[Quelle Headerbild: iStock.com/Jacob Wackerhausen]
Alles über Wildkameras
1. Einsatzbereiche von Wildkameras
Wildkameras werden häufig für die Tierfotografie verwendet. Bei den umgangssprachlich auch als Fotofallen bezeichneten Produkten handelt es sich um Digitalkameras, die in ein wetterfestes Gehäuse verbaut sind und mittels Batterien oder Akkus betrieben werden. Die Kameras sind daher perfekt für die Anbringung in Wald oder Garten geeignet.
Insbesondere Jäger, Förster und Naturschützer nutzen Fotofallen, um die Bestände bestimmter Wildtiere zu überwachen. Da die Aufnahmefunktion von Wildkameras mittels Bewegungssensor ausgelöst wird und sie zudem über einen Nachtsichtmodus verfügen, kannst du mit ihnen auch besonders scheue und nachtaktive Tierarten aufnehmen.
Wildkameras werden zur Kontrolle des Wildbestandes im Wald installiert.
Du kannst Wildkameras dazu nutzen, die Tiere in deinem Garten zu beobachten. Insbesondere nachts und in den frühen Morgenstunden werden Gärten häufig von Igeln, Rehen oder Füchsen besucht. Mit einer Fotofalle findest du heraus, welche Tiere deinen Garten aufsuchen.
Wildkameras werden darüber hinaus als Überwachungskameras verwendet: Im Schutz gegen Einbrecher und Diebe kommen sie hierbei zur Sicherung privater Gärten, Grundstücke oder Lagerhallen zum Einsatz. Bei der Anbringung der Fotofallen solltest du jedoch die gesetzlichen Vorgaben beachten.
Auf Privatgrundstücken kannst du Wildkameras ohne Einschränkung einsetzen. Hierbei darfst du jedoch nur der Bereich innerhalb deiner Grundstücksgrenzen aufnehmen. Möchtest du eine Wildkamera im Wald aufstellen, musst du ein berechtigtes Interesse an der Installation nachweisen können und benötigst je nach Bundesland zudem eine Genehmigung.
2. Merkmale und Funktionsweise
Wildkameras sind gut getarnt: Bei vielen Modellen ist das Gehäuse mit einem Camouflage-Muster versehen. Bei geschickter Positionierung an einem geschützten Platz sind Wildkameras daher kaum zu sehen.
Wildkamera mit Gehäuse in Tarn-Optik
Das Gehäuse ist jedoch nicht nur unauffällig, sondern auch wetterfest und sehr robust. Du solltest allerdings beachten, für welchen Temperaturbereich die Kamera ausgelegt ist. Sehr hohe oder niedrige Temperaturen können ihr unter Umständen schaden und ihre Lebensdauer verkürzen.
Betrieben werden Fotofallen über Batterien oder Akkus. Da die Outdoor-Kameras nur dann Fotos oder Videos aufnehmen, wenn der Bewegungssensor ausgelöst wird, halten Batterien oder Akkus häufig über mehrere Wochen oder sogar Monate. Wildkameras mit integriertem Solarpanel sind besonders wartungsarm, da ein Batteriewechsel entfällt. Modelle dieser Art eignen sich daher auch für Standorte, an denen über einen längeren Zeitraum keine Kontrolle möglich ist.
Der Bewegungsmelder einer Wildkamera nutzt in der Regel die Infrarot-Technologie: Der Sensor erkennt Wärmereize in seinem Erfassungsbereich.
Die Aufnahmen werden auf der integrierten SD-Karte gespeichert. Je nach Modell werden ältere Aufnahmen hierbei überschrieben, sobald die Speicherkarte voll ist. Wildkameras mit SIM-Karte bieten die Option, die Fotos oder Videos direkt an deine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer zu senden. Häufig ist bei diesen Modellen zudem eine Steuerung via Smartphone-App möglich. Etwas kostenintensiver sind Fotofallen mit WLAN-Funktion. Diese liefern dir neben Fotos außerdem Updates zum Stand des Speichers direkt auf Endgeräte wie Handy, Tablet oder Computer.
Die Bedienung von Wildkameras ist in der Regel sehr einfach: Sobald die Kamera mit Batterien und einer SD-Karte ausgestattet ist, kannst du die weiteren Einstellungen über Drucktasten am Display vornehmen. Ein kleiner Bildschirm erleichtert dir die passende Ausrichtung der Kamera.
In ihrem Inneren verfügen Wildkameras über ein Display mit Druckknöpfen und einen kleinen Bildschirm.
3. Kaufaspekte
Um eine Wildkamera auszuwählen, die für deinen Einsatzzweck passend ist, kannst du dich an folgenden Kaufkriterien orientieren:
Wichtige Kaufaspekte mit Erklärung:
| Eigenschaft | Erklärung |
|---|---|
| Abmessungen | Die Größe der Wildkamera muss zum Anbringungsort passen. Das gilt insbesondere dann, wenn sie in Nistkästen installiert werden soll. |
| Betriebstemperatur | Viele Modelle sind für einen Temperaturbereich zwischen -20 und 60 Grad Celsius ausgelegt. Achte beim Kauf darauf, dass die Betriebstemperatur zum Anbringungsort passt. |
| Reichweite | Mit Wildkameras kann ein Areal zwischen 10 und 50 Metern aufgenommen werden. Anbringungsort, aufzunehmendes Gebiet und Reichweite sollten zusammenpassen. |
| Auflösung | Die Bildqualität hängt davon ab, wie hoch die Bildauflösung der Kamera ist. Um verwertbare Aufnahmen zu erzielen, sind Modelle mit einer Auflösung von mindestens 12 Megapixel zu empfehlen. |
| Speicherkartengröße | Gängige Speicherkartengrößen sind 8 GB, 16 GB und 32 GB. Insbesondere bei der Aufnahme von Videos ist nicht nur auf die Größe der Karte, sondern zudem die Schnelligkeit entscheidend. Empfehlenswert ist eine Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 90 MB in der Sekunde. |
| Reaktionszeit bis zur Auslösung | Die Reaktionszeit beschreibt den Zeitraum zwischen der Auslösung des Bewegungssensors und der Bildaufnahme. Je kürzer die Reaktionszeit ausfällt, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein Tier auf dem Foto zu sehen ist. |
| Zeitraffer | Kameras mit Zeitraffer nehmen mehrere Fotos hintereinander auf. Aneinandergereiht simulieren diese Fotoreihen eine Bewegung. |
| LED-Arten | Es gibt Wildkameras mit White und Black LEDs. Während sich White LEDs für die Tierfotografie eignen, sind Black LEDs bei einem Einsatz als Überwachungskamera die bessere Wahl. |
4. FAQ
Worauf muss ich beim Kauf einer Wildkamera achten?
Wichtige Kaufkriterien für Wildkameras sind etwa die Speicherkartengröße, die Reichweite und die Reaktionszeit bis zur Auslösung. Welchen Einfluss diese Kriterien auf die Funktionalität der Kamera haben und welche Aspekte du beim Kauf darüber hinaus beachten solltest, erfährst du in unserem Ratgeber.
Wo ist die Aufstellung einer Wildkamera erlaubt?
Auf deinem Privatgrundstück darfst du Wildkameras uneingeschränkt aufstellen, solange du nicht über die Grundstücksgrenzen hinaus filmst. Im öffentlichen Raum darfst du sie nur dann anbringen, wenn du ein berechtigtes Interesse an den Aufnahmen nachweisen kannst. Zudem ist in einigen Bundesländern für eine Installation im öffentlichen Raum eine Genehmigung erforderlich.
Kann man eine Wildkamera mit dem Handy verbinden?
Wildkameras mit SIM-Karte oder WLAN-Zugang kannst du mit deinem Smartphone verbinden und über eine App steuern.







































