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Boxsäcke für ein effizientes Training
1. Die unterschiedlichen Boxsack-Arten und ihre Einsatzzwecke
Wer sich bereits intensiver mit dem Boxen als Sportart auseinandergesetzt hat, weiß, dass es nicht nur zahlreiche Punkte bei der Auswahl von Boxhandschuhen zu beachten gibt: Auch die verschiedenen Boxsäcke sind auf bestimmte Einsatzzwecke ausgerichtet und unterscheiden sich unter anderem in der Art der Platzierung. Welche Varianten es genau gibt, zeigen wir Ihnen im Folgenden:
Standboxsack

Wie der Name bereits vermuten lässt, werden Standboxsäcke aufgestellt, anstatt sie aufzuhängen. Diese Variante ist vor allem in Mietwohnungen zu bevorzugen, da nicht immer Bohrungen an der Decke durchgeführt werden dürfen. Bei der Wahl eines Standboxsackes kommt es in erster Linie auf die Statur des Trainierenden an. So sollten Sie zu Ihrer Körpergröße mindestens zehn Zentimeter hinzuaddieren, um die ideale Höhe für Ihren Boxsack zu erhalten. Zudem sollte er einen Mindestdurchmesser von 35 Zentimetern aufweisen, damit Sie Ihre Schlagtechniken richtig ausüben können. Der Standfuß wird in der Regel mit Wasser oder Sand gefüllt und sollte ein Gewicht von 65 Kilogramm oder mehr aufweisen, um einen sicheren Stand bei Schlägen zu gewährleisten.
Hängender Boxsack

Hängende Boxsäcke werden mit Halterungen an der Decke oder mithilfe eines Auslegerarms an der Wand angebracht. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn die Bausubstanz Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung eine feste und damit auch sichere Montage zulässt. Wenn Sie zur Miete wohnen, ist außerdem vorab mit Ihrem Vermieter/Ihrer Vermieterin zu klären, ob Bohrungen an der Decke durchgeführt werden dürfen. Was das Gewicht des Boxsacks anbelangt, sollten Erwachsene zu mindestens 30 Kilogramm schweren Varianten greifen. Da jedoch auch deutlich schwerere Ausführungen erhältlich sind, fällt die Wahl des richtigen Boxsacks nicht leicht.
Grundsätzlich sollten Sie sich merken, dass
der Boxsack nicht zu schwer,
aber auch nicht zu leicht
ausfallen darf. Dies liegt vorrangig daran, dass sich das Schwingungsverhalten nach dem Gewicht des Boxsacks richtet. Es gilt demnach darauf zu achten, dass sich der Boxsack bei Schlägen nicht zu stark bewegt, andererseits jedoch auch nicht zu wenig nachgibt. Boxer, die bereits sehr gut trainiert sind, können auf eine Ausführung zurückgreifen, die etwa 65 Prozent des eigenen Körpergewichts ausmacht. Anfänger sollten hingegen mit 40 bis 45 Prozent starten und sich langsam steigern. Um die Schläge korrekt ausführen zu können, sollte der Boxsack mindestens 35 Zentimeter breit sein.
Boxdummys

Boxdummys sorgen aufgrund ihrer Beschaffenheit dafür, dass das Training sehr realistisch ausfällt. Aufgrund des Boxkörpers, der den menschlichen Torso abbildet, können Sie exakt die jeweiligen Stellen anvisieren, die Sie treffen möchten. Durch das Training an einem Boxdummy kann die Schlaggenauigkeit dementsprechend erheblich verbessert werden. Boxdummys können in der Regel in der Größe verstellt werden und wiegen durchschnittlich um die 150 Kilogramm. Der Standfuß kann wie bei einem klassischen Standboxsack mit Wasser oder Sand befüllt werden.
Boxbirne

Mit einer Boxbirne können Sie in erster Linie Ihre Schnelligkeit trainieren. Da sie nach dem Schlag wieder zurückfedert, ist Ihre zügige Reaktion gefordert. Weil es beim Boxen auch auf schnelle Schlagabfolgen und den Rhythmus ankommt, ist das Training mit der Boxbirne entsprechend effektiv. Sie wird mithilfe eines Gestells an der Wand befestigt. Zudem wird ein Metallwirbel angebracht, der uneingeschränkte Bewegungen und eine sichere Fixierung des Boxsacks gewährleistet.
Punchingball

Der Punchingball ist das stehende Pendant zur Boxbirne. Aufgrund seines Standfußes entfällt eine Wandmontage. Da in diesem Fall jedoch auch keine Platte montiert wird, federt der Boxsack nicht gleichermaßen schnell zurück. Der Punchingball eignet sich jedoch gut dazu, das Ausweichen vor dem Gegner zu üben.
Doppelendball

Ein Doppelendball ist im Vergleich zu den anderen Boxsack-Varianten deutlich weniger verbreitet, sichert aber ebenfalls ein effektives Training. Er wird mittels zweier Seile an der Decke und im Boden befestigt. Nach dem Schlag gelangt der Boxsack wieder zurück zum Trainierenden: Wie stark das Zurückfedern ausfällt, hängt dabei maßgeblich davon ab, wie stark das Seil gespannt wird. Der Doppelendball weist in der Regel einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern auf und kann aufgrund der flexibel einstellbaren Gummiseile auf die richtige Position gebracht werden, sodass Sie Schläge ideal ausführen können.
2. Die Füllung eines Boxsacks
Grundsätzlich können für die Füllung eines Boxsacks unterschiedliche Materialien verwendet werden: Kunststoff-/Korkgranulate, Textilreste, Mais oder Sand. Allerdings sind nicht alle davon uneingeschränkt empfehlenswert, da die Verletzungsgefahr bisweilen recht hoch ist und gegebenenfalls Schimmelgefahr besteht. Im Folgenden stellen wir Ihnen die einzelnen Varianten genauer vor.
Die ideale Lösung stellen Kunststoff- und Korkgranulate dar, da sie nicht schimmeln und gute Abfederungseigenschaften aufweisen. Auf diese Weise werden Ihre Gelenke nicht unnötig stark beansprucht.
Darüber hinaus sind folgende Materialien für die Füllung von Boxsäcken im Einsatz:
- Stoffreste: Da mit Stoffresten gefüllte Boxsäcke verhältnismäßig viel nachgeben, hält sich die Belastung Ihrer Gelenke in Grenzen. Allerdings sollte die von Ihnen gewählte Boxsack-Variante groß ausfallen, um ein gewisses Grundgewicht durch die Füllung zu erreichen. Andernfalls ist der Boxsack zu leicht, sodass er bei jedem Schlag zu viel nachgibt und dementsprechend weit hin und her pendelt.
- Mais: Bei einer Füllung bestehend aus Mais wird der Boxsack sehr schwer. Außerdem nimmt er verhältnismäßig viel Feuchtigkeit auf, sodass die Gefahr besteht, dass er zu schimmeln beginnt.
- Sand: Von einer Füllung aus Sand für Ihren Boxsack sollten Sie gänzlich absehen. Diese Varianten fallen viel zu hart aus und bergen eine hohe Verletzungsgefahr.
Bedenken Sie: Wenn Sie Ihren Boxsack selbstständig befüllen, sollten Sie das Füllmaterial bei jeder neuen Schicht immer ein wenig andrücken, um eine größere Menge in den Innenraum zu bekommen. Grund dafür ist, dass sich das Füllmaterial nach einer gewissen Zeit unten absetzt. Für diesen Fall lohnt es sich außerdem immer, ein wenig von dem Material übrig zu lassen, um den Boxsack zu einem späteren Zeitpunkt gegebenenfalls auffüllen zu können.
3. Montage eines hängenden Boxsacks
Damit Ihr Boxsack sicher und an der richtigen Stelle hängt, sind einige Punkte bei der Montage zu beachten:
- Befestigen Sie Ihren Boxsack ausschließlich an Decken und Wänden aus massivem Material. Beton oder Stahlträger bieten sich hierfür besonders gut an. Rigips- oder Lehmwände sind hingegen nicht geeignet.
- Legen Sie Dübel und dazu passende Schrauben bereit. Beachten Sie dabei jederzeit, welches Maximalgewicht diese tragen können, und halten Sie sich strikt daran.
- Sollten Sie Ihren Boxsack an der Wand anbringen wollen, ist ein langer Ausleger zu wählen, um ein Training rund um den Boxsack herum zu ermöglichen.
- Auf welcher Höhe der Boxsack angebracht werden soll, hängt maßgeblich von Ihrem Einsatzzweck ab. Eine Seite des Boxsacks sollte etwa zehn Zentimeter über Ihrem Kopf enden, wenn Sie ein klassisches Boxtraining durchführen. Varianten, die Sie für das Kickboxen nutzen möchten, sollten verhältnismäßig lang sein (etwa 180 Zentimeter), damit Sie auch Ihre Beine einsetzen können.
4. Training am Boxsack
Das Boxen zählt zu den effektivsten Sportarten überhaupt, was nicht zuletzt daran liegt, dass mehrere Bereiche gleichzeitig trainiert werden: Reaktions-, Ausdauer-, Koordinations- und Kraftübungen sind wichtige Bestandteile des Trainings. Neben einem hohen Kalorienverbrauch zählen der Muskelaufbau und das Training der Schnelligkeit zu den Vorteilen/Effekten des Boxtrainings. Darüber hinaus wirkt das Schlagen auf den Boxsack befreiend und bietet die Möglichkeit, angestauten Frust loszuwerden.
Wichtige Tipps zum Training mit einem Boxsack zuhause:
- Verwenden Sie für Ihr Training jederzeit Boxbandagen und Boxhandschuhe, um die Verletzungsgefahr so gering wie möglich zu halten.
- Vor dem Training am Boxsack sollten Sie sich ausgiebig aufwärmen. Besonders effektiv ist dabei beispielsweise Seilspringen.
- Nehmen Sie stets die typische Boxerstellung ein. Hierbei stehen die Beine leicht hintereinander: Das Bein auf der Seite Ihrer Schlaghand ist dasjenige, welches nach hinten versetzt werden muss. Die Füße sollten in etwa schulterbreit stehen. Befinden sie sich zu weit auseinander, was vor allem bei Anfängern häufig der Fall ist, kostet es zu viel Kraft. Zudem wirkt es sich zu Lasten der Schnelligkeit und Beweglichkeit aus.
- Verlagern Sie Ihr Gewicht jederzeit auf die Zehenspitzen. Dadurch bleiben Sie beweglich und können zügig reagieren.
- Vergessen Sie niemals die Deckung durch Ihre Hände: Zwar ist dies beim Training mit einem Boxsack nicht relevant, allerdings sollte die Haltung nahezu automatisiert erfolgen, damit Sie diese auch bei Partnerübungen gekonnt einsetzen können.
- Strecken Sie die Ellbogen bei Schlägen niemals vollkommen durch.
- Variieren Sie zwischen geraden Schlägen, Aufwärts- und Seitwärtshaken. Dadurch stellen Sie ein abwechslungsreiches Training sicher und geraten nicht aus der Übung.
Wie Sie richtig am Sandsack trainieren, wird Ihnen noch einmal in diesem Video veranschaulicht:
4. FAQ
Welcher Boxsack ist für Kinder geeignet?
Boxsäcke für Erwachsene sind für Kinder in der Regel zu robust, sodass Schläge ein erhöhtes Verletzungsrisiko bergen. Dementsprechend sind spezielle Boxsäcke für Kinder zu bevorzugen, die ein Gewicht von fünf bis zehn Kilogramm nicht überschreiten. Zudem sollte er im Idealfall in der Höhe verstellbar sein, damit die Nutzung über mehrere Jahre hinweg gewährleistet ist.
Gibt es Boxsack-Sets zu kaufen?
Ja, Boxsack-Sets sind erhältlich und eignen sich vor allem für Einsteiger, da die einzelnen Bestandteile perfekt auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind. In der Regel sind Bandagen, weich gepolsterte Boxhandschuhe und ein Boxsack im Set enthalten.
Wie viel Kilogramm sollte ein Boxsack wiegen?
Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, da es zum einen auf die Art des Boxsacks ankommt, aber auch auf Ihre Statur. Während Kinder mit einem Boxsack zwischen fünf und zehn Kilogramm gut arbeiten können, ist für Erwachsene ein weit höheres Gewicht notwendig, um ein effizientes Training gewährleisten zu können. Standboxsäcke sollten mindestens 65 Kilogramm wiegen, während hängende Varianten 30 Kilogramm oder mehr aufweisen sollten.
Kann ich am Boxsack ohne Handschuhe trainieren?
Bis heute hält sich das Gerücht, dass das Boxen ohne Handschutz der Abhärtung diene und effizient sei. Es ist jedoch das genaue Gegenteil der Fall: Ohne Boxbandagen und -handschuhe riskieren Sie Verletzungen. Sowohl die Handoberflächen als auch die Gelenke können in Mitleidenschaft gezogen werden, was das Training schmerzhaft macht und zu einer schlechteren technischen Ausübung führt.

































