
Der Fernglas Ratgeber für den richtigen Durchblick
Ein Fernglas ermöglicht es Ihnen, weit entfernte Objekte zu vergrößern und genau zu betrachten. Das praktische Hilfsmittel kommt meist in der Natur zum Einsatz, wo es dem Beobachten von Flora und Fauna dient. Um dabei eine möglichst ideale Sicht zu erhalten, spielen neben der optischen Vergrößerung eines Fernglases weitere Faktoren eine Rolle, die wir in diesem Ratgeber ausführlich beschreiben.
1. Wichtige Merkmale von Ferngläsern
Ferngläser stehen in zahlreichen Ausführungen zur Verfügung. Die Auswahl reicht dabei von Modellen, die auf ganz bestimmte Lichtverhältnisse abgestimmt sind, bis hin zu praktischen Allroundern für beinahe jede Situation. Zunächst gilt es, die wichtigsten Bauteile eines Fernglases zu kennen, welche für die Bildqualität ausschlaggebend sind:
Bestandteile eines Fernglases

- Okular, welches das vergrößerte Bild an das Auge gibt.
- Der Dioptrienausgleich dient zum Scharfstellen des Bildes.
- Das Objektiv macht die Vergrößerung erst möglich
1.1 Vergrößerungseffekt und Objektivdurchmesser
Die beiden Werte sind auf dem Fernglas vermerkt und geben Aufschluss über den eigentlichen Vergrößerungseffekt sowie den Objektivdurchmesser.
Beispiel: Befinden sich die Werte 10x40 auf dem Fernglas, dann handelt es sich dabei um einen zehnfachen Vergrößerungseffekt und einen Objektivdurchmesser von 40 Millimetern. Diese Werte stellen den idealen Kompromiss aus Vergrößerung und guter, kontrastreicher Bildqualität mit viel Helligkeit dar. Daher eignen sich Ferngläser mit zehnfacher Vergrößerung und einem Objektivdurchmesser von 40 Millimetern als Einsteigergeräte.
Der Vergrößerungseffekt handelsüblicher Ferngläser reicht normalerweise vom fünffachen bis hin zum rund fünfzigfachen Faktor. Beachten Sie, dass die Lichtdurchlässigkeit und die damit verbundene Helligkeit der Sicht mit wachsendem Objektivdurchmesser zunimmt.
Der hier angegebene Wert 10x42 bedeutet eine zehnfache Vergrößerung und ein Objektivdurchmesser von 42 Millimetern.
1.2 Dämmerungszahl (Lichtdurchlässigkeit)
Die Austrittspupillen haben meist einen verhältnismäßig großen Durchmesser, um mehr Licht einfangen zu können.
Dieses Merkmal gibt Aufschluss über die Helligkeit des Sichtfelds und der Erkennbarkeit von Details bei schlechten Lichtverhältnissen.
Hierbei gilt grundsätzlich: Je größer der Objektivdurchmesser, desto besser die Dämmerungszahl. Zudem wirkt sich die Größe der Austrittspupille auf die Lichtdurchlässigkeit aus. Mit steigendem Durchmesser kann mehr Licht durch das Objektiv fallen.
Ist die Dämmerungszahl niedrig beziehungsweise die Lichtdurchlässigkeit gering, so eignet sich das Fernglas in erster Linie für den Gebrauch tagsüber bei möglichst guten Lichtverhältnissen. Soll es zur Dämmerung eingesetzt werden oder bei schlechten Lichtverhältnissen Verwendung finden, sollte auf eine hohe Dämmerungszahl geachtet werden. Liegt diese bei einem Wert von 20,5, ist damit ein Objekt bei Dämmerung in einer Entfernung von 205 Metern noch deutlich zu erkennen.
1.3 Sehfeld
Es steht in direktem Zusammenhang mit dem Vergrößerungseffekt. Je größer dieser ausfällt, desto kleiner ist das Sehfeld. Andere Faktoren, welche das Sehfeld beeinflussen, sind Objektivdurchmesser und Bauweise des Fernglases. In der Regel wird das Sehfeld beispielsweise wie folgt angegeben: 118m/1000m. Dies bedeutet, dass auf eine Entfernung von einem Kilometer ein 118 Meter breiter Ausschnitt durch das Fernglas sichtbar ist.
1.4 Gewicht
Das Gewicht hängt ebenfalls vom Vergrößerungseffekt ab. Denn eine starke Vergrößerung erfordert dickere und schwerere Gläser als ein Fernglas mit vergleichsweise geringem Vergrößerungseffekt.
Beachten Sie, dass eine ruhige Führung des Fernglases mit zunehmendem Gewicht schwieriger wird, was zu einer verwackelten Sicht führt. Daher ist die Verwendung eines Stativs bei schweren Modellen empfehlenswert.
2. Einsatzbereiche von Ferngläsern
Da Ferngläser für unterschiedliche Bereiche eingesetzt werden, fallen die Anforderungen an die Sehhilfen entsprechend differenziert aus. Anhand folgender Beispiele erklären wir, worauf Sie je nach Einsatzzweck achten sollten.
2.1 Für die Jagd
Ferngläser kommen bei der Jagd zu den unterschiedlichsten Tageszeiten zum Einsatz, an denen die Lichtverhältnisse nicht immer perfekt sind, eine möglichst weite und klare Sicht allerdings notwendig ist – beispielsweise zur Dämmerung oder gar in der Nacht. Dazu ist sowohl ein lichtstarkes Modell als auch eine Nachtsichtfunktion unerlässlich. Jagdferngläser tragen daher oft die Bezeichnung Nachtfernglas oder Universalfernglas, womit signalisiert wird, dass das jeweilige Modell auch bei schlechten Lichtverhältnissen eine scharfe sowie klare Sicht ermöglicht.
Da sich Ferngläser in ihrer Lichtdurchlässigkeit erheblich voneinander unterscheiden können, ist für die Jagd das Mitführen mehrerer, an die Lichtverhältnisse angepasster Modelle zu empfehlen: Tagesfernglas, Dämmerungsfernglas und Nachtfernglas.
2.2 Zur Vogelbeobachtung
Vögel können nicht nur inmitten der Natur beobachtet werden, sondern auch im heimischen Garten. Bereits die Umgebung, in der das Fernglas verwendet wird, spielt eine wichtige Rolle, da hiervon die nötige Vergrößerung abgeleitet werden kann. Für den Garten erfüllen bereits schlichte, kompakte und leichte Gläser ihren Zweck, da in dieser Umgebung nur geringe Distanzen zwischen Beobachter und Vogel herrschen. Anders verhält es sich in Wäldern oder auf Wiesen. Hier müssen in der Regel deutlich größere Entfernungen überbrückt werden, weshalb Ferngläser mit einer Vergrößerung von 7x oder 8x einen passenden Kompromiss zwischen Vergrößerungseffekt und leichtem Gewicht darstellen.
Alternativ werden zur Vogelbeobachtung auch Geräte mit Zoomfunktion eingesetzt, bei dem die Vergrößerung variabel eingestellt werden kann. Mehr dazu erfahren Sie im Kapitel 3. Ferngläser mit Zoomfunktion.
2.3 Zum Beobachten des Sternenhimmels
Neben einem herkömmlichen Teleskop eignen sich auch spezielle Astronomie Ferngläser, um Sternenbilder zu betrachten. Diese haben gegenüber einem Teleskop den Vorteil besonders mobil und leicht zu sein.
Für astronomische Zwecke eignen sich Ferngläser mit den Werten 10x50. Diese vergrößern das Sichtfeld um den Faktor zehn und weisen einen vergleichsweise großen Objektivdurchmesser auf. Bei stärkeren Vergrößerungen ist der Einsatz eines Stativs unabdingbar, da sich die Sehhilfen aufgrund des damit verbundenen hohen Gewichts negativ auf die Handhabung auswirken.
2.4 Marine Ferngläser für die See
Auf Booten und Schiffen zählen Ferngläser zur Standardausrüstung und dienen der Orientierung auf See. Die hierfür eingesetzten Ferngläser sollten an die Bedingungen auf dem Wasser angepasst sein. Dazu zählt vor allem die Wasserdichtigkeit des Modells. Marineferngläser sind mit Gummidichtungen und einer Stickstofffüllung ausgestattet, die das Eindringen von Wasser und Feuchtigkeit verhindern. Einige Varianten sind zudem schwimmfähig und können deshalb einfach aus dem Wasser gefischt werden, falls diese über Bord gehen.
3. Ferngläser mit Zoomfunktion
eben handelsüblichen Ferngläsern mit einer festen Vergrößerung werden im Handel auch Modelle mit Zoomfunktion angeboten. Bei diesen Varianten wird der Wert der Vergrößerung mit „von – bis“ angegeben. Hier kann das Sichtfeld stufenlos eigestellt werden.
Nachteilig fällt bei einem solchen Modell allerdings das Bildergebnis aus. Dies kann aufgrund auftretender Unschärfe und dunkler Sicht in der Regel nicht mit dem eines Standardfernglases mithalten. Der Grund dafür liegt in der Konstruktion:
Für den Zoom müssen die Okulare asynchron angesteuert werden, was aus technischer Sicht nur sehr schwer umzusetzen ist. Zudem ist die verbaute Technik mit hohen Anschaffungskosten verbunden, die meist das Vielfache eines herkömmlichen Fernglases betragen.
Beachten Sie außerdem, dass die Zoomfunktion ohne Stativ keinen Mehrwert bietet, da die Sicht bei den enormen Vergrößerungen ohne Stütze zu stark verwackelt.
4. Stative für Ferngläser
Wie bereits erwähnt stellt ein Stativ in vielen Fällen ein praktisches Hilfsmittel im Umgang mit Ferngläsern dar. Generell ist dessen Einsatz ab einem Vergrößerungsfaktor von mehr als zehn sinnvoll, da diese Ferngläser zum einen schwer und unhandlich ausfallen. Zum anderen ist es schwierig, den fokussierten Bildausschnitt bei starken Vergrößerungen ruhig zu halten.
Sie haben die Wahl zwischen verschiedenen Modellen wie dem klassischen Dreibeinstativ, dem Fensterstativ oder einem Einbeinstativ. So steht für jede Anforderung der passende Unterbau zur Verfügung.
Darauf fixieren Sie Ihr Fernglas mit einem entsprechenden Adapter, welcher das flexible Ausrichten des Fernglases ermöglicht.

Höhenverstellbares Dreibeinstativ

Adapter zum Befestigen des Ferglases am Stativ
5. FAQ
Was sollte ich beim Kauf eines Fernglases beachten?
Wichtige Werte sind Vergrößerungsfaktor und Objektivdurchmesser. Diese werden auf dem Fernglas beispielsweise wie folgt angegeben: 10x40. Der erste Wert gibt dabei den Vergrößerungsfaktor an, der zweite den Objektivdurchmesser. Der Durchmesser ist ausschlaggebend für die Helligkeit des Sichtfeldes: je größer der Durchmesser, desto mehr Licht kann eingefangen werden, was sich wiederum positiv auf die Bildqualität auswirkt.
Welche zusätzlichen Funktionen sollte ein Fernglas aufweisen?
Vor allem für den Einsatz auf dem Wasser oder in feuchten Umgebungen sollte das jeweilige Modell wassergeschützt sein, damit keine Feuchtigkeit eindringen kann. Einige Modelle sind darüber hinaus schwimmfähig und mit einem integrierten Kompass ausgestattet.
Was sind Zoom-Ferngläser?
Anders als herkömmliche Ferngläser, verfügen diese Varianten über einen variabel einstellbaren Vergrößerungsfaktor, der es erlaubt, das Sichtfeld beliebig stark zu vergrößern. Dies erfordert allerdings eine komplexe Technik, deren Ergebnis nicht an die Bildqualität von Standardferngläsern nicht heranreicht.







































