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Sträucher und Bäume
Ob als ertragreiche Nutzpflanzen oder als Zierde im Beet: Bäume und Sträucher bieten langanhaltende Freude. Erfahre in diesem Ratgeber Wissenswertes über die beliebtesten Pflanzen für deinen Garten.
1. Sträucher und Bäume – Vorteile für den heimischen Garten
Sträucher und Bäume vervollständigen neben Blumen und Stauden sowie Rasen die Gestaltung deines Gartens. Du findest sowohl früchtetragende Nutzpflanzen als auch dekorative Arten, die durch Blüten oder besondere Blätter auffallen. In Kapitel 2 dieses Ratgebers erfährst du mehr über beliebte Arten von Sträuchern und Bäumen.
Bäume weisen einen durchgehenden Hauptstamm auf, während Sträucher aus mehreren dünnen verholzten Ästen bestehen. Einige Bäume werden so kultiviert, dass sie als Strauch wachsen, etwa Haselnusssträucher. Hingegen lassen sich einige Sträucher mit dem richtigen Schnitt zum Hochstämmchen beziehungsweise Kleinbaum erziehen . Bäume sind in der Regel höher als Sträucher und müssen häufig dauerhaft verpflanzt werden, da der Platz im Blumentopf nicht genügt.
Sträucher und Bäume besitzen vielfältige Vorteile:
- Obstbäume und Obststräucher ermöglichen dir die Ernte eigener Früchte.
- Zierpflanzen sind ein Blickfang im Garten.
- Bäume und größere Sträucher fungieren nicht nur als Sichtschutz zum Nachbarsgrundstück, sie sind auch ein geeigneter Windschutz.
- Die Gewächse bieten wichtigen Lebensraum und Schutz für Insekten und kleine Tiere, etwa Vögel.
- Hohe und dichte Pflanzen spenden Schatten im Sommer.
Im Gegensatz zu Sträuchern verholzen die krautigen Stauden nicht oder nur wenig. In der Regel sterben die oberirdischen Pflanzenteile nach jeder Vegetationsperiode ab und treiben im Frühjahr wieder aus. Bei den auch als Gehölze oder Gebüsch bezeichneten Sträuchern verholzen die Sprossachsen vollständig. Es handelt sich in beiden Fällen um mehrjährige Pflanzen.
Da Bäume und Sträucher langfristig Teil deines Gartens werden, solltest du mehrere Kriterien in Betracht ziehen: Die Art der Pflanze , das Platzangebot sowie den Aufwand für Pflanzung und Pflege.
2. Arten von Bäumen und Sträuchern
Bei der Wahl eines geeigneten Gehölzes steht dir ein großes Sortiment von Zier- und Nutzpflanzen zur Verfügung. Aus folgenden Kategorien kannst du die passende Pflanze für dich auswählen:
- Obstbäume, Obststräucher und Beerensträucher
- Nussbäume und Nusssträucher
- Zierbäume und Ziersträucher
- Weitere Nadel- und Laubbäume
Neben der Frage, ob du eine Zier- oder Nutzpflanze beziehungsweise einen Laub- oder Nadelbaum wählst, solltest du das vorhandene Platzangebot in deinem Garten beachten. In den folgenden Unterkapiteln erfährst du, welche Arten von Sträuchern und Bäumen zur Auswahl stehen.
An immergrünen Sträuchern und Bäumen kannst du dich in jeder Jahreszeit erfreuen. Zu den gängigen Arten gehören die meisten Nadelbäume, aber auch eine Vielzahl an Laubbäumen.
Die landesspezifischen Vorschriften sehen unterschiedliche Grenzabstände für Bäume und Sträucher vor, die je nach Größe der Pflanzen variieren. Wenn du ein Gehölz am Rand deines Grundstücks pflanzen möchtest, solltest du die entsprechenden Gesetze in deinem Bundesland beachten.
2.1 Sträucher
Da Sträucher – mit Ausnahme von Großsträuchern – weniger Fläche beanspruchen, sind sie bei einem geringen Platzangebot die richtige Wahl. Die Pflanzen können nach ihrer Größe sowie nach ihrer Wuchsform wie folgt unterschieden werden:
Bodendeckende Sträucher
Sogenannte Bodendecker ranken breit über den Boden und erreichen eine geringe Wuchshöhe. Die immergrünen oder blütenreichen Exemplare stellen eine Alternative zu Rasenflächen und einen Schutz vor Unkraut dar.
Das Kleinblättrige Immergrün erreicht eine Breite von bis zu 30 Zentimentern.
- Kriechspindel
- Kleinblättriges Immergrün & Großblättriges Immergrün
- Fingerstrauch
- Zwergspiere
- Kriechmispel
Kleine und mittelhohe Sträucher
Ob höhere Bodendecker oder niedrige Hecken: Kleine und mittelhohe Gehölze sind platzsparende Pflanzen. Arten mit einer Wuchshöhe unter zwei Metern eignen sich ideal als Kübel- oder Topfpflanzen für die Terrasse. Diese Gehölze werden oft als Zwergsträucher bezeichnet. Mittelhohe Sträucher – häufig auch Kleinsträucher genannt – erreichen Höhen von zwei bis vier Metern.
Bauernhortensien können als Hecke genutzt werden.
- (Zwerg-)Hortensien
- Zwergflieder
- Zaubernuss
- Harlekinweide
Klettersträucher
Klettersträucher verfügen über schnellwachsende Ranken, die im Laufe der Zeit verholzen können. Die Kletterpflanzen verschönern Hauswände, Zäune und Mauern. Doch auch im Blumentopf mit passendem Spalier, am Rosenbogen oder an der Pergola sind sie ein Blickfang. Unter den Klettersträuchern findest du auch obsttragende Pflanzen, etwa die Weinrebe oder Beerensträucher wie Brombeeren, Blaubeeren oder Himbeeren.
Die winterharte Trompetenblume versprüht mediterranes Flair.
- Geißblatt
- Echter Jasmin
- Kletterrose
- Bougainvillea/Drillingsblume
- Trompetenblume
- Blauregen
Heckensträucher
Eine Hecke kann dazu genutzt werden, bestimmte Bereiche des Gartens zu umzäunen beziehungsweise zwei Grundstücke zu trennen. Sogenannte Heckensträucher eignen sich durch ihren dichten Wuchs besonders gut für diesen Zweck. Um eine Hecke anzulegen, werden zwischen zwei und fünf Pflanzen pro Meter gepflanzt. Beachte die Gesamthöhe der Sträucher, wenn diese als Sichtschutz fungieren sollen.
Von Juli bis September schmücken die Blüten dieser pflegeleichten Hibiskus-Hecke den Garten.
- Buchsbaum
- Kirschlorbeer
- Glanzmispel
- Liguster
- Hibiskus
Großsträucher
Mit einer Wuchshöhe von vier bis zehn Metern stellen sogenannte Großsträucher einen Hausbaum-Ersatz dar. Da die Pflanzen schon in Bodennähe verzweigen, bieten Großsträucher einen besonders guten Sichtschutz.
Die wegen ihrer Blütenpracht beliebte Felsenbirne erreicht Höhen von acht Metern.
- Felsenbirne
- Judasbaum
- Tulpenmagnolie
- Hartriegel
- Flieder
Ziersträucher
Ziersträucher überzeugen durch ansehnliche oder duftende Blüten, durch besondere Blätter oder eine beeindruckende Laubfärbung im Herbst. Bei der Wahl eines Zierstrauches kannst du zwischen frühlingsblühenden, sommerblühenden, herbstblühenden sowie winterblühenden Sträuchern wählen. Beachte die Blütendauer: Einige Arten wie Hibiskus, Hortensien oder der Winterschneeball tragen bis zu fünf Monate lang Blüten. Damit gelten viele Ziersträucher als bienenfreundlich.
Die Forsythie zeigt ihre leuchtend gelben Blüten ab Mitte März.
- Forsythie
- Pfingstrosenstrauch
- Rhododendron
- Hibiskus
- Hortensien
- Winterschneeball
2.2 Bäume
Vor dem Pflanzen eines Baumes solltest du beachten, welche Gesamthöhe und -breite dieser erreicht. Bei der Wahl eines geeigneten Gehölzes spielt auch die Wuchsform eine entscheidende Rolle. Folgende Unterteilung gibt dir hilfreiche Anhaltspunkte:
Großbäume wie Kastanien, Eichen, Buchen oder Linden erreichen eine Höhe von 20 bis 30 Metern und eignen sich daher in der Regel nicht für den Garten.
Kübelbäume
Die kleinsten Arten können in Blumenkübeln gepflanzt werden und so flexibel auf Balkon oder Terrasse zum Einsatz kommen. Ein weiterer Vorteil ist, dass frostempfindliche Pflanzen im Haus überwintern können.
Als Kübelpflanze eignen sich auch Bonsais. Die kleinen Bäume kannst du entweder durch einen bestimmten Zuschnitt der Äste und Wurzeln selbst zum Bonsai erziehen oder du wählst ein Zuchtexemplar.
In der Regel überschreiten Feigenbäume eine Höhe von vier Metern nicht.
- Engelstrompete
- Mini-Zierkirsche
- Japanische Ahorne
- Stern-Magnolie
- Feigen
Kugelbäume
Als Kugelbäume werden speziell gezüchtete Gehölze mit runden Kronen bezeichnet. Die Formgehölze zählen zu den beliebtesten Hausbäumen: Sie spenden Schatten, sind optisch ansprechend und gelten als pflegeleicht. In der Regel handelt es sich um speziell gezüchtete Arten. Häufig lassen sich aber auch die Kronen von Laubbäumen mit einer Gartenschere zu einer Kugel formen.
Dieser Kugel-Ahorn ist ein beliebter Nistplatz für Vögel.
- Kugel-Trompetenbaum
- Kugel-Ginko
- Kugel-Ahorn
Säulenbäume und Spalierobst
Die Äste von sogenannten Säulenbäumen wachsen vertikal in die Höhe. Durch ihr schlankes Erscheinungsbild stellen sie eine platzsparende Möglichkeit der Gartenbepflanzung dar und ermöglichen einen Lichteinfall. Diese Art der Pflanzen kann auch als Hecke dienen. Beliebt ist vor allem Säulenobst, auch Spalierobst genannt.
Ertragreiches Säulenobst erreicht Wuchshöhen zwischen zwei und vier Metern.
- Japanische Säulenkirsche
- Säulen-Hainbuche
- Säulen-Apfel
- Säulen-Kirsche
- Säulen-Birne
- Säulen-Zwetschgen
Obst- und Nussbäume
Einige Bäume ermöglichen dir die Ernte von eigenem Obst oder Nüssen. Damit die Früchte reifen können, benötigen die Pflanzen in der Regel einen sonnigen Standort. Platzsparende Alternativen sind Obstspaliere und Obststräucher.
Im Juli lassen sich die Früchte dieses Aprikosenbaums ernten.
- Apfelbäume
- Aprikosenbäume
- Zitronenbäume
- Maulbeerbäume
- Walnussbäume
- Mandelbäume
Nadelbäume
Neben Laubgehölzen kannst du immergrüne Nadelbäume beziehungsweise Koniferen für deinen Garten wählen. Viele dieser Pflanzen kannst du in der platzsparenden Zwergform oder Säulenform erwerben. Säulenförmige Arten eignen sich besonders gut für eine Nadelhecke.
Die europäischen Eiben können in Einzelstellung oder in Form einer Hecke gepflanzt werden.
- Scheinzypresse
- Kiefer
- Europäische Eibe
- Zwergfichte
Zierbäume
Wie die Ziersträucher sind auch Zierbäume durch ihre Blüten, ihren Duft, ihre Blattform oder ihre Laubfärbung besonders attraktive Gartenpflanzen. Beachte, dass Dauer und Zeitpunkt der Blüte bei den unterschiedlichen Gehölzen variieren. Die Größen der Pflanzen reicht von Kübelpflanzen bis hin zu großen Gehölzen. Ein großer Zierbaum, welcher mittig im Garten platziert wird, eignet sich als Solitärpflanze.
Leuchtend gelb bis intensiv rot: Die Laubfärbungen des Japanischen Ahorns sind eine Zierde im Garten.
- Ginko
- Ahorn
- Magnolien
- Japanische Nelkenkirsche
- Japanische Zierkirsche
- Zierapfelbäume
3. Pflanzung und Pflege
In diesem Kapitel erfährst du, was du im Allgemeinen bei der Pflanzung und Pflege von Bäumen und Sträuchern beachten solltest. Einzelne Pflanzen haben möglicherweise besondere Ansprüche – informiere dich am besten, welche speziellen Vorkehrungen du für dein gewähltes Gehölze treffen musst.
Folgende Aspekte solltest du beachten, damit deine Pflanze kräftig wächst:
Pflanzzeit
Da Gehölze nicht in einen frostigen oder zu trockenen Boden eingepflanzt werden sollten, bieten sich Herbst und Frühling als Pflanzzeit für Bäume und Sträucher an. Frostempfindliche Pflanzen sollten im Frühjahr gepflanzt werden, um ausreichend Zeit für die Wurzelbildung zu haben.
Standort
Sonnig, halbschattig oder schattig – Beachte, welchen Standort deine gewählten Gehölze benötigen. Du solltest darauf achten, einen Pflanzort zu wählen, der nicht zu nah an Terrasse oder Gehwegen liegt, damit die Wurzeln keine Schäden verursachen. Gerade bei großen und dichten Arten solltest du außerdem den Schattenfall des Baumes beachten.
Boden
Damit die Wurzeln der Pflanzen festwachsen können, ist eine geeignete Bodenstruktur von großer Bedeutung. Um die Aufnahme von Nährstoffen zu unterstützen und Staunässe oder Trockenheit zu vermeiden, bedarf es einen durchlässigen Boden.
Um das Austrocknen der Wurzeln vor dem Einpflanzen zu vermeiden, kannst du den Ballen mit Erde abdecken oder in ein feuchtes Tuch einwickeln.
Sobald die Grundvoraussetzungen erfüllt sind, kannst du mit dem Pflanzvorgang starten:
- Zunächst muss ein Loch ausgehoben werden, das circa eineinhalb bis zweimal so tief und breit ist wie der Wurzelballen.
- Die umliegende Erde sollte gelockert und von Steinen und Unkraut befreit werden.
- Nach dem Einsetzen der Pflanze füllst du das Loch mit Erde auf. Gegebenenfalls kannst du eine Schicht Kies oder Sand einarbeiten, um die Erde aufzulockern.
- Die Erde wird daraufhin gegossen und leicht angedrückt.
- Damit das junge Gehölz ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird, kannst du etwas Humus oder Kompost auf den Boden unter dieses geben.
Bei jungen Bäumen kann es außerdem hilfreich sein, einen Stock als Stütze mit einzupflanzen.
In der Regel weisen junge Bäume und Sträucher kein hohes Gewicht auf, sodass du diese einfach verpflanzen kannst. Erwirbst du ältere Pflanzen, kann eine Schubkarre ein praktisches Hilfsmittel sein.
Damit sich deine Pflanzen gut entwickeln, solltest du allgemeine Pflegeanweisungen beachten:
In Trockenperioden ist regelmäßiges und maßvolles Gießen wichtig. Dies ist vor allem bei jungen Gehölzen von Bedeutung, die im Frühjahr gepflanzt werden.
Ein Rückschnitt beziehungsweise Verjüngungsschnitt kann das Wachstum und die Blühleistung des Gehölzes verbessern. Häufig ist es außerdem notwendig, die Pflanzen aus optischen Gründen in Form zu bringen. Gartenscheren und elektrische Heckenscheren sind dabei nützliches Zubehör.
Welchen Dünger du verwenden solltest, ist von der Art der Pflanze abhängig. So brauchen Nadelgehölze beispielsweise andere Nährstoffe als Laubgehölze.
Der Wurzelbereich frostempfindlicher Pflanzen sollte in der kalten Jahreszeit mit Mulch oder Laub bedeckt werden. Ein Kälteschutz aus Vlies oder Sackleinen kann außerdem notwendig sein.
Einige Pflanzenarten vertragen Trockenheit besser und müssen dementsprechend weniger häufig gegossen werden. Hitzeresistente Sträucher und Bäume sind beispielsweise folgende:
- Echte Mispel
- Apfelrose
- Blauraute
- Feldahorn
- Maulbeere
4. FAQ
Wie werden Bäume und Sträucher richtig gepflanzt?
Zunächst sollte der Boden von Steinen und Unkraut befreit und gegebenenfalls mit Kies oder Sand aufgelockert werden. Das Pflanzloch sollte circa eineinhalb bis doppelt so groß wie der Wurzelballen sein. Das Loch wird daraufhin mit Erde aufgefüllt. Diese wird abschließend leicht angedrückt und gegossen.
Welche Bäume und Sträucher eignen sich als Hecke?
Als niedrige bis hohe Hecken eignen sich Laub- und Nadelgehölze. Insbesondere Säulenbäume sind aufgrund ihrer Wuchsform für Hecken geeignet.
Welche Bäume und Sträucher eignen sich für einen Ziergarten?
Beliebte Ziersträucher und -bäume sind Zierkirschen, Ahorn, Ginko, Magnolie, Forsythie sowie Hibiskus. Zierpflanzen fallen durch ihre Blüten, ihren Duft, ihre Blattform oder ihre Laubfärbung auf.



































