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Kompasse – Die wichtigen Outdoor-Begleiter
Damit Sie bei all Ihren Outdoor-Aktivitäten den Durchblick behalten, sollten Sie immer einen Kompass bei sich führen. Welches das richtige Modell für Sie ist, erfahren Sie im Folgenden.
1. Vorteile eines Kompasses
Mit einem Kompass verlieren Sie nie die Orientierung: Dieses Mess- und Navigationsinstrument ermöglicht die Bestimmung der Himmelsrichtungen, die exakte Anpeilung eines Ziels sowie die Abschätzung der Entfernung.
- Wanderungen und Trekking-Touren
- Geocaching
- Radtouren
- Tauchgängen
- Bootstouren
- Camping
- und sogar dem Einstellen der SAT-Anlage
nützlich sein und sollte bei vielen Outdoor-Aktivitäten zur Grundausstattung gehören.
Kompass mit Maßstab zum Anlegen an eine Wanderkarte.
Im Gegensatz zu einer Kompass-App bietet ein klassischer, mechanischer Kompass die folgenden Vorteile:
- schnelle Navigation, Orientierung und Peilung möglich
- Nutzung unabhängig von Stromquellen
- beständig gegen Witterungseinflüsse
- mit normierten Kartenmaßstäben zu nutzen
- je nach Modell auch in der Nacht ablesbar
- unterschiedliche Kompass-Arten für verschiedene Einsatzzwecke erwerbbar
- handlich und kompakt
2. Funktionsweise eines Kompasses
Ein Kompass nutzt das Prinzip von magnetischer Anziehung entgegengesetzter Pole. Daher funktioniert das Instrument folgendermaßen:
- Die Erde ist von einem Magnetfeld umgeben und durchdrungen.
- Dieses Magnetfeld verfügt über zwei Pole, zwischen denen sogenannte Feldlinien verlaufen.
- Die Pole des Magnetfeldes liegen nahe an den Polen der Erde.
- Der magnetische Südpol liegt nahe dem geografischen Nordpol der Erde und umgekehrt.
- Die magnetische Nadel eines Kompasses richtet sich entlang der örtlichen Magnetfeldlinien aus und orientiert sich am magnetischen Süden, also dem geografischen Norden.
Hinweis: Wird mithilfe eines Kompasses der geografische Nordpol ermittelt, können auch alle anderen Himmelsrichtungen bestimmt werden.
3. Aufbau und Eigenschaften eines Kompasses
Alle Kompasse sind im Wesentlichen ähnlich aufgebaut: Sie bestehen aus einer Kompassnadel, einem Gehäuse und entsprechenden Anzeigen.
Aufbau und wesentliche Eigenschaften eines Kompasses gestalten sich wie folgt:
- Kompassgehäuse/Kompassdose: In dem Gehäuse befindet sich die magnetisierte Kompassnadel, die zumeist auf einem abriebfesten Edelstein entsprechend reibungsarm gelagert ist. Innerhalb der Dose befindet sich eine Flüssigkeit (meistens Öl oder ein Lösungsmittel), welche das Auspendeln der Nadel abbremst und Erschütterungen am Instrument ausgleicht. Das Gehäuse ist außerdem mit einem drehbaren Ring, einem Gradregler, ausgestattet, der das Gehäuse umfasst. Dieser wird an der Kompassnadel ausgerichtet, um auch alle anderen Himmelsrichtungen und die Abweichung bestimmen zu können.
- Richtungspfeil (Laufrichtung): Hierbei handelt es sich um einen Pfeil, der vom Kompass weg zeigt.
- Grundplatte: Die Kompassdose ist, je nach Modell, in eine Kunststoffplatte eingebettet, auf der sich Orientierungspfeile sowie Orientierungslinien befinden.
- Deckel: Häufig befindet sich ein Schutzdeckel am Instrument. Wenn es sich um einen Marschkompass handelt, dient der Deckel zugleich als Visiereinrichtung, bestehend aus Kimme und Korn.
- Material: Ein Kompass besteht meistens aus Edelstahl, Metall, Gummi oder Kunststoff.
- Fluoreszierende Anzeigen: Damit beispielsweise Wanderer auch in der Nacht die Kompassanzeige ablesen können, sind einige Modelle mit fluoreszierenden Skalen ausgestattet, die sich am Tag durch die Sonne aufladen und in der Nacht leuchten.
Kompasse können eine fluoreszierende Anzeige für die Nacht haben.
4. Missweisung (Deklination), Inklination, globale Kompassnadel und Störquellen (Deviation)
Folgende Aspekte sind bei der Wahl und Nutzung eines Kompasses wichtig:
Missweisung (Deklination)
Die Verbindungslinie der magnetischen Pole gegenüber der Erdachse ist leicht verschoben. Daher kommt es zu einem Abstand zwischen den magnetischen und den geografischen Polen (Missweisungen). Die Kompassnadel richtet sich aber entlang der örtlichen Magnetfeldlinien aus und zeigt damit nicht genau auf den geografischen Nordpol, sondern auf den magnetischen Südpol. Durch verschiedene Einflüsse ändert sich die Lage der magnetischen Pole von Zeit zu Zeit. Außerdem ist der Abstand/die Abweichung zwischen magnetischen und geografischen Polen von jedem Punkt der Erde aus unterschiedlich: Je näher der Kompass zu einem der Pole kommt, desto größer wird der Winkelunterschied. Für eine exakte Navigation muss deshalb die sogenannte Deklinationskorrektur am Kompassring berücksichtigt werden, die den Abstand zwischen dem magnetischen Südpol und dem geografischen Nordpol ausgleicht und eine exakte Bestimmung der Himmelsrichtung ermöglicht.
Hinweis: Für den Freizeitgebrauch ist die Missweisung allerdings zu vernachlässigen und die Nutzung einer Deklinationstabelle bietet sich nur an, wenn es auf die exakte Bestimmung des Nordens ankommt.
Inklination
Die Kompassnadel passt sich nicht nur an die horizontalen Magnetlinien, sondern auch an die vertikalen an. Das heißt, dass die Nadel sich normalerweise entsprechend in die Richtung der vertikalen Feldlinien neigen und im Gehäuse verkanten könnte, wenn sie nicht durch eine entsprechende Gewichtsverteilung ausgeglichen würde. Ohne diesen Ausgleich würde sich die Nadel eines Kompasses beispielsweise auf der Südhalbkugel der Erde nach unten neigen. Daher werden viele Kompasse für einen bestimmten Einsatzbereich hergestellt. Spezielle Modelle mit globaler Nadel sind allerdings überall auf der Welt einsatzbereit.
Hinweis: Überlegen Sie sich vor dem Kauf eines Kompasses, wo Sie ihn nutzen möchten. Wenn Sie das Instrument weltweit einsetzen wollen, so achten Sie darauf, dass es über eine globale Kompassnadel verfügt.
Deviation (Störquellen)
Da der Kompass mithilfe einer magnetischen Kompassnadel funktioniert, kann diese durch andere magnetisierte Gegenstände, die sich in der Nähe befinden, abgelenkt beziehungsweise gestört werden. Das heißt, dass der Kompass dann unter Umständen seine Genauigkeit verliert.
5. Kompass-Arten
Je nach Anwendungszweck eignen sich unterschiedliche Kompass-Arten. Die wichtigsten Typen haben wir wie folgt zusammengetragen.

- mit Windrose zum Ablesen der Himmelsrichtungen
- besonders klein und handlich, sodass er in eine Hosentasche passt
- eignet sich gut als Geschenk, beispielsweise mit Gravur
- Öse zum Anbringen eines Schlüsselrings, Karabinerhakens oder Kette
- Schutzdeckel

- funktioniert in Verbindung mit einer Wanderkarte
- eignet sich zum Ablesen der Marschrichtung
- verfügt über eine Anlegekante
- Kompassdose und -grundplatte zumeist durchsichtig zum Ablesen von Orientierungslinien sowie der Skala auf einer Karte
- globale Nadel
- Distanz-Lanyard, um Entfernungen abmessen und bestimmen zu können
- Lupe auf der Grundplatte

- auch Bussole genannt
- mit Neigungsmesser
- Visiereinrichtung mit Deckel
- Peilungsfenster mit Sichtlinie und Lupe (Kimme und Korn)
- drehbare und fluoreszierende Skala
- Wasserwaage

- oft mir anderen Abenteuer-Produkten in einem Set erhältlich
- leicht und kompakt
- besonders robust
- einfach ausgestattet
6. Kaufaspekte
Bevor Sie sich für einen Kompass entscheiden, sollten Sie sich die folgenden Fragen stellen.
Kaufaspekte für den Kauf eines Kompasses
Möchten Sie beispielsweise einen Kompass für Wanderungen und Trekking-Touren, so eignet sich ein Marsch- beziehungsweise Kartenkompass mit Visiereinrichtung und Kartenmaßstab sowie leuchtenden Anzeigen. Wenn Sie allerdings nur die SAT-Anlage ausrichten wollen, genügt ein einfacher Taschenkompass.
Möchten Sie den Kompass am Gürtel oder einem Rucksack befestigen so eignet sich ein Modell, an dem sich Schnallen, Karabiner oder Schlüsselringe anbringen lassen. Einige Varianten sind zudem direkt mit einer passenden Schutztasche erhältlich.
Möchten Sie einen Kompass nur in Ihrer Heimat benutzen, so eignet sich ein einfaches Modell. Wenn Sie ihn aber auf Reisen, also in unterschiedlichen Ländern der Erde, nutzen möchten, greifen Sie am besten zu einer Variante mit globaler Nadel. Dieses Modell gleicht Abweichungen aus und ist überall einsatzbereit.
7. FAQ
Wohin zeigt die Nadel bei einem Kompass?
Die magnetisierte Nadel eines Kompasses zeigt eigentlich zum magnetischen Südpol und nicht direkt zum geografischen Nordpol. Daher gibt es sogenannte Missweisungen, das sind Winkelabweichungen zwischen den beiden Polen, die bei der Bestimmung der Himmelsrichtungen mithilfe eines Kompasses berücksichtigt werden sollten (zum Beispiel mit einer Deklinationstabelle). Diese Abweichungen sind aber nur zu berücksichtigen, wenn es um die ganz exakte Zielbestimmung geht, und können bei den üblichen Outdoor-Aktivitäten außer Acht gelassen werden. Erfahren Sie in unserem Ratgeber mehr über Kompasse.
Welche Kompasse gibt es?
Für unterschiedliche Einsatzzwecke gibt es auch verschiedene Kompasse: So eignet sich ein spezieller Wander-/Marschkompass für Wanderungen und zum Kartenlesen, während ein einfacher Taschen- oder Dosenkompass auch für die simple Bestimmung der Himmelsrichtungen ausreicht. Welche Aspekte bei der Wahl eines Kompasses noch wichtig sind, erfahren Sie in unserem Ratgeber.
Was kann man mit einem Kompass machen?
Mit einem Kompass lässt sich bestimmen, wo Norden ist. Wenn diese Richtung feststeht, lassen sich auch die anderen Himmelsrichtungen rausfinden. Mit einem speziellen Marschkompass können zudem Ziele angepeilt sowie Entfernungen bestimmt werden. Einige Varianten haben darüber hinaus einen Höhenmesser verbaut. Erfahren Sie in unserem Ratgeber alles Wissenswerte zu Kompassen.

































