
Ratgeber Schnuller
Schnuller dienen der Beruhigung und helfen Babys sowie Kleinkindern dabei, einzuschlafen. Worauf Sie beim Kauf eines Nuckels achten sollten erfahren Sie in unserem Ratgeber.
1. Sinn und Funktion eines Schnullers
Schnuller bestehen aus zwei Hauptkomponenten, dem Sauger und einem Schild, der verhindert, dass Kleinkinder den Schnuller komplett in den Mund nehmen können.
Typischer Aufbau eines Schnullers
Das Saugen ist bereits bei Neugeborenen ein natürlicher Reflex und dient eigentlich der Nahrungsaufnahme. Außerdem wirkt es beruhigend und kann Kinder bei Schmerzen trösten sowie ihnen beim Einschlafen helfen. Daher setzen viele Eltern auf den Einsatz von Schnullern, um ihre Babys zu besänftigen.
Nuckel sollten Kindern nur bei Bedarf gereicht werden. Alternativ kann Ihr Kind auch mithilfe von Kuscheltieren oder Schmusetüchern beruhigt werden.
Neben konventionellen Modellen finden sich auch spezielle Varianten, die therapeutische Zwecke erfüllen und unter anderem in der Logopädie eingesetzt werden.
Achten Sie stets darauf, nur Schnuller, die frei von Bisphenol A (BPA) sind, zu verwenden. Dieser Stoff gilt als gesundheitsschädigend und wird daher in der Regel nicht mehr bei der Schnullerproduktion eingesetzt.
Da sich das Material des Saugers mit der Zeit abnutzt, empfiehlt es sich, den Nuckel in regelmäßigen Abständen auszutauschen. Dies sollten Sie spätestens nach zwei Monaten Nutzungsdauer sowie bei Beschädigungen oder porösen Stellen tun.
1.1 Einsatz und Entwöhnung
Generell sollten Schnuller frühestens sechs Wochen nach der Geburt eingesetzt werden. Insbesondere bei Stillkindern kann durch die voneinander abweichenden Saugvorgänge bei Nuckel und Brust eine sogenannte Saugverwirrung auftreten, wodurch das Stillen erschwert wird. Ferner empfehlen wir Ihnen, den Sauger nur nach Bedarf einzusetzen und ihn Ihrem Kind nicht den gesamten Tag zu geben. Dies beugt zum einen einer zu starken Gewöhnung vor und ist darüber hinaus dem gesunden Kiefer- und Zahnwachstum zuträglich.
Ein Schnullerband kann das Herunterfallen des Nuckels verhindern.
Die Entwöhnung sollte im Idealfall im Alter zwischen zwei und drei Jahren stattfinden. Dabei sollten Sie behutsam und schrittweise vorgehen und auch kleine Rückschläge akzeptieren. In der Regel hilft es, wenn Sie Ihrem Kind besonders viel Verständnis zusprechen und es bei der Entwöhnung bekräftigen.
1.2 Die Reinigung
Vor allem in den ersten sechs Lebensmonaten sollten Sie besonderes Augenmerk auf die Hygiene bei Beruhigungssaugern legen und diese entsprechend säubern. Dazu eignet sich unter anderem der Einsatz eines Sterilisators, in dem innerhalb kurzer Zeit alle Keime und Bakterien abgetötet werden. Alternativ können Sie Schnuller auch in einem Topf mit Wasser abkochen. Diesen sollten Sie über den gesamten Zeitraum nicht zur Speisenzubereitung verwenden, da sich Verunreinigungen andernfalls nicht gänzlich ausschließen lassen. Beachten Sie dabei auch, dass das Material des Saugers unter Umständen beschädigt werden kann, und prüfen Sie den Schnuller vor der Nutzung stets auf Risse oder spröde Stellen und tauschen Sie ihn gegebenenfalls aus.
Sterilisator für Fläschchen und Nuckel
Es ist generell davon abzuraten, den Schnuller zu säubern, indem Sie ihn in den Mund nehmen: Auf diese Weise können Sie unterschiedliche Krankheitserreger auf Ihr Kind übertragen.
2. Material: Latex versus Silikon
Das Mundstück von Schnullern kann aus Latex oder Silikon geformt sein. Dabei bieten beide Materialien unterschiedliche Vor- und Nachteile, die wir in der folgenden Übersicht für Sie zusammengetragen haben.
Vorteile Latex
- Natürliches Material
- Belastbar und weich
Nachteile Latex
- Verschmutzt verhältnismäßig schnell
- Kann zu allergischer Reaktion führen
- Weniger hitzeresistent
- Sonnenstrahlung und Fett beschädigen das Material
Vorteile Silikon
- Geruchs- und Geschmacksneutral
- Überaus temperaturbeständig
- Resistent gegen Sonne und Fett
Nachteile Silikon
- Weniger elastisch
- Anfällig für Bissspuren
3. Form und Größe
Bei der Form haben Sie die Wahl zwischen zwei Ausführungen: der kiefergerechten Gaumenform sowie der Kirsch- beziehungsweise Kirschkernform. Diese unterscheiden sich wie folgt voneinander:
- Die Gaumenform weist einen abgeflachten, eher ovalen Sauger auf. Diese Ausführung bietet sowohl der Zunge als auch dem Gaumen mehr Platz und kann so Veränderungen im Mundraum vorbeugen.
- Die Kirschform ist hingegen rund und orientiert sich an der Anatomie der weiblichen Brustwarze. Dementsprechend kann sie das Auftreten einer Saugverwirrung verhindern.
Letztendlich sollten Sie bei Ihrer Wahl darauf achten, welche Form von Ihrem Baby am besten akzeptiert wird.
Auf der linken Seite sehen Sie einen Nuckel mit abgeflachter Gaumenform, rechts einen runden Sauger in Kirschform.
Schnuller werden zumeist in drei unterschiedlichen Größen angeboten, die an das Mundhöhlenwachstum von Kleinkindern angepasst sind:
- Größe 1: bis 6 Monate
- Größe 2: 6 bis 18 Monate
- Größe 3: ab 18 Monaten
Beachten Sie, dass es sich bei den Altersangaben nur um grobe Richtwerte handelt und Sie daher das tatsächliche Wachstum Ihres Babys mitbedenken sollten.
4. FAQ
Wozu braucht mein Kind einen Schnuller?
Viele Kinder benötigen keinen Beruhigungssauger. Dennoch kann ein Schnuller häufig zur Beruhigung oder als Einschlafhilfe dienen. Generell sollten Sie ihn jedoch nur anbieten, wenn Ihr Kind ihn tatsächlich benötigt. Allerdings kann der Einsatz dem Daumenlutschen vorgezogen werden: Aufgrund der Größe des Daumens werden Zahnfehlstellungen begünstigt. Diesen kann durch einen deutlich kleineren Nuckel entgegengewirkt werden. Darüber hinaus ist das Abgewöhnen eines Schnullers einfacher, da dieser, im Gegensatz zum Daumen, für das Kleinkind nicht ständig verfügbar ist.
Ab welchem Alter kann man Babys einen Schnuller geben? Und wann sollte man Sie vom Schnuller entwöhnen?
In den ersten Lebensmonaten sollten Neugeborene keinen Schnuller bekommen. Dies gilt insbesondere, wenn Sie Ihr Kind stillen: Da sich die Saugbewegung bei Nuckel und Brust unterscheiden, kann es andernfalls zur sogenannten Saugverwirrung kommen, wodurch das Stillen deutlich erschwert wird. Daher raten Experten dazu, den Schnuller frühestens nach sechs Wochen anzubieten. Dies sollte nur bei Bedarf geschehen, wenn Ihr Kind danach verlangt und sich beispielsweise nicht anders beruhigen lässt.
Im Alter zwischen zwei bis drei Jahren sollten Sie Ihr Kind dann vom Schnuller entwöhnen: Die dauerhafte Nutzung kann zu Zahnfehlstellungen oder Kieferverformungen führen. Hinzukommt, dass die Entwöhnung oft schwieriger wird, je länger Babys an einen Nuckel gewöhnt sind.
Warum sollte man mit zunehmendem Kindesalter die Schnullergröße wechseln?
Schnuller werden zumeist in drei Größen angeboten, die mit unterschiedlichen Altersangaben versehen sind. Dabei sollten Sie jedoch stets das Wachstum Ihres Kindes und seiner Mundhöhle bedenken und die Angaben lediglich als grobe Richtlinien betrachten. Kleine Kinder sollten auf keinen Fall zu große Schnuller bekommen, da dies Kieferverformungen begünstigen kann. Ferner sollten Sie stets darauf achten, dass der Beruhigungssauger eine angemessene Größe hat und auf keinen Fall komplett in den Mund genommen werden kann.
Warum muss ich einen Schnuller sterilisieren? Reicht herkömmliches Abwaschen nicht aus?
Insbesondere bei Neugeborenen ist die Hygiene von Beruhigungssaugern von größter Bedeutung. Daher sollten Sie Nuckel jeden Tag sterilisieren beziehungsweise auskochen. Einfaches Abwaschen mit Leitungswasser und Reinigungsmitteln reicht nicht aus, um die nötige Keimfreiheit zu garantieren. Beachten Sie zudem, dass Sie den Nuckel nicht selbst in den Mund nehmen sollten, um diesen beispielsweise nach dem Herunterfallen zu säubern. Dabei können unter anderem Kariesbakterien sowie andere Krankheitserreger auf Ihr Kind übertragen werden.






































