PC mit einzelner High-End-Grafikkarte
- Gaming PC mit einzelner High-End-Grafikkarte
Ab 600 Watt
- High-End-Systeme mit SLI oder Crossfire (zwei Grafikkarten)
- Mit zwei Prozessoren und/oder High-End-Grafikkarte(n)
Um die ungefähre erforderliche Wattleistung eines Netzteils zu erfahren, lohnt sich auch der Blick auf die Thermal Design Power (TDP). Dieser Wert gibt an, wieviel Watt der Prozessor benötigt, um einwandfrei zu funktionieren. Mit diesem Wert lässt sich auch die erforderliche Kühlleistung ableiten.
Netzteil mit sämtlichen anschließbaren Stromkabeln.
3. 80 Plus-Zertifikat für effiziente Netzteile
Zwar geben Netzteile ihre angegebene Nennleistung in Watt auch aus, allerdings unterscheiden sich Stromversorger in ihrer Effizienzklasse, also darin, wieviel Strom diese tatsächlich verbrauchen. Um diese Unterschiede hervorzuheben hat die amerikanische Firma EPRI-Solutions die Initiative 80 Plus gegründet, die PC-Netzteile mit einem Wirkungsgrad von mindestens 80 Prozent auszeichnen.
Netzteil mit einer 80 Plus Gold Auszeichnung.
Je effizienter das Netzteil arbeitet, desto höher fällt die Auszeichnung aus. Diese wird in folgende Stufen eingeteilt:
| Zertifizierung | Effizienz bei einer Eingangsspannung von 115 Volt |
|---|---|
| 80 Plus | 80% |
| 80 Plus Bronze | 82% |
| 80 Plus Silber | 85% |
| 80 Plus Gold | 87% |
| 80 Plus Platinum/Platin | 89% |
| 80 Plus Titanium/Titan | 90% |
4. Modularität
Bei Netzteilen findet häufig der Ausdruck Modular Verwendung. Dies bedeutet, dass Stromkabel abnehmbar beziehungsweise separat anbringbar sind. So lassen sich nichtbenötigte Kabel einfach abnehmen, was Platz im Gehäuse spart und die Belüftung verbessert. Jedoch sind einige Netzteile auch gar nicht modular (non-modular) oder teilmodular.
Vollmodular
Alle Kabel eines Netzteils sind optional anbringbar. Dies gewährleistet höchste Flexibilität beim Einbau. Vollmodulare Netzteile eignen sich zum einen aus praktischen Gründen, um Platz im Gehäuse zu sparen und damit die Luftzirkulation verbessert wird. Zum anderen sieht ein vollmodulares Netzteil ordentlicher aus, was im Bereich Casemodding eine wichtige Rolle spielt. Zusammengehörige Kabel sind zudem mit einer zusätzlichen Ummantelung (Sleeve) versehen.

Teilmodular
Hierbei lassen sich lediglich optionale Kabel anbringen oder entfernen. Hauptstromkabel, die immer benötigt werden, sind fest angebracht. Auch hier sind Kabel mit einem Sleeve ausgestattet.

Non-modular
Alle Kabel sind festmontiert und besitzen keine zusätzliche Ummantelung (Sleeve), wie es bei den anderen Varianten der Fall ist.

5. Lüfter
Mit steigender Auslastung der Netzteilkapazität nimmt die Abwärme zu, weshalb ein Netzteil belüftet werden muss. In der Regel sind diese daher mit einem eignen Lüfter ausgestattet. Allerdings bieten einige Hersteller auch lüfterlose Netzteile an, um die Geräuschkulisse eines Computersystems zu minimieren.
Lüfterlose Netzteile arbeiten geräuschlos.
Auch hier teilen sich Lüfter in drei Kategorien auf:
Normale Belüftung
Der eingebaute Lüfter dreht sich mit dem Einschalten des Computers und passt die Drehzahl an die entstehende Wärme an.
Teil-passive Belüftung
Der eingebaute Lüfter dreht sich erst dann, wenn ein Schwellenwert erreicht wird.
Passive Belüftung
Das Netzteil verfügt über keinen eigenen Lüfter und wird indirekt durch die Luftzirkulation innerhalb des Gehäuses gekühlt. Achten Sie bei einer indirekten Kühlung unbedingt darauf, dass die Gehäuselüftung Ihres Systems effektiv arbeitet, um das Netzteil ausreichend kühlen zu können.
Tipp: Um die Abwärme zu reduzieren kann es auch eine Möglichkeit sein, auf ein deutlich leistungsstärkeres Netzteil zurückzugreifen als benötigt. So wird das Netzteil nie ausgelastet, wodurch die Abwärme abnimmt. Ein Netzteil mit einer geringen Stromausgabe, welches ständig unter Volllast betrieben wird, gibt im Umkehrschluss deutlich mehr Abwärme nach außen ab. Allerdings nimmt mit dieser Methode auch der Stromverbrauch deutlich zu.
Auf leise Netzteile mit Lüfter hat sich der Hersteller be quiet! spezialisiert, der leistungsstarke PC-Lüfter herstellt, die auch unter voller Auslastung nur eine kaum hörbare Geräuschkulisse erzeugen.
6. FAQ
Wie leistungsstark sollte mein Netzteil sein?
Als Faustregel gilt: Für Office-Computer mit interner oder Standard Grafikkarte reicht ein Netzteil bis 400 Watt aus. Ein Gaming-PC fordert aufgrund leistungsstarker Grafikkarte und Prozessor deutlich mehr Strom. Hier benötigen Sie ein Netzteil zwischen 500 Watt und 600 Watt. Betreiben Sie ein System mit zwei Grafikkarten und/oder zwei Prozessoren, so benötigen Sie ein entsprechend leistungsstarkes Netzteil ab 800 Watt.
Was bedeutet das Logo 80 Plus?
Ist ein Netzteil mit diesem Logo ausgezeichnet, arbeitet es besonders effizient und erzielt einen Wirkungsgrad von mindestens 80 Prozent. Die 80 Plus-Auszeichnung ist in mehrere Stufen eingeteilt, wobei 80 Plus Titanium mit einem Wirkungsgrad von 90 Prozent die höchste Effizienz aufweist.
Was bedeutet modular beziehungsweise non-modular bei Netzteilen?
Bei einem modularen Netzteil lassen sich sämtliche Stromkabel beliebig anbringen und entfernen. So können Sie nicht benötigte Stromkabel einfach weglassen. Dies sieht im Gehäuse nicht nur ordentlich aus, sondern kommt außerdem der Luftzirkulation im Gehäuse zugute.
Bei einem non-modularen Netzteil sind alle Kabel hingegen fest mit dem Netzteil verbunden.








































