
Ratgeber Saunaöfen
Der Saunaofen ist das Herzstück einer Sauna: Er sorgt für die richtige Temperatur, die in einer Sauna zwischen 80 und 100 Grad liegen sollte. Doch welche Ofen-Arten gibt es? Und wie viel Leistung sollte das Gerät aufbringen? Diese und weitere Fragen klären wir im folgenden Ratgeber.
1. Verschiedene Typen von Saunaöfen
Saunaöfen sind in der Regel mit Wandhalterung oder als Standmodell erhältlich. Bei kleinen Saunakabinen bietet sich hingegen ein platzsparendes Unterbankgerät an. Die Verkleidung des Ofens besteht meist aus Holz, Keramik oder Edelstahl. Bei dem Material kommt es in erster Linie darauf an, dass es sich nicht stark erhitzt – andernfalls besteht Verbrennungsgefahr. Bezüglich der Funktionsweise können Sie zwischen unterschiedlichen Modellen wählen: Üblich sind der Elektro- und Holz-Ofen, doch auch über die Anschaffung einer Gas- oder Bio-Variante lohnt es sich nachzudenken.
1.1 Elektro-Ofen
Elektro-Ofen mit Wandhalterung
Elektro-Öfen sind einfach und komfortabel zu bedienen. Sie werden über Strom betrieben und lassen sich per Knopfdruck ein- und ausschalten. So können Sie schon nach wenigen Minuten mit dem Saunagang beginnen. Darüber hinaus können Sie die gewünschte Temperatur exakt einstellen. Für den Betrieb benötigen Elektro-Öfen lediglich einen 400 Volt Stromanschluss – ein Kaminrohr ist nicht nötig. Sie bestehen meist aus rostfreiem Edelstahl mit Thermobeschichtung, wodurch verhindert wird, dass man sich bei einer zufälligen Berührung verbrennt.
1.2. Holz-Ofen
Holz-Öfen sind besonders beliebt für Gartensaunen. Die traditionellen, finnischen Öfen werden ausschließlich mit Holz beheizt und benötigen daher keinen Stromanschluss. Jedoch ist ein Kamin vonnöten. Ist Ihre Sauna im Haus integriert, wird der Kamin an den Schornstein angeschlossen. Es empfiehlt sich, vorab den zuständigen Schornsteinfeger anzusprechen: So können Sie sicher gehen, dass Sie die betreffenden Vorschriften und Auflagen einhalten. Beachten Sie außerdem, dass die Stellfläche des Ofens und die dahinterliegende Wand durch Feuerschutzbleche geschützt sind.
Spezielle Kombigeräte verbinden die Vorzüge eines Elektro-Ofens mit denen eines Holz-Ofens, sodass sie je nach Belieben mit Holz oder Strom betrieben werden können.
1.3. Gas-Ofen
Gas-Öfen werden mit Flüssig- oder Erdgas betrieben und sind somit besonders umweltfreundlich. Diese Variante wird jedoch weniger im privaten Gebrauch verwendet, sondern findet sich eher in gewerblichen Saunaanlagen. Der Ofen saugt durch eine Öffnung im Boden frische Luft an, welche in den Heizrohren durch das verbrannte Gas erhitzt wird. Die warme Luft steigt nach oben und wird über die Saunasteine an den Raum abgegeben.
1.4. Bio-Ofen
Mit einem Bio-Ofen können Sie verschiedene Funktionen in einem genießen: Aufgrund des integrierten Verdampfersystems ist neben der klassischen, finnischen Sauna auch ein anregendes Dampfbad möglich. Man spricht daher auch von Kombi- oder Dampfofen. In einer Bio-Sauna sind die Temperaturen geringer und die Luftfeuchtigkeit höher als in einer klassischen Sauna. Diese Kombination sorgt für einen besonders kreislaufschonenden Saunagang. In die Verdampferschale können zudem ätherische Öle gegeben werden, um beispielsweise eine Kräuter-Dampfkur zu genießen.
Mit einem Bio-Ofen können Sie auch ein Dampfbad genießen.
Alle Eigenschaften auf einem Blick:
| Material | Eigenschaften |
|---|---|
| Holz | Klassischer, finnischer Saunaofen |
| Befeuerung mit Holz | |
| Anschluss an den Schornstein vonnöten | |
| Elektro | Komfortable und einfache Bedienung |
| Hohe Sicherheitsstandards | |
| Strombetrieben | |
| Wartungsfrei | |
| Kurze Aufheizzeit | |
| Gas | Sehr schnelles Aufheizen |
| Hohe Sicherheitsanforderungen | |
| Rauchgasführung sowie Be- und Entlüftung vonnöten | |
| Vorwiegend für den gewerblichen Bereich | |
| Bio | Auch als Dampfofen bekannt |
| Dampf-, Duft- und Kräutersauna möglich | |
| Geringere Temperatur und hohe Luftfeuchtigkeit | |
| Kreislaufschonender Saunagang |
2. Leistung eines Saunaofens
Welche Leistung ein Saunaofen benötigt, hängt von der Größe der Kabine ab, die beheizt werden soll. Je größer die Sauna ist, desto leistungsstärker muss der Ofen sein. Als Faustregel lässt sich die Leistung des Ofens auf circa ein Kilowatt pro Kubikmeter kalkulieren:
| Richtwerte | |
|---|---|
| 4,5 kW | ausreichend für 3- 6 m³ Kabinenvolumen |
| 6,0 kW | ausreichend für 5 - 9 m³ Kabinenvolumen |
| 8,0 kW | ausreichend für 8 - 11 m³ Kabinenvolumen |
| 9,0 kW | ausreichend für 10 - 12 m³ Kabinenvolumen |
3. Steuerung
Um die Funktionen des Saunaofens zu regeln, benötigen Sie ein Steuergerät. In manchen Fällen ist dieses schon im Ofen integriert, doch üblicherweise handelt es sich dabei um ein externes Gerät , welches an der Außenseite der Sauna angebracht wird. Die Steuerung ist mit einem elektronischen Temperaturfühler verbunden, der im Inneren an der Saunadecke montiert ist. Mit wenigen Knopfdrücken können Sie die gewünschte Temperatur und Luftfeuchtigkeit einstellen. Eine Übertemperatursicherung sorgt außerdem dafür, dass eine bestimmte Temperatur (etwa 130 Grad) nicht überschritten wird. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, die Gesamtlaufzeit Ihres Saunagangs einzustellen oder diesen bereits bis zu zwölf Stunden im Voraus zu planen, sodass Sie nicht erst warten müssen, bis die Sauna aufgeheizt ist. Externe Saunasteuerungen haben außerdem den Vorteil, dass sie sich an zusätzliche Komponenten wie Farblicht oder Lüftung anschließen lassen.
4. Saunasteine für den Ofen
Saunasteine speichern die Wärme und geben sie an den Raum weiter. Die Steine bestehen meist aus Olivindiabas (Tiefengestein), Saunagranit oder Speckstein, wobei alle gleichermaßen für den Saunaaufguss geeignet sind. Nach zwei bis drei Jahren sollten diese erneuert werden, da sie durch die hohen Temperaturen stark beansprucht werden und Risse bekommen können. Saunaöfen unterscheiden sich in der Menge an Steinen, die aufgenommen werden kann. Je mehr Steine aufgenommen werden können, desto größer und gleichmäßiger ist die Strahlungswärme. Im Durchschnitt nimmt ein Saunaofen für den Heimgebrauch 15 bis 20 Kilogramm Steine auf. Saunaöfen mit einer Leistung von neun Kilowatt benötigen 40 Kilogramm.
Saunasteine speichern die Wärme.
5. FAQ
Worauf muss ich beim Kauf eines Saunaofens achten?
Geräte von bestimmten Marken stehen für eine gute Qualität: Zu den bekanntesten Herstellern gehören Harvia, Tylö, Helo und EOS. Wählen Sie die Leistung des Ofens hinsichtlich der Größe Ihrer Saunakabine. Als Faustregel gilt: Ein Kilowatt Leistung pro Kubikmeter. Des Weiteren ist die Menge an Saunasteinen, die aufgenommen werden können, entscheidend. Denn je mehr Saunasteine in den Ofen passen, desto gleichmäßiger ist die Strahlungswärme. Die Steinmenge beträgt durchschnittlich 20 Kilogramm.
Welcher Saunaofen ist für mich der richtige?
Elektro-Öfen sind besonders komfortabel, lassen sich einfach einschalten und heizen schnell auf. Bevorzugen Sie jedoch ein authentisches Sauna-Feeling mit knisterndem Kaminfeuer, ist ein Holz-Ofen für Sie die bessere Wahl. Bio-Öfen eignen sich für diejenigen, die zur Abwechslung gerne einmal ein Dampfbad genießen möchten.
Wie müssen die Saunasteine in dem Ofen geschichtet werden?
Beim Befüllen des Ofens mit Saunasteinen sollten Sie zunächst die kleineren Steine nach unten zwischen die Heizelemente legen. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie diese nicht beschädigen. Legen Sie dann aufsteigend immer größere Steine nach. Dabei sollten die Steine locker übereinandergestapelt werden, damit ein Kamineffekt entstehen kann und die Luftzirkulation nicht durch die Steine unterbrochen wird.
6. Verwandte Links
- Saunakübel
- Saunauhren
- Saunabänke
- Saunaaufgüsse



































