
Snowboards
Anfänger-Skigebiet, Pipe- und Snowpark oder steile Hänge mit Powder-Schnee: Je nach Einsatzgebiet und Fahrkönnen gelten unterschiedliche Snowboards als ideal.
1. Snowboards
Snowboarden ist neben dem Skifahren eine der beliebtesten Wintersportaktivitäten. Bei der Auswahl eines Snowboards muss eine Vielzahl an Aspekten berücksichtigt werden. Vor allem Anfängern und Neueinsteigern kann die Übersicht und die Unterscheidung zwischen Modellen und Profilen schwerfallen.
Vorder- und Rückseite eines klassischen Snowboards
Die Wahl eines Snowboards ist dabei von den folgenden Kriterien abgängig:
- Physische Beschaffenheit des Fahrers: Größe, Schuhgröße und Gewicht
- Einsatzgebiet und Terrain: Piste, Powder, Park oder Pipe
- Skill-Level: Anfänger, fortgeschrittener Fahrer oder Profi
- Fahrweise: schnell oder künstlerisch
In unserem Ratgeber erläutern wir Ihnen die wichtigsten Aspekte und verraten Ihnen, worauf Sie beim Kauf achten sollten.
Wichtiges Kriterium bei der Anschaffung eines neuen Snowboards ist auch die Bindung: Bei vielen Modellen ist diese bereits im Set enthalten, Sie können die Bindung jedoch auch separat erwerben.
1.1 Die richtige Größe finden
Die richtige Länge für Ihr neues Snowboard orientiert sich an den folgenden Faktoren:
- Körpergröße: Gemeinhin gilt die Faustregel, dass das Board maximal bis zum Kinn des Fahrers reichen sollte. Je nach Fahrweise und Einsatzgebiet (siehe Punkte 4. und 5.) kann das Snowboard jedoch kürzer oder länger ausfallen.
- Gewicht: Auch das eigene Körpergewicht spielt eine Rolle bei der Entscheidung für das richtige Snowboard. Die meisten Hersteller geben für ihre Boards eine optimale Gewichtsspanne an. Schwere Fahrer sollten zu einem längeren Snowboard greifen als Wintersportler mit einem geringen Gewicht.
- Schuhgröße: Die ideale Breite des Snowboards sollte unter anderem von der eigenen Schuhgröße abhängig gemacht werden. Fahrer mit einer Schuhgröße ab 44 sollten deswegen ein entsprechend breites Brett verwenden. Hierbei gelten sogenannte Mid-Wide- oder Wide-Boards als empfehlenswert. Das Gegenteil gilt für kleine Füße: Hier ist ein schmales Snowboard empfehlenswert, damit eine gute Kontrolle über das Wintersportgerät garantiert ist.
- Einsatzgebiet: Je nachdem, ob Sie auf der Piste oder im Powder fahren möchten oder eher auf Pipes und im Park unterwegs sind, kann die Länge des Snowboards ebenfalls variieren.So werden beispielsweise Jibboards kurz gefahren (= kürzer als Kinnhöhe), da sie wendiger sind.
- Fahrweise: Wer in erster Linie schnell fahren möchte, sollte darauf achten, dass das Snowboard verhältnismäßig lang ausfällt, da die Länge dem Board eine hohe Stabilität und Laufruhe verleiht. Für Fahranfänger empfehlen sich gemeinhin etwas kürzere Snowboards – Schulterhöhe gilt hier bereits als ausreichend.
Unter Breite wird immer die schmalste Stelle in der Mitte des Snowboards bezeichnet und nicht die Stelle, an der die Füße platziert werden.
Bei der Wahl eines Snowboards können Sie sich anhand der folgenden Größentabelle orientieren:
| Gewicht | Körpergröße | Snowboard-Länge |
|---|---|---|
| 49-55 kg | ~ 147 cm | 127-136 cm |
| 53-62 kg | ~ 153 cm | 133-141 cm |
| 60-65 kg | ~ 159 cm | 139-147 cm |
| 65-70 kg | ~ 164 cm | 144-152 cm |
| 68-75 kg | ~ 169 cm | 149-157 cm |
| 73-80 kg | ~ 178 cm | 154-163 cm |
| 77-84 kg | ~ 180 cm | 160-168 cm |
| Ab 80 kg | ~ 185 cm | Ab 165 cm |
Anfänger sollten sich demnach immer nach dem jeweils niedrigeren Wert richten, während für Profis die größere Zahl als Richtwert gelten sollte.
Unterwegs auf der Piste
1.2 Profile und Shapes
Bei der Entscheidung für ein Snowboard spielen das Profil (Seitenansicht) sowie die Shape (Draufsicht) eine wichtige Rolle. Wir stellen Ihnen unterschiedliche Profile und Shapes von Snowboards vor.
Profile
Das Profil bezeichnet die Seitenansicht des Snowboards, also wie es auf dem Boden aufliegt. Gängig sind dabei die folgenden Formen:
Rocker
Ein Rocker Snowboard besitzt eine gleichmäßige konkave Biegung zu beiden Seiten (Tip und Tail). Dadurch befindet sich der Schwerpunkt beziehungsweise Drehpunkt zentral in der Mitte, was das Wenden erleichtert. Dadurch sind Rocker besonders gut für Anfänger geeignet.
Snowboard mit Rocker-Profil
Camber
Bei einem Chamber Snowboard liegen nur die Eckpunkte an Tip und Tail flach auf dem Boden auf, während die Mitte des Boards sich ohne Belastung nach oben wölbt. Ein solches Wintersportgerät bietet sehr guten Kantenhalt (= hohe Stabilität), sodass es sich am besten für das klassische Carven eignet.
Zero/Flat
Bei einem Zero Snowboard liegen große Teile des Brettes flach auf dem Boden auf. Tip und Tail sind leicht nach oben gewölbt, wodurch das Snowboard einen guten Kantengrip bietet. Dadurch eignet sich die Form besonders gut für Freestyle und Jib Snowboards.
Weitere Profile: Powder Rocker, Hybrid Rocker, Hybrid Camber, 3D Base, Camrocker
Shape
Je nach Shape sind die Snowboards auf unterschiedliche Disziplinen ausgelegt. Wir stellen Ihnen unterschiedliche Formen der Wintersportgeräte vor.
Twin Tip
Twin Tip Snowboards zeichnen sich durch ihren symmetrischen Aufbau aus. Nose oder auch Tip (vorderes Ende) und Tail (hinteres Ende) weisen dabei die gleiche Form auf, sodass es keine Unterschiede beim Vorwärts- und Rückwärtsfahren gibt. Dadurch sind solche Snowboards vor allem für Sprünge und das Fahren im Park geeignet.
Directional Twin
Bei Directional Twin Snowboards ist die Shape zwar symmetrisch, jedoch weist das Board selbst Besonderheiten auf: So ist beispielsweise häufig das Insert (= Stelle, an der die Snowboard-Bindung montiert wird) nach hinten versetzt. Wintersportgeräte mit Directional Twin Shape eignen sich dadurch besonders gut für das Vorwärtsfahren und für Freeride Snowboarder.
Directional
Freeride Snowboards weisen meistens die Directional Shape auf: Die Nose ist besonders breit tailliert und zugleich stark aufgebogen. Das sorgt für einen guten Auftrieb im Schnee. Zudem sind die Inserts so nach hinten versetzt, dass der Schwerpunkt hinten liegt.
Directional Tapered
Die Directional Tapered Shape ist eine ausgeprägtere Variante der Directional Shape.
Asymmetrisch
Asymmetrisch geformte Snowboards besitzen unregelmäßige Sidecuts an den Kanten, wodurch eine gute Kontrolle über das Board garantiert wird.
Directional Shape
Tapered Shape
Twin Shape
1.3 Flex
Die Flex bezeichnet die Steifheit des Boards und wird von den meisten Herstellern auf einer Skala von 1 bis 10 (weich bis hart) angegeben. Generell gilt: Je geringer die Flex, desto weicher und flexibler das Board. Welche Flex das Snowboard aufweisen sollte, ist wiederum von Kriterien wie den persönlichen Vorlieben, dem Skill-Level und der Fahrweise abhängig.
Einteilung der Flex:
1-4 weiche Flex
- Weiches Snowboard vor allem für Anfänger empfehlenswert, da diese fehlertolerant sind
- Generell gilt: weiche Boards sind flexibler und deswegen vor allem für Park-Fahrer und Jibber geeignet
- Bei hoher Geschwindigkeit: Snowboard beginnt zu flattern
4-7 medium Flex
- Für fortgeschrittene All Mountain und Freestyle Fahrer
7-10 harte Flex
- Harte Boards geben eine gute Stabilität
- Vor allem für Boarder geeignet, die sehr gerne schnell fahren
- Vor allem Freeride Boards weisen eine harte Flex auf
1.4 Materialien
Bei der Herstellung eines Snowboards kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz.
Snowboards bestehen auch heute noch zu einem großen Teil aus Holz.
Klassischerweise besteht das Wintersportgerät auch heute noch zu einem Großteil aus einem Holzkern, der von Fiberglas umgeben ist. Das verleiht dem Board eine gute Torsionssteife und gleichzeitig Flex.
Üblich ist dabei die sogenannte Sandwich-Konstruktion, bei der einzelne Bestandteile und Materialien übereinandergeschichtet und mit Harz miteinander verklebt werden. Anschließend werden die Kanten mit rostfreiem Stahl abgedeckt.
Der Belag an der Unterseite von Snowboards besteht in der Regel aus P-Tex, einem speziellen Kunststoff, der für besondere Gleiteigenschaften sorgt. Das Top-Sheet an der Oberseite dient nicht nur dem Schutz des Kerns, sondern soll auch optische Anforderungen erfüllen. Es kann aus verschiedenen Materialien wie beispielsweise Holz, Nylon, Kunststoff oder Fiberglas bestehen.
2. Verschiedene Snowboards
In den folgenden Abschnitten stellen wir Ihnen unterschiedliche Snowboards für verschiedene Einsatzgebiete und Fahrweisen vor.
Grob lassen sich Snowboards in unterschiedliche Kategorien einteilen:
| Kategorie | Einsatzgebiet |
|---|---|
| Freestyle Snowboards | Für das Befahren von Snowparks mit Sprüngen, Halfpipes etc. |
| Freeride Snowboards | Für das Befahren von unberührten Strecken abseits der Piste und im Tiefschnee |
| All Mountain Snowboards | Für das Befahren von präparierten Pisten, aber auch anderen Terrains (Anfänger-Snowboard) |
| Split Snowboards | Geteiltes Snowboard, für das Aufsteigen von Hängen und Befahren von unberührten Strecken |
2.1 Park- und Pipeboards (Freestyle)
Freestyle Snowboards bieten die Grundlage für das Boarden von Parks und Pipes (= Fahren in Snowparks und auf Halfpipes etc.). Park Snowboards zeichnen sich durch eine weiche und kurze Bauweise aus, was dem Board eine hohe Flexibilität verleiht. Außerdem sind die Bretter mit einer Twin Shape ausgestattet, wodurch das Fahren in unterschiedliche Richtungen erleichtert wird. Das Rocker Profil verhindert dabei ein Verkanten des Snowboards, sodass sich Rails, Boxen und Kicker mit Leichtigkeit befahren lassen.
Jeder Snowboardfahrer stellt andere Ansprüche an sein Brett.
Freestyle Snowboards für Pipes sind etwas härter als Ausführungen für den Snowpark. Solche Varianten geben dem Fahrer eine hohe Stabilität, sodass bei Takeoffs und Inruns (Absprung und Landung) eine direkte Kraftübertragung möglich ist.
Sehr ähnlich zu den Freestyle Snowboards sind sogenannte Jib Boards, die in erster Linie auf das Fahren von Boxen und Handrails ausgelegt sind. Die entsprechende Fahrtechnik wird auch als Jibben bezeichnet.
2.2 Freeride Snowboards
Wer anstatt auf der präparieren Piste lieber im unberührten Gelände unterwegs ist, sollte sich für ein spezielles Freeride Snowboard entscheiden. Es erleichtert das Fahren im Tiefschnee und im Powder, muss dadurch jedoch auch extremen Bedingungen standhalten. Freeride Snowboards zeichnen sich durch eine Directional Shape aus: Durch den vergrößerten Tail sorgt diese Shape für einen guten Auftrieb im Tiefschnee. Außerdem lässt sich das Snowboard dank der aufgebogenen Enden (3D Base oder Powder Rocker Profil) agil und einfach drehen.
Fahren mit einem Freeride Snowboard
2.3 All Mountain Snowboards
All Mountain Snowboards sind der ideale Kompromiss für alle Fahrer, die sowohl auf der präparierten Piste unterwegs sind als auch im Snowpark fahren möchten. Auch für Anfänger und die ersten Freeride Übungen sind sie deswegen die ideale Wahl. Im Prinzip werden bei einem All Mountain Snowboard die Eigenschaften von Freeride und Freestyle Varianten kombiniert.
2.4 Splitboards
Im Vergleich zu allen anderen Snowboardmodellen lassen sich Splitboards in der Mitte teilen, sodass das Brett beim Aufstieg eines Berges nicht abgenommen werden muss. Stattdessen können Sie ähnlich wie mit Tourenskiern aufsteigen.
3. Snowboard-Bindungen und Schuhe: Das obligatorische Zubehör
Neben dem Snowboard spielt auch die Wahl der Bindung sowie der Schuhe eine entscheidende Rolle. Bei der Snowboardbindung wird in der Regel zwischen Alpin- und Softbindung unterschieden: Erstere eignet sich vor allem für schnelles Fahren auf steilen Abfahrten, während die Softbindung eine größtmögliche Flexibilität auf Pipes und in Parks ermöglicht.
4. FAQ
Welches Snowboard eignet sich für Anfänger?
Anfänger sollte sich für ein Snowboard entscheiden, welches auch Fahrfehler verzeiht und für eine hohe Fahrsicherheit sorgt. Am besten eigenen sich hier sogenannte All Mountain Snowboards mit einem Rocker Profil und einem niedrigen Flexwert. Solche Bretter gelten als besonders drehfreudig und sind flexibel, sodass Sie die ersten Übungen gut bewältigen können. All Mountain Snowboards eignen sich sowohl für die Piste als auch für grundlegende Sprünge im Snowpark.
Gibt es unterschiedliche Snowboards für Pipes und für normale Pisten?
Ja. Für Pipes und Snowparks eignen sich vor allem sogenannte Freestyle Snowboards, mit denen der Fahrer springen und jibben kann. Auf der klassischen präparierten Piste kommen hingegen vor allem All Mountain Snowboards zum Einsatz.
Ab welchem Alter können Kinder das Snowboardfahren lernen?
Die meisten Snowboardkurse werden für Kinder ab einem Alter von sechs Jahren angeboten. Die Kurse sind dann jedoch recht spielerisch gestaltet, da die Motorik der Kinder noch nicht ausreichend ausgeprägt ist. Ab einem Alter von neun Jahren erfolgt dann die Vermittlung spezieller Stile und Techniken.
Wie lang sollte mein Snowboard ausfallen?
Als Faustregel gilt: Ein klassisches Snowboard reicht in etwa bis zum Kinn des Fahrers. Je nach Fahrlevel und Einsatzgebiet kann das Brett jedoch auch kürzer oder länger ausfallen. Freestyle Snowboards werden in der Regel etwas kürzer gefahren, da das dem Wintersportgerät eine besondere Wendigkeit verleiht. Auch bei Anfängern, die sich für ein All Mountains Snowboard entscheiden, gilt die Schulterhöhe als ausreichend.
Was ist ein All Mountain Snowboard?
Ein All Mountain Snowboard gilt als Allrounder unter den Wintersportgeräten und ist deswegen für Anfänger am besten geeignet. Mit ihm lassen sich sowohl präparierte Pisten als auch einfache Elemente in Snowparks befahren. Für die meisten Snowboarder ist ein solches Modell jedoch lediglich ein Einsteigergerät: Wenn die Grundlagen des Snowboardfahrens erlernt sind, entscheiden sich die meisten Fahrer je nach Vorliebe für ein Freeride oder Freestyle Modell.







































