
Ratgeber WCs
WCs werden als fester Bestandteil eines jeden Badezimmers angesehen: Sie sollten den nötigen Komfort bieten und in puncto Design den Rest der Badeinrichtung stilvoll ergänzen. Doch welche unterschiedlichen Modelle gibt es, wo sollte die Toilette am besten platziert werden und wie kann der Wasserverbrauch von WCs reduziert werden? Diese und viele weitere Fragen beantworten wir im folgenden Ratgeber.
1. Die Integration des WCs in das Badezimmer
Ehe Sie sich für ein passendes Modell entscheiden, sollten Sie überlegen, ob Sie das WC in Ihr Badezimmer integrieren oder es in einen separaten Raum einbauen möchten. Insbesondere für Haushalte, in denen vier oder mehr Personen leben, ist eine Trennung von WC und Badezimmer durchaus sinnvoll, sofern der nötige Platz vorhanden ist. So können mehrere Personen gleichzeitig die sanitären Anlagen benutzen, ohne die Privatsphäre des anderen zu stören.
Egal wofür Sie sich entscheiden – einige Punkte sollten beim Einbau eines WCs in jedem Fall berücksichtigt werden:
Stellen Sie sicher, dass genügend Platz neben dem WC vorhanden ist
- Stellen Sie sicher, dass zwischen der Wand und der Toilette rechts und links eine Lücke von etwa 20 Zentimetern gegeben ist. Außerdem sollten Sie vor dem WC etwa 80 Zentimeter Platz haben, um bequem sitzen zu können.
- Für den nötigen Komfort muss die Höhe des WCs auf die Nutzer abgestimmt sein. Die Standardnorm beträgt 40 Zentimeter, wobei diese Angabe inzwischen als veraltet gilt, da sie nur bei Kindern und kleinen Personen eine bequeme Sitzposition gewährleistet. Je nach Körpergröße können bis zu 44 Zentimeter Höhe empfehlenswert sein. Die empfohlenen Maße unterscheiden sich bisweilen auch von Hersteller zu Hersteller. So empfiehlt beispielsweise Keramag je nach Modell 41 bis 42 Zentimeter ohne Deckel, Villeroy & Boch stützt sich hingegen auf die Standardnorm von etwa 40 Zentimetern.
- Sofern Sie genügend Platz zur Verfügung haben, sollten Sie die Integration eines Bidets und/ oder Urinals erwägen.
- Bei Platzmangel empfiehlt sich die Platzierung des WCs im 90 Grad Winkel neben der Badewanne oder parallel zur Dusche. So können Sie den Rest des Raumes ohne größere Einbußen optimal nutzen.
2. Die verschiedenen WC-Modelle
Die einzelnen WC-Arten unterscheiden sich in der Art der Anbringung, Reinigung und des Absaugmechanismus. Im Folgenden stellen wir Ihnen die verschiedenen Varianten samt deren Merkmalen vor:

- In zwei verschiedenen Ausführungen erhältlich:
- Tiefspüler: Alles gelangt sofort in das Sperrwasser des Siphonbogens geringe Geruchsbelästigung, hygienischer Gesamteindruck
- Flachspüler: Diese WCs zeichnen sich durch eine Art Podest im Inneren der Toilette aus. Die Ausscheidungen gelangen deshalb erst durch Betätigung der Spülung in den Siphon verhältnismäßig schnelle Geruchsentwicklung

- Anbringung an der Wand
- Die Höhe kann leichter auf die jeweilige Körpergröße angepasst werden
- Unkomplizierte Reinigung
- Erleichtert das Wischen des Bodens unter dem WC
- Sowohl Flachspüler- als auch Tiefspüler-Modelle erhältlich

- Vorrichtung für das Urinieren im Stehen
- Hygienisch
- Verbrauchen nur wenig Wasser
- Geringer Platzbedarf
Bei Platzmangel sind Raumspar-WCs die beste Wahl – Sie zeichnen sich durch kleinere Maße aus und können somit problemlos in jeden Raum integriert werden.
Dusch-WCs stellen eine weitere Variante dar: Sie werden wie ein gewöhnliches WC verwendet und bieten darüber hinaus die Möglichkeit zur Körperhygiene. Die Betätigung der Spülung erfolgt nach den bekannten Prinzipien. Zusätzlich stehen für die Reinigung des Intimbereichs sämtliche Funktionen zur Verfügung. So können Sie in der Regel wählen, ob Sie den Anal- oder kompletten Intimbereich reinigen möchten. Je nach Einstellung fährt die Düse auf die gewünschte Position aus und gibt ein Wasser-Luftgemisch ab. Die oftmals integrierte Ladydusche ist ausschließlich für die Reinigung des Vaginalbereichs vorgesehen. Durch die anschließende Betätigung des Föhn-Buttons wird der Intimbereich getrocknet – die Temperatur kann dabei in der Regel nach Belieben variiert werden.
3. Die Montage
Die Montage eines Stand- oder Hänge-WCs stellt für geübtere Heimhandwerker kein Problem dar. Führen Sie für eine korrekte Anbringung die folgenden Schritte aus:
Montage eines Stand-WCs
- Zuerst muss der Dichtungsring am Zulauf des Spülkastens angebracht werden.
- Daraufhin können Sie den Spülkasten mit dem unteren Teil der Toilette verbinden.
- Schieben Sie das komplette WC nun im 90 Grad Winkel an die Wand und messen dabei den Abstand zwischen dem WC-Anschluss und dem Abfluss ab. Unter Umständen befinden sich beide nicht auf gleicher Höhe, sodass Sie ein Rohrwinkelstück benötigen, um die Differenz auszugleichen.
- Wenn Sie den richtigen Abstand ermittelt haben, schrauben Sie das WC am Boden fest. Hierbei empfiehlt es sich, die Bohrlöcher vorab zu markieren. Die Anschlüsse sollten mit Hanf und Dichtungsband abgedichtet werden. Sobald das WC mit dem Rohr am Wandabfluss verbunden ist, können Sie die Schrauben an den Bohrlöchern festziehen. Seien Sie dabei jedoch vorsichtig, sodass das Material des WCs nicht zerspringen kann. Eine Manschette zwischen Abflussrohr und Wandabfluss verdeckt den unschönen Übergang.
- Zum Schluss muss der Spülkasten mit einem Wasserzulauf über ein Spülrohr oder einen Zulaufschlauch verbunden werden. Nach Montage der Spülknöpfe muss letztendlich nur noch der Deckel des Spülkastens aufgesetzt werden.
Montage eines Hänge-WCs
- Zunächst müssen Sie abmessen, welche Länge das Abfluss- und Spülrohr haben sollen. Daraufhin können Sie die Rohre entsprechend zusägen.
- Montieren Sie nun Abfluss- und Spülrohr an der Rückseite des WCs an den entsprechenden Vorrichtungen.
- Ein WC-Schallschutzset über den Wandanschlüssen verhindert Schallbrücken.
- Geben sie etwas Spülmittel auf den Rand der Rohre und stecken Sie dann das WC in die vorgesehenen Löcher an der Wand.
- Fixieren Sie die Toilette mit Gewindestangen, Muttern und Unterlegscheiben.
- Benutzen Sie eine Wasserwaage, um festzustellen, ob sich das WC in der Waage befindet. Erst dann schrauben Sie die Toilette richtig fest. Üben Sie auch dabei keine allzu große Kraft aus, da das Material andernfalls zerspringen könnte.
- Den Schallschutz können Sie nun zurechtschneiden, sodass er nicht mehr sichtbar ist.
- Der Deckel wird an den vorhergesehenen Löchern mit Scharnieren befestigt.
- Zuletzt müssen Sie die Betätigungsplatte für die Spülung an der Wand anbringen. Da die Installation herstellerabhängig ist, sollten Sie dabei die mitgelieferte Montageanleitung befolgen.
4. Materialien
Für gewöhnlich bestehen WCs entweder aus Sanitärkeramik oder rostfreiem Edelstahl. Beide Materialien sind korrosionsbeständig und unempfindlich gegenüber Säuren.
Was sie im Einzelnen auszeichnet, erfahren Sie im Folgenden:
Sanitärkeramik

- Hält hohen Temperaturen stand
- Unempfindlich gegenüber mechanischen Belastungen und chemischen Mitteln
- Robust
- Langlebig
- Einfache Reinigung
Rostfreier Edelstahl

- Unempfindlich gegenüber Säuren und Korrosion
- Robust
- Langlebig
5. Reduktion der Wasserkosten
Durch die Betätigung der Toilettenspülung werden etwa zehn Liter Wasser verbraucht. Auf Dauer gesehen spiegelt sich diese Menge auch in den Wasserkosten wider. Indem Sie ein paar Tipps beachten, können Sie jedoch einiges an Wasser sparen. Wir zeigen Ihnen, wie:
- Setzen Sie wenn möglich Spülkastengewichte ein. Diese werden in der Regel in den Spülkasten eingebaut und gewährleisten, dass das Wasser nur so lange läuft, wie die Taste auch gedrückt wird. Dadurch können Sie im Jahr bis zu 20.000 Liter Wasser sparen.
- Wassersparende Betätigungsplatten verfügen über eine Spül-Stopp-Taste. Indem Sie diese drücken, wird der Spülvorgang sofort beendet.
- Wenn Sie das Spülwasser über eine eigene Regenwassernutzungsanlage beziehen, sparen Sie einiges an Wasserkosten ein.
6. WC-Zubehör
Ein WC muss nicht als reiner Gebrauchsgegenstand angesehen werden: Entsprechendes Zubehör kann nicht nur die Nutzung erleichtern, sondern auch rein dekorativen Zwecken dienen. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an Zubehör:
- WC-Sitze: Wenn Sie Ihr Badezimmer möglichst schlicht halten möchten, sind weiße WC-Deckel die richtige Wahl. Für alle, die Akzente setzen möchten, sind Varianten mit Mustern empfehlenswert, die farblich zum Rest der Einrichtung passen.
- Betätigungsplatte mit Spül-Stopp-Taste: Eine solche sollte sich in jedem Badezimmer befinden, um den Wasserverbrauch durch das Spülen möglichst gering zu halten.
- WC-Bürsten-Garnitur: Um Verunreinigungen in der Toilette zuverlässig beseitigen zu können, ist ein WC-Set bestehend aus einer Bürste und einem passenden Behälter unerlässlich. Achten Sie dabei darauf, dass die Bürste ausgetauscht werden kann.
- Toilettenpapierhalter: Dieser sollte entweder direkt an der Seite oder in kleinen Räumen an der Wand gegenüber dem WC angebracht werden.
- WC-Vorleger: Ein schöner WC-Vorleger sorgt im Badezimmer für den nötigen Komfort und rundet die Einrichtung harmonisch ab.
Eine WC-Garnitur vereint mehrere praktische Funktionen miteinander.
7. FAQ
Welche Anschlüsse benötige ich für ein Dusch-WC?
Um Ihr Dusch-WC in Betrieb nehmen zu können benötigen Sie einen Kaltwasser- und Stromanschluss. Ein Warmwasseranschluss ist hingegen nicht erforderlich.
Wie kann ich Kalk in der Toilette entfernen?
Mit Essig können Sie Kalk in der Toilette zuverlässig entfernen. Hierfür geben Sie etwa 400 Milliliter auf die entsprechenden Stellen und lassen es über Nacht einwirken. Bisweilen kann erhitzte Essigsäure noch bessere Ergebnisse erzielen. Hierbei sollten Sie jedoch bedenken, dass sie in dieser Form stark ätzend ist und unangenehme Gerüche verursacht.
Wie werde ich Urinstein im WC los?
Urinstein entsteht durch die Reaktion von Urin mit kalkhaltigem Wasser. Da er sehr hartnäckig ist, genügen in der Regel keine einfachen Hausmittel zur Entfernung. Vielmehr sollten Sie dabei auf Urinsteinlöser aus dem Handel oder Salzsäure zurückgreifen. Da Urinsteinlöser unangenehme Gerüche absondern, ist Salzsäure in der Regel die bessere Wahl. Davon geben Sie etwa 300 Milliliter in das Toilettenbecken und lassen es über mehrere Stunden (am besten über Nacht) einwirken. Ehe Sie es ausspülen, sollten Sie das Mittel mit Natron neutralisieren, um den Leitungen nicht zu schaden.
8. Verwandte Links
- Duschen
- Duschvorhänge
- Badewannen
- Whirlpools



































