
Informationen zu Piercings
1. Piercings
Piercings sind Schmuckstücke, die an unterschiedlichen Körperstellen entweder an der Haut oder dem darunterliegenden Knorpel befestigt werden können. In der Regel geschieht dies durch das Durchstechen der Haut, das aus Sicherheitsgründen immer von einem professionellen Piercer vorgenommen werden sollte. Dieser verwendet dafür sterile Geräte wie beispielsweise eine Piercingnadel aus Chirurgenstahl.
1.1 Formen
Piercings unterscheiden sich in erster Linie durch ihre Form sowie die Körperstelle, an welcher sie angebracht werden können. Im folgenden Abschnitt zeigen wir Ihnen gängige Formen von Piercings.
Bananabell
Barbell
Hufeisen
Kugel
Labret
Nasenstecker
Plug
Ring
Tunnel
1.2 Piercing-Arten
Piercings können an unterschiedlichen Körperstellen angebracht werden. Wie die Piercing-Art an der entsprechenden Stelle heißt, erfahren Sie in diesem Abschnitt.
Im Gesicht:
- Nasenpiercing am Nasenflügel (Nostril) oder Septum
- Augenbrauenpiercing
- Wangenpiercings (Cheek)
- Zwischen den Augen (Bridge-Piercing)
- Oberhalb der Lippe (Medusa-Piercing)
- Unterhalb der Lippe (Labret-Piercing)
- Lippenpiercing
- Zungenpiercing
- Durch das Lippenbändchen (Smiley-Piercing)
- Klassisches Ohrloch (Lobe-Piercing) und geweitetes Ohrloch (Flesh Tunnel)
- Oberer Rand der Ohrkante (Helix-Piercing)
- Stab durch zwei Stellen der Ohrkante (Industrial-Piercing)
- Oberer Knorpel in Ohrmuschel (Rook-Piercing)
- Äußerer Knorpel am Gehörgang (Tragus-Piercing)
Die sogenannten Tunnels, für welche das gestochene Loch gedehnt werden muss, können auch an anderen Stellen außer dem Ohr angebracht werden.
Am Körper:
- Bauchnabelpiercing
- Brustwarzenpiercing
- Intimpiercing an unterschiedlichen Stellen des Genitalbereichs
2. Darauf sollten Sie beim Piercen achten
Sauberkeit und Hygiene sind beim Piercen essenziell.
Insbesondere an empfindlichen Stellen wie im Intimbereich oder Gesicht ist das Infektionsrisiko beim Stechen sehr hoch. Daher sollten Sie in jedem Fall einen professionellen Piercer aufsuchen und niemals versuchen, das Piercing selbst anzubringen. Achten Sie immer darauf, dass die Stechgeräte sowie die Stelle, an welcher das Piercing gestochen wird, ausreichend desinfiziert wurden.
Bevor Sie Ihren gewünschten Piercing-Schmuck einsetzen können, erhalten Sie vom Piercer sterilen Erstschmuck. Dieser ermöglicht, dass die Wunde infektionsfrei heilen kann.
An manchen Stellen ist es zudem möglich, eine Regional- oder Oberflächen-Anästhesie vorzunehmen. Dies ist jedoch nicht in jedem Fall ratsam, da oftmals die Betäubungsspritze ähnlich starke Schmerzen wie das Stechen selbst auslöst.
Doch auch nach dem Stechen besteht die Gefahr, dass die Stelle sich entzündet oder infiziert. Daher sollten Sie die folgenden Tipps beachten, damit die Wundheilung des Piercings erfolgreich verlaufen kann:
- Berühren Sie das Piercing am ersten Tag nach dem Stechen, wenn möglich, nicht.
- Sorgen Sie dafür, dass die gepiercte Stelle immer sauber ist und desinfizieren Sie diese regelmäßig.
- In den ersten zwei Wochen nach dem Stechen sollten Sie die Wunde regelmäßig reinigen, verkrustete Blutreste können Sie vorsichtig mit lauwarmem Wasser und einem sauberen Tuch entfernen.
- Nutzen Sie das von Ihrem Piercer empfohlene Pflegemittel zur Förderung der Wundheilung.
- Nehmen Sie die ersten Tage nach dem Stechen keine blutverdünnenden Medikamente wie zum Beispiel Aspirin ein. Sollten Sie Schmerzen haben, können Sie auf Mittel mit dem Wirkstoff Ibuprofen oder Paracetamol ausweichen.
- Nehmen Sie das Piercing nicht heraus, bis die Wunde geheilt ist.
- Vermeiden Sie in den ersten vier Wochen nach dem Stechen Vollbäder sowie Schwimmbad- und Sauna-Besuche.
- Schwillt die gepiercte Stelle an, empfiehlt es sich, diese behutsam zu kühlen.
- Hat sich das Piercing infiziert, sollten Sie umgehend Ihren Piercer oder einen Arzt aufsuchen.
Besonderheiten:
- Bei Piercings im Mund oder an der Lippe sollten Sie in den ersten Tagen auf scharfe Speisen verzichten und den Mundbereich regelmäßig mit einer Spülung desinfizieren.
- Bei Piercings im Intimbereich sollten Sie bis zur vollständigen Heilung auf sexuelle Aktivitäten verzichten und keine Unterwäsche aus synthetischen Materialien tragen.
3. FAQ
Ab wann darf ich mir ein Piercing stechen lassen?
Generell ist das Piercen in Deutschland erst ab 18 Jahren erlaubt. Davor ist dies jedoch auch mit einer Einverständniserklärung des Vormunds möglich.
Sollte ich meine Piercings während der Schwangerschaft herausnehmen?
Dies ist davon abhängig, wo Sie gepierct sind. Aufgrund der Dehnung der Haut sollte ein Bauchnabelpiercing während der Schwangerschaft sicherheitshalber herausgenommen werden. Zudem empfiehlt sich die Entfernung der Intimpiercings vor der Geburt. Brustwarzenpiercings hemmen zwar nicht die Milchproduktion des Körpers, sollten aber beim Stillen selbst ebenfalls entfernt werden.



































