
Champagner - der König der Schaumweine
Der Champagner gilt als König unter den Schaumweinen, was insbesondere an den strengen Auflagen liegt, die er erfüllen muss. Doch was genau macht den Champagner so besonders? In diesem Ratgeber erfahren Sie Details über die Geschichte dieses besonderen Sekts. Darüber hinaus erklären wir Ihnen, wie Champagner produziert wird und welche Qualitätsanforderungen er erfüllen muss.
1. Geschichte des Champagners
Die Herstellungsmethode des Champagners wurde zufällig entdeckt: Französische Winzer füllten ihren Wein für den Export nach England in Flaschen ab. Dabei kam es innerhalb der Flaschen zu einer zweiten, ungewollten Gärung und die dabei entstehende Kohlensäure blieb im Wein zurück. Auf diese Weise entstand sozusagen die „Urform“ des Champagners.
Der Moët gehört zu den bekanntesten Champagnern.
Der französische Benediktinermönch Dom Pérignon (ursprünglich Pierre Pérignon) entwickelte später eine kontrollierte zweite Gärung (Méthode Champenoise) durch Zugabe einer Zucker-Hefe-Mischung, die als Tirage bezeichnet wird.
Méthode Champenoise
Die Champagnerherstellung erfolgt mit der Méthode Champenoise. Dabei wird ein fertig vergorener Wein mit der sogenannten Tirage (auch als Fülldosage bezeichnet) versetzt. Diese Mischung aus Hefe und Zucker setzt einen zweiten Gärprozess in Gang, der innerhalb der Champagnerflasche stattfindet. Die dabei entstehende Kohlensäure bleibt im Endprodukt enthalten und sorgt für das typische Prickeln des Champagners.
2. Kriterien und Anforderungen
Neben Champagner werden auch an Sekt, Winzersekt und Crémant hohe Qualitätsansprüche gestellt. Die wichtigsten Kriterien für die Produktion dieser Schaumweine können Sie der folgenden Tabelle entnehmen:
Sekt
- Tatsächlich vorhandener Alkohol mind. 10 Vol.-%
- CO2.Überdruck in der Flasche mind. 3,5 bar
- Max. 185 g geschwefelte Säure pro Liter
Qualitätsschaumwein
- Spezielle Sekt-Art
- Nur aus Bukettrebsorten produziert
Qualitätsschaumwein mit geschützter Ursprungsbezeichnung
- Trauben zu 100 % aus der genannten Region
- Deutsches Pendant zu französischem Crémant
- Trauben zu 100 % vom genannten Winzer
Winzersekt
- Deutsches Pendant zu französischem Crémant
- Trauben zu 100 % vom genannten Winzer
Crémant
- Handlese der Trauben
- Festgelegter max. Zuckergehalt
- Geschmacksprobe vorgeschrieben
Bereits seit dem 19. Jahrhundert ist vorgeschrieben, dass nur Schaumwein, der in der Champagne produziert wurde, den Namen Champagner tragen darf. Das Anbaugebiet, welches eine Fläche von rund 34.000 Hektar beträgt, ist dabei genau definiert und seine Grenzen seit dem 22. Juli 1927 festgelegt.
Seit 2015 zählt das Weinanbaugebiet Champagne zum UNESCO Weltkulturerbe.
Champagner Veuve Clicquot Ponsardin
Weitere Produktionsvorgaben von Champagner umfassen insbesondere:
- Ernte von Hand
- Reduzierte Ertragsmenge
- Enge Bestockung im Weinberg
- Aus 160 kg Trauben max. 102 l Saft pressen (meist weniger)
- Zu verwendende Rebsorten (hauptsächlich Chardonnay, Pinot Meunier (Schwarzriesling), Pinot Noir (Spätburgunder))
- Wein muss im Holzfass ausgebaut werden
Weitere interessante Informationen haben wir für Sie in unseren Ratgebern über Schaumwein, Sekt und Prosecco zusammengefasst.
3. Angebotener Geschmack und Flaschen-Größen
Champagner wird in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen angeboten. Diese sind von der Süße abhängig, welche wiederum auf der verwendeten Dosage basiert. Die Dosage wird dem Champagner vor dem endgültigen Verschließen der Flasche zugefügt. Diese Mischung aus Wein und Zucker ist für die Süße und den damit einhergehenden Geschmack des Endprodukts verantwortlich.
Sektkühler eignen sich auch ideal für Champagner.
Bezeichnungen und Zuckergehalt der Dosage:
- brut integral, ultra brut: Dosage ohne Zucker
- brut nature: Zuckergehalt unter 3 g/l
- extra brut: 0 – 6 g/l
- brut: unter 12 g/l
- extra dry: 12 – 17 g/l
- sec: 17 – 32 g/l
- demi-sec: 32 – 50 g/l
- doux: über 50 g/l
Darüber hinaus wird Champagner in unterschiedlichen Flaschen angeboten. Bei einigen Größen handelt es sich um (teils einmalige) Sonderanfertigungen für besondere Anlässe wie beispielsweise Schiffstaufen:
| Flaschengröße in Litern | Bezeichnung |
|---|---|
| 0,2 | Quart/Piccolo |
| 0,375 | Demi/Fillette |
| 0,75 | Imperial |
| 1,5 | Magnum |
| 3 | Jeroboam/Doppelmagnum |
| 4,5 | Rehoboam |
| 6 | Methusalem/Impériale |
| 9 | Salmanazar |
| 12 | Balthazar |
| 15 | Nebukadnezar |
| 18 | Melchior/Goliath |
| 26,25 | Souverain/Sovereign |
| 27 | Primat |
| 30 | Melchisedech/Midas |
4. FAQ
Gibt es Champagner aus Deutschland?
Nein, es gibt keinen deutschen Champagner. Champagner ist immer französisch, da er nur in der Region Champagne erzeugt werden darf. Andernfalls darf er nicht als Champagner bezeichnet werden. Ein deutscher Sekt, der dem Champagner in Qualität und Geschmack am nächsten kommt, ist der sogenannte Winzersekt.
Was macht Champagner so besonders?
Champagner ist eine spezielle Art des Schaumweins und muss besondere Qualitätskriterien erfüllen. So darf er beispielsweise nur aus Trauben der Champagne und innerhalb der Region selbst hergestellt werden.
Kann Champagner schlecht werden?
Champagner kann durch zusätzliche Lagerung nach dem Kauf an Aromen gewinnen und seinen Geschmack weiter ausbauen. Allerdings sollten Sie insbesondere geöffnete Flaschen kühl, dunkel und gut verschlossen lagern. So tritt innerhalb von 24 Stunden nur ein geringer Geschmacksverlust ein.




































