
Ratgeber Laufräder
Welches Laufrad ist das richtige? Was ist bei den Einstellungen zu beachten und welches Zubehör darf keinesfalls fehlen? Antworten auf diese Fragen und Tipps zum Thema Sicherheit erhalten Sie hier.
1. Kaufaspekte
Wer den Gleichgewichtssinn und die Körperbeherrschung seiner Kinder möglichst früh fördern möchte, sollte die Anschaffung eines Laufrads erwägen. Neben der Stärkung des Selbstbewusstseins fällt den Kindern durch regelmäßiges Fahren der Umstieg auf das Fahrrad später leichter.
Ehe Sie sich für ein Laufrad-Modell entscheiden, gibt es jedoch einige Aspekte zu beachten. So sind Laufräder beispielsweise erst für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr empfehlenswert. Außerdem spielen qualitative Merkmale eine entscheidende Rolle, schließlich steht die Sicherheit der Kleinen an erster Stelle.
Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen:
Laufrad mit höhenverstellbarem Lenker und Sattel
Höhenverstellbarkeit von Lenker und Sattel: Der Lenker und Sattel sollten höhenverstellbar sein. Dadurch können Sie das Laufrad an die Körpergröße Ihres Kindes anpassen und es kann länger genutzt werden.
Ergonomischer Sattel: Der Sattel sollte eine ergonomische Form aufweisen und gut gepolstert sein. Dadurch kann sich Ihr Kind bequem und sicher fortbewegen.
Die richtige Bereifung: Im Regelfall können Sie zwischen Schaum-, Vollgummi- oder Luftreifen wählen. Empfehlenswert ist vor allem die letzte Variante: Diese sorgt für eine bessere Abfederung und ist für jeden Untergrund geeignet. Modelle mit einer Schaum- beziehungsweise Vollgummibereifung haben hingegen den Nachteil, dass sie verhältnismäßg hart abfedern und nicht im Freien eingesetzt werden sollten.
Keine Lenkeinschlagbegrenzung: Vor allem bei den ersten Fahrten kann es hin und wieder zu Stürzen kommen. Um das Verletzungsrisiko so weit wie möglich zu reduzieren, sollten Sie auf eine Lenkeinschlagsbegrenzung beim Laufrad verzichten. Andernfalls steht das Lenkrad bei einem am Boden liegenden Fahrzeug steil nach oben ab und lässt sich auch nicht drehen. Gerade bei Stürzen stellt das abstehende Teil eine Gefahr dar.
2. Vorteile eines Laufrads
Ab einem Alter von zwei Jahren wird Ihr Kind durch das Fahren mit dem Laufrad gefördert. Im Folgenden können Sie die Vorteile eines frühen Einstiegs lesen:
Da Laufräder nicht von selbst stehen bleiben, muss das Kind beide Seiten ausbalancieren. Dadurch wird der Gleichgewichtssinn gefördert.
Darüber hinaus ist es während des Fahrens oftmals notwendig, Hindernisse zu umgehen. Neben der Reaktionsfähigkeit wird dadurch die Geschicklichkeit gefördert.
Die Kleinen lernen, das Lenken und Antreiben des Laufrads miteinander zu koordinieren. Dadurch werden Motorik und Beweglichkeit geschult.
Da sich Ihr Kind während des Fahrens auch mit der Umgebung auseinandersetzen muss, wird die räumliche Orientierungsfähigkeit gefördert.
3. Die unterschiedlichen Materialien
Für den Rahmen des Laufrads werden verschiedene Materialien verwendet. Die gängigsten sind Holz, Metall und Kunststoff. Alle Varianten haben dabei spezifische Vor- und Nachteile, die wir im Folgenden für Sie zusammengefasst haben:
Holz
- In allen Größen erhältlich
- Im Regelfall Holzscheiben statt Speichen, daher geringe Verletzungsgefahr
- Für gewöhnlich aus hochwertigem Material (Kiefer oder Fichte) mit Lackierung
- Leicht zu entsorgen
- Sattel und Lenker meist nicht höhenverstellbar
- Oftmals hohes Gewicht, daher schwierig zu steuern
- Material anfälliger bei Stürzen, Kälte und Nässe
- Schwieriger zu reinigen
Metall
Höhenverstellbarer Lenker und Sattel
Meist mit Luftbereifung
Geringes Gewicht, daher unkomplizierte Steuerung
Leicht zu reinigen
Kaum Größen für ganz kleine Kinder (etwa im Alter von zwei Jahren) erhältlich
Schwierige Entsorgung
Kunststoff
- Höhenverstellbarer Lenker und Sattel
- Witterungsbeständig
- Leicht zu reinigen
- Geringes Gewicht, daher unkomplizierte Steuerung
- Material anfällig bei Stürzen
- Eventuell Ausdünstung von Schadstoffen
4. Welches Laufrad für welches Alter?
Laufrad aus Holz
Kinder unter zwei Jahren sind meist nicht in der Lage, das Gleichgewicht zu halten und ihre Bewegungen optimal zu koordinieren. Einjährige können jedoch mit sogenannten „Erstfahrzeugen“ üben: Diese besitzen im Gegensatz zu Laufrädern vier Räder und gewährleisten dadurch einen sicheren Stand. Außerdem bieten diese Fahrzeuge die folgenden Vorteile:
- Bewegung der Beine, somit Förderung der Motorik
- Erste Lenkübungen
- Verbesserung der Bewegungskoordination
Zu den beliebtesten Erstfahrzeugen gehören Rutschautos oder Sitzroller. Diese zeichnen sich für gewöhnlich durch ein geringes Gewicht aus, schließlich fällt den Kleinen dadurch die Fortbewegung leichter.
Tipp: Schuhschoner sorgen dafür, dass sich das Schuhwerk Ihres Kindes nicht abnutzt, wenn es bei einer rasanten Fahrt auf einem Rutschauto abbremst.
Wenn die Kleinen das zweite Lebensjahr vollendet haben und selbstständig stehen können, können sie die ersten Versuche mit einem Laufrad wagen. Prüfen Sie vorab, ob Ihr Kind mit den Füßen problemlos an den Boden kommt und nach etwas Übung alleine lenken kann. Zu Beginn ist ein tiefer Einstieg mit Trittbrett empfehlenswert. Zwölf-Zoll-Räder werden (mit einigen Ausnahmen) erst ab einem Alter von drei Jahren empfohlen.
Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über Laufräder, die für Kinder ab zwei und/oder drei Jahren geeignet sind:
| Alter | Laufrad |
|---|---|
| 2 Jahre | Kettler Laufrad Spirit Air, Puky LR M, Pinolino Laufrad Jojo |
| 3 Jahre | Lauflernrad PUKY LR 1 Br. Monz Mini Viper Laufrad, 12 Zoll Kinderlaufrad Hello EVA |
5. Die richtige Einstellung des Laufrads
Die richtige Einstellung des Laufrads ist für ein sicheres Fahren unabdingbar. Insbesondere bezüglich der Sitzhöhe und des Laufradlenkers sind einige Aspekte zu beachten.
Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Sitzhöhe richtig messen:
- Ihr Kind sollte hierfür an der Wand stehen und ein Buch zwischen die Beine pressen. Die richtige Schrittlänge ist der Abstand von der Fußsohle bis hin zum oberen Rand des Buches.
- Stellen Sie den Sattel auf die kleinste Größe. Messen Sie auch hier vom Boden bis zum oberen Ende des Sattels.
- Vergleichen Sie nun die Schrittlänge mit der Sitzhöhe. Im Idealfall sollte die Schrittlänge etwa zwei Zentimeter über dem Wert der Sitzhöhe liegen. Bei dieser Einstellung sollte Ihr Kind mit den Füßen gut an den Boden kommen.
Die folgende Tabelle bietet Ihnen eine ungefähre Orientierung darüber, wie hoch der Sitz bei unterschiedlichen Körpergrößen höchstens eingestellt werden darf:
| Alter des Kindes | Körpergröße in cm | Schrittlänge in cm | Maximale Sitzhöhe in cm |
|---|---|---|---|
| 1-2 Jahre | 85 | 32 | 30 |
| 2-3 Jahre | 97 | 39 | 37 |
| 3-4 Jahre | 103 | 45 | 43 |
Auch für den Laufradlenker sind bezüglich seiner Höhe bestimmte Kriterien zu beachten:
Die Arme sollten sich beim Halten des Lenkers stets in einem angewinkelten Zustand befinden.
Allerdings sollte der Lenker auch nicht zu tief sitzen. Andernfalls ist der Blick Ihres Kindes nach unten gerichtet. Dies führt wiederum dazu, dass die Kleinen unter Umständen nicht sofort sehen, welche Hindernisse sich auf dem Weg befinden.
6. Sicherheitsaspekte
Damit Sie die Kleinen ohne Bedenken fahren lassen können, sollten die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:
Das Laufrad sollte ein TÜV-Siegel aufweisen. Dieses gewährleistet, dass das Rad hochwertig verarbeitet und für das ausgewiesene Alter geeignet ist.
Das GS-Zeichen gibt an, dass das Laufrad den Anforderungen im Rahmen des Produktsicherheitsgesetzes entspricht.
Jedes Laufrad sollte Reflektoren aufweisen.
Im Idealfall sind Beleuchtungsmittel am Laufrad angebracht, sodass es auch abends bereits aus großer Entfernung zu erkennen ist.
Sicherheitsgriffe am Lenker sorgen dafür, dass Ihr Kind während des Fahrens einen guten Halt hat.
Ein leichtes Fahrrad reduziert die Verletzungsgefahr: Es lässt sich einfacher bewegen, was vor allem im Falle eines Sturzes von Vorteil ist.
7. Zubehör
Ein Helm schützt Ihr Kind vor Verletzungen.
Darüber hinaus gibt es einige Zubehörartikel, die für eine sichere Fortbewegung unabdingbar sind. So sollte Ihr Kind bei jeder Tour einen Helm tragen. Dieser sollte über einen sicheren Verschluss verfügen, der idealerweise mit einem Einklemmschutz versehen ist. Außerdem können Klingeln oder Hupen nachträglich am Lenker montiert werden. Kinder lernen dadurch, in welchen Situationen sie durch Betätigung der Klingel auf sich aufmerksam machen müssen.
Weiteres Zubehör haben wir im Folgenden für Sie aufgelistet:
- Seitenständer
- Laufradtaschen oder -körbe
- Handpumpen
- Bremsen
- Tragegurte
- Anhänger
8. FAQ
Sollte das Laufrad mit Bremsen ausgestattet sein?
Vor allem Kinder, die gerade erst mit dem Laufradfahren beginnen, sind meist noch nicht dazu in der Lage, selbstständig zu bremsen. Aus diesem Grund kann beim Kauf des Rads zunächst auf Bremsen verzichtet werden. Wenn Ihr Kind allerdings auch noch Jahre später Spaß am Laufradfahren hat, können Sie immer noch ein zuverlässiges Bremssystem nachrüsten.
Wie bringe ich meinem Kind das Laufradfahren bei?
Das Wichtigste ist, dass Sie ausreichend Geduld aufbringen, wenn Sie Ihr Kind an das Laufrad heranführen möchten. Vor allem zu Beginn möchten die Kleinen das Fahrzeug oftmals nur schieben, statt sofort damit zu fahren. Dies ist jedoch völlig in Ordnung, schließlich erhält Ihr Kind dadurch bereits ein Gefühl für das Fahrzeug. Wichtig ist, dass Sie die Sattel- und Lenkradhöhe richtig einstellen und Ihrem Kind stets einen Helm aufsetzen. Dadurch sind die Voraussetzungen für einen sicheren Start gegeben. Wählen Sie für die ersten Touren Strecken, die keine Schlaglöcher o. Ä. aufweisen und möglichst gerade sind, sodass die Kleinen keine allzu hohe Geschwindigkeit aufbauen können.
Ist ein Laufrad oder Dreirad das Richtige für mein Kind?
Entscheidend bei der Wahl ist vor allem das Alter des Kindes. Bereits Einjährige können mit einem Dreirad fahren und dadurch das Treten von Pedalen spielerisch erlernen. Für ein Laufrad sind sie hingegen noch zu klein, da der Gleichgewichtssinn nicht ausgeprägt genug ist. Erst ab zwei/zweieinhalb Jahren sind Laufräder sinnvoll: Die Kinder lernen, das Gleichgewicht zu halten und Bewegungen zu koordinieren - eine ideale Vorstufe zum Fahrradfahren.





































