
Fahrrad Scheibenbremsen
1. Scheibenbremsen – Leistung und Funktionsweise
Fahrradbremsen gelten als einer der wichtigsten Bestandteile von Rädern, denn sie sorgen für Sicherheit beim Fahren. Grundsätzliche können Sie zwischen zwei verschiedenen Bremssystemen wählen: Felgenbremsen und Scheibenbremsen.
Die Scheibenbremse wird an der Nabe angebracht.
Während Felgenbremsen Jahrzehnte lang standardmäßig bei Fahrrädern aller Art verbaut wurden, kamen Scheibenbremsen zunächst überwiegend bei Mountainbikes zum Einsatz, inzwischen werden sie auch immer häufiger für Rennräder und andere Radvarianten verwendet.
Die modernen Bremssysteme unterscheiden sich in ihrem Aufbau und in ihrer Funktion von Felgenbremsen: Die Bremszangen sind kleiner und aus härterem Material gefertigt. Zudem bietet nicht die Felge die Angriffsfläche für die Bremse, sondern eine spezielle Bremsscheibe, die an der Nabe befestigt ist.
Scheibenbremsen stehen im Vergleich zu Felgenbremsen für:
- Schnelle Reaktionszeit und genaue Bremsleistung
- Robuste Bremsen, die auch bei starker Verschmutzung sicher greifen
Aufgrund dieser Eigenschaften sind sie besonders zuverlässig und somit grundsätzlich für alle Fahrradmodelle interessant.
Alle Vor- und Nachteile von Scheibenbremsen:
Vorteile Scheibenbremsen
- Benötigen nur wenig Fingerkraft beim Bremsen
- Schnelle Reaktionszeit, auch bei Nässe
- Felgen werden auch bei Unwucht nicht abgeschliffen
- Erhitzen sich bei langen Abfahrten nicht
- Auch bei dicken Reifen einsetzbar
Nachteile Scheibenbremsen
- Schwerer als Felgenbremsen
- Anspruchsvolle Wartung und Pflege durch technisch komplexe Bremsanlage
- Einfahren der Bremsbeläge notwendig
- Naben und Speichen werden belastet
- Höhere Anschaffungskosten im Vergleich zu Felgenbremsen
Das Einbremsen der Scheibenbremsen ist relevant für ihre Leistung. Durch den Vorgang wird die ideale Menge des Bremsklotzmaterials auf die neue Scheibe übertragen und somit die Bremswirkung erhöht. Die Bremsen werden dazu mehrmals durch hohe Geschwindigkeit erhitzt und wieder abgekühlt. Verschiedene Hersteller empfehlen hierbei unterschiedliche Vorgehensweisen – halten Sie sich an die Aussage Ihres Fahrradherstellers.
2. Mechanische und hydraulische Scheibenbremsen
Entscheiden Sie sich für Scheibenbremsen, können Sie zwischen zwei Arten wählen: mechanischen und hydraulischen Scheibenbremsen. Die beiden Ausführungen unterscheiden sich in ihrer Bau- und Funktionsweise, was sich auf Ihre Kaufentscheidung auswirken kann.
Mechanische Scheibenbremsen funktionieren ähnlich wie Felgenbremsen: Mithilfe eines Drahts, dem sogenannten Bowdenzug, werden die Bremsbeläge an die Bremsscheibe gedrückt. Die dadurch erzeugte Reibung bremst das Rad über die Bremsscheibe, die an der Nabe angebracht ist, ab. Das simple System der mechanischen Scheibenbremsen ermöglicht eine leichte Wartung.
Bei hydraulischen Scheibenbremsen wird die Bremskraft durch Flüssigkeit weitergeleitet. Bei dem abgeschlossenen Ölsystem wird der hydraulisch erzeugte Druck der Beläge auf die Bremsscheibe gepresst und ist um ein Vielfaches höher als bei mechanischen Scheibenbremsen. Hydraulische Scheibenbremsen bieten dem Radfahrer eine optimale Dosierbarkeit der Bremsleistung, wobei die benötigte Fingerkraft geringer ist. Ein weiterer Vorteil ist die Witterungsbeständigkeit und die gleichbleibende Bremsleistung bei jeder Wetterlage.
Hydraulische Scheibenbremsen sollten jährlich gelüftet und mit Flüssigkeit aufgefüllt werden. Verwenden Sie hierfür das von Ihrem Fahrradhersteller empfohlene Öl.
Vor- und Nachteile von mechanischen- und hydraulischen Scheibenbremsen:
Vorteile mechanischer Scheibenbremsen
- Sehr zuverlässig
- Leichte Wartung
- Felgen werden auch bei Unwucht nicht abgeschliffen
- Erhitzen sich bei langen Abfahrten nicht
- Auch bei dicken Reifen einsetzbar
Nachteile mechanischer Scheibenbremsen
- Bremskörper bietet geringere Kraftübertragung im Vergleich zu hydraulischen Scheibenbremsen
- Abnutzung des Bremsklotzes
Vorteile hydraulischer Scheibenbremsen
- Starke Bremsleistung
- Gegen Umwelteinflüsse geschützt
- Gleicht Abnutzung von Bremsbelägen automatisch aus
Nachteile hydraulischer Scheibenbremsen
- Anspruchsvolle Wartung und Pflege
3. Bremsscheiben – Verschiedene Varianten und Größen
Scheibenbremsen sind überwiegend aus Edelstahl gefertigt und unterscheiden sich in Hinblick auf Design sowie Größe.
Der Umfang der Bremsscheibe bestimmt die Leistung der Bremsanlage. Hierbei gilt, je größer die Bremsscheibe, desto höher ist die Bremsleistung. Gleichzeitig bedeuten große Scheibenbremsen mehr Gewicht, wodurch sie nicht mit allen Federgabeln und jedem Fahrrad kompatibel sind.
Ihre Scheibenbremsen können Sie auf zwei Arten an der Radachse befestigen: Das IS2000 System (meistens als Sechs-Lochsystem oder Six-Bolt bezeichnet) und die Centerlock-Befestigung von Shimano sind im Handel erhältlich.
Sechs-Lochsystem (links) und Centerlock (rechts) im Vergleich.
Sechs-Lochsysteme sind an den meisten Rädern installiert und bestehen aus einer einfachen Konstruktion. Die Mitte ist mit sechs Ösen versehen, worüber die Scheibe an der Nabe anmontiert wird. Zwar ist die Befestigung der sechs Schrauben aufwendiger, allerdings kann diese mit einem herkömmlichen M5- Torxschraubendreher vorgenommen werden.
Shimano Centerlock-Befestigungen erkennen Sie an dem zentrierten Sicherungsring. Der Vorteil dieser Vorrichtung ist die einfache Montage der Bremsscheibe. Nachteilig ist hingegen, dass dafür Spezialwerkzeug erworben werden muss.






































