
Kinderschutzgitter Ratgeber
Kinderschutzgitter sind für Kinder bis zwei Jahren geeignet und helfen, die Zugangs- und Zugriffsmöglichkeiten des Nachwuchses einzuschränken. Lesen Sie hier, was Sie beim Kauf beachten sollten.
Die eigenen vier Wände können schnell eine Gefahr für Kinder darstellen, insbesondere, wenn die Kleinen anfangen zu krabbeln und zu laufen. Es ist daher wichtig, dass Eltern im Voraus Vorkehrungen treffen, um die Sicherheit ihres Kindes zu gewährleisten. Als besonders praktische Maßnahme haben sich Kinderschutzgitter erwiesen. Im folgenden Ratgeber erfahren Sie alles über die verschiedenen Schutzgitter und deren Befestigung sowie über das passende Zubehör und wichtige Sicherheitshinweise.
1. Schutzgitterarten
Sie können nahezu jeden Ort Ihres Hauses mit Kinderschutzgittern ausstatten: Sei es der Kamin, der Herd oder der Garten. Die meisten Eltern sichern jedoch Räume durch ein Türschutzgitter ab, schützen ihr Kind vor einem Treppenzugang oder geben ihm einen eigenen Schutzraum durch einen Laufstall.
Laufgitter aus Holz
Laufgitter:
Wenn Sie Ihrem Kind einen gewissen Freiraum geben und es dennoch in Sicherheit wissen möchten, eignet sich ein Laufgitter. Dieses hat meist eine eckige oder runde Form, wird aus Holz oder Plastik gefertigt und ist mit Stäben versehen, die bei Bedarf einzeln entfernt werden können. Eine weiche Unterlage aus Baumwolle mit Polyestervlies sorgt für Gemütlichkeit und durch die angebrachten Rollen am Boden des Laufstalls können Sie diesen ganz flexibel positionieren.
Weitere wichtige Eigenschaften des Laufgitters sind:
- Höhenverstellbarer Boden, vereinfacht das Hinaus- und Hineinheben des Kindes
- Rückenschonend für Eltern
- Feststellbare Rollen, geben mehr Halt
Hinweis: Der höhenverstellbare Boden sollte stets so hoch eingestellt werden, dass Ihr Kind auf keinen Fall von alleine herausklettern kann.
Laufgitter haben einen zusätzlichen positiven Effekt: Sie sind auch als Gehschulen bekannt und unterstützen Ihr Kind beim Laufenlernen. So hat es die Möglichkeit, sich eigenständig hochzuziehen und erste Schritte zu wagen.
Türschutzgitter:
Türschutzgitter blockieren kritische Durchgänge.
Spätestens wenn Ihr Kind die Türklinke erreichen kann, wird ein Schutzgitter benötigt. Dieses signalisiert Ihrem Kind, dass ein Durchkommen unmöglich ist. Das Türschutzgitter verfügt meist über eine Schwenktür, die Sie in Laufrichtung öffnen können. Der Auto-Close-Verschluss sorgt dafür, dass die Tür von alleine ins Schloss zurückfällt und der Durchgang wieder versperrt ist. Einige Modelle weisen keine Gitterstäbe auf, sondern Stoffbezüge, die mit kinderfreundlichen Motiven versehen sind. Auf diese Weise wird die Verletzungsgefahr verringert, sollte Ihr Kind einmal gegen den Türschutz laufen.
Hinweis: Beachten Sie, dass Stoffbezüge zwar schön anzusehen sind, bei Ihrem Kind jedoch Trennungsängste hervorrufen können, da die Eltern nicht mehr sichtbar sind.
Treppenschutzgitter:
Treppen können Sie ganz einfach und unkompliziert mit einem Schutzgitter vor den Stufen sichern. Wenn Sie das Treppengitter oben an der Treppe befestigen, werden Stürze verhindert, die passieren können, wenn das Kind alleine die Treppe herunterkrabbeln möchte. Bringen Sie das Schutzgitter hingegen unten an, wird jeder Versuch gestoppt, die Treppe zu ersteigen oder zu erklettern.
Tipp: Bringen Sie zur optimalen Sicherheit an beiden Enden der Treppe ein Schutzgitter an.
2. Befestigung
Da Kinder die Schutzgitter gerne als Steh-auf-Hilfe benutzen, müssen diese in jedem Fall das Gewicht des Kleinkindes aushalten, um eine gewisse Stabilität zu gewährleisten. Wo die Gitter angebracht werden, hängt von den baulichen Gegebenheiten Ihres Zuhauses ab. Sie sollten aber überall dort vorhanden sein, wo Risiken für das Kleinkind bestehen. Grundsätzlich werden bei Tür- und Treppenschutzgittern zwei Befestigungsmöglichkeiten unterschieden: Die Gitter werden entweder eingeklemmt oder festgeschraubt.
- Einklemmen: Das Schutzgitter wird einfach in den Türrahmen oder zwischen die Wand und das Treppengeländer eingeklemmt. Der Vorteil dieser Befestigungsart ist, dass das Schutzgitter in der Breite variabel ist und dadurch in jede Lücke passt. Außerdem erfolgt keine Beschädigung durch Bohrlöcher. Allerdings kann die Querleiste in Bodenhöhe, die der Stabilität dient, zu einer Stolperfalle werden.
Tipp: Da sich das Schutzgitter mit wenigen Handgriffen entfernen lässt, kann es mit auf Reisen genommen werden. Sie brauchen daher für Ihren Urlaub kein zusätzliches Kinderschutzgitter kaufen.
- Bohren: Zur Befestigung des Schutzgitters werden Schrauben in die Türrahmen oder in die Wand und das Treppengeländer gebohrt. Diese feste Schraubverbindung sorgt für sicheren Halt und Standfestigkeit. Da die Bodenstrebe des Gitters entfällt, ist keine Stolperfalle vorhanden. Diese Methode ist eher für Eigentumsbesitzer geeignet, da solche Bohrlöcher in Mietwohnungen oftmals nicht erlaubt sind.
Hinweis: Achten Sie bei der Befestigung jedoch immer darauf, dass das Gitter fest auf dem Boden steht, damit es einen stabilen Stand hat und nicht wackeln oder umkippen kann.
Das Schutzgitter muss zudem mindestens 65 Zentimeter hoch sein und es darf keine Möglichkeit des Auftritts, beispielsweise eine Stütze oder Strebe, vorhanden sein. Kinder lernen nämlich sehr schnell über das Gitter zu klettern.
3. Zubehör
Nachfolgend stellen wir Ihnen praktisches Zubehör für Kinderschutzgitter vor:
Laufgittereinlage
- Waschbare Bodeneinlage für Laufgitter
- Winkelelemente, zur leichteren Befestigung am Treppengeländer, speziell bei unvorteilhafter Treppenführung oder Wendeltreppen
- Verlängerungen, zur Erweiterung des Schutzgitters und optimalen Standortanpassung
- Kurvenelemente, zur Sicherung von Treppen, die in eine Kurve gehen, wie beispielsweise Kellertreppen
- Bodenplatte, stellt eine Art Schräge dar und verhindert das Stolpern
4. Sicherheitshinweise
Egal für welche Art Schutzgitter Sie sich entscheiden: Wichtig ist, dass das Gitter sowohl mit einem TÜV- als auch mit einem GS-Siegel (geprüfte Sicherheit) ausgezeichnet ist.. Dadurch wird gewährleistet, dass keine Gefahren für Ihr Kind bestehen und beispielsweise die Stäbe einen sicheren Abstand aufweisen, keine spitzen Ecken und Kanten vorhanden sind sowie nur schadstoffarme und lösemittelfreie Materialien verwendet wurden.
Türschutzgitter aus Stoff
Beachten Sie zudem insbesondere die folgenden Aspekte beim Kauf sowie bei der Montage und Nutzung:
- DIN EN 1930 Prüfzeichen
- Genaue Passform des Gitters
- Stabile Verankerung
- Regelmäßige Kontrolle der Befestigung
- Abstand zwischen Stäben muss kleiner als sieben Zentimeter sein, damit Ihr Kind nicht den Kopf durch die Stäbe stecken kann
- Schutzgitter sollten mindestens 65 Zentimeter hoch sein
- Kein Verletzungsrisiko durch Spalten, Öffnungen und Zwischenräume
- Ihr Kind sollte den Verschlussmechanismus nicht alleine öffnen können
- Keine bedenklichen Mengen an Schwermetallen und Formaldehyd sowie schädliche Ausdünstungen
- Wiederholte Prüfung der Stabilität der Stäbe
5. FAQ
Wie hoch muss das Schutzgitter sein?
Damit Kinder nicht hinüberklettern können, sollten Kinderschutzgitter für Treppen und Türen mindestens 65 Zentimeter hoch sein. Sie haben die Möglichkeit, das Schutzgitter durch zusätzliche Stäbe zu verlängern, sollte Ihnen die Höhe zu niedrig sein.
Muss für die Montage gebohrt werden?
Es ist nicht immer nötig, das Schutzgitter durch Schrauben in der Wand zu fixieren. Sie können sich auch für ein Gitter entscheiden, das Sie in die vorgesehene Lücke klemmen können. Um jedoch einen besseren Stand zu gewährleisten, empfiehlt sich die Verschraubung des Schutzgitters.
Warum ist das Kinderschutzgitter nur für Kinder zwischen sechs und 24 Monaten geeignet?
Es wird im Allgemeinen angenommen, dass Kinder ab zwei Jahren ausreichend Stärke entwickeln, um die Schutzgitter selbst zu öffnen oder darüber zu klettern. Daher kann ein Gitter ab diesem Alter oft nicht mehr den gewünschten Schutz leisten. Allerdings gilt es hier stets, im jeweiligen Einzelfall abzuwägen, ob ein Kinderschutzgitter weiterhin sinnvoll ist oder nicht.
Wie kann ich ein Stolpern über das Schutzgitter verhindern?
Treppenschutzgitter und Türgitter zum Klemmen besitzen oft eine Bodenstrebe, die circa drei Zentimeter vom Boden hervorragt und zur Stolperfalle werden kann. Um das Risiko zu minimieren, bieten Hersteller zusätzliche Bodenrampen an. Diese werden auf die Strebe gelegt und erleichtern das Durchgehen.







































