
Ratgeber Hauswasserwerke
Hauswasserwerke dienen der Nutzung von Regenwasser im Haushalt und helfen somit, Trinkwasser zu sparen und die Umwelt zu schonen. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie beim Kauf achten sollten.
1. Verwendungszweck eines Hauswasserwerks
Ein Hauswasserwerk (kurz: HWW) dient als Pumpe, um Regenwasser aus einer Zisterne, einem Brunnen oder einer anderen Wasserquelle zu Hausanschlüssen, den sogenannten Entnahme- oder Verbrauchsstellen, zu transportieren. Somit sind Sie in der Lage, Ihren Trinkwasserverbrauch zu reduzieren: Für den Betrieb einer Waschmaschine, der Toilettenspülung und zur Bewässerung des Gartens reicht Brauchwasser aus, das keine Trinkwasserqualität besitzt.
Da Regenwasser meist nur wenig Kalk enthält, ist es sehr gut zum Wäschewaschen geeignet.
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2. Aufbau und Komponenten
Hauswasserwerk von T.I.P.
Der wichtigste Bestandteil eines Hauswasserwerks ist die Pumpe: Sie fördert das Wasser von der Quelle und leitet es in den integrierten Druckausgleichsbehälter, der auch als Kessel bezeichnet wird. Dieser teilt sich in zwei Bereiche auf, die durch eine Membran voneinander getrennt sind. Der erste Bereich dient als Wasservorrat, während der zweite mit einem Gasgemisch – wie beispielsweise Luft – befüllt ist. Sobald Wasser in den Druckbehälter gepumpt wird, wird das Gas komprimiert und der Druck steigt an. Durch den Druck wird das Wasser in die Leitungen geleitet. Zudem reguliert ein eingebauter Druckmesser im Kessel, das Manometer, das automatische Ein- beziehungsweise Ausschalten der Pumpe.
Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Druckkessel ein ausreichendes Volumen aufweist. Dieses ist vom geplanten Einsatzgebiet abhängig: So empfehlen sich große Ausführungen für die Bewässerung von Grünflächen, während für die Toilettenspülung kleine Varianten ausreichen.
2.1 Unterschiede zu Hauswasserautomaten
Für den Aufbau einer Regenwassernutzungsanlage können Sie anstelle eines Hauswasserwerks auch einen Hauswasserautomaten einsetzen. Letztere arbeiten nach einem anderen Prinzip und kommen ohne Kessel aus: Sie messen den Leitungsdruck, sodass sich die Pumpe automatisch einschaltet, sobald Sie geringe Wassermengen entnehmen. Die Vor- und Nachteile beider Systeme haben wir in der folgenden Übersicht für Sie zusammengestellt:
Hauswasserwerk (HWW) Vorteile
- Kessel reguliert Pumpe, diese arbeitet nur nach Bedarf (fallender Druck)
- Pumpe wird durch seltenen Gebrauch geschont
- Geringere Geräuschbelastung
Hauswasserwerk (HWW) Nachteile
- Druckschwankungen möglich
Hauswasserautomat Vorteile
- Konstanter Wasserdruck
- Kompaktere, leichtere Bauweise (kein Kessel notwendig)
Hauswasserautomat Nachteile
- Pumpe schaltet bei jeder Wasserentnahme ein
- Höherer Verschleiß
- Häufigere Pumpgeräusche
2.2 Ausstattungsmerkmale und Kaufkriterien
Beim Kauf Ihres neuen Hauswasserwerks sollten Sie auf verschiedene Komponenten beziehungsweise Eigenschaften und Kennzahlen achten. Diese haben wir im Folgenden zusammengefasst:
Ansaug- und Förderhöhe
Mit der Ansaughöhe wird angegeben, welche Distanz die Pumpe zwischen der Wasseroberfläche der Quelle und dem Hauswasserwerk überwinden kann. Die Förderhöhe entspricht hingegen dem überbrückbaren Höhenunterschied zwischen Hauswasserwerk und höchstgelegener Verbrauchsstelle.
Betriebslautstärke
Die Lautstärke beziehungsweise Geräuschemission wird in Dezibel (dB) gemessen. Hierbei sollten Sie auf einen möglichst geringen Wert achten. Dies gilt insbesondere, da Hauswasserwerke meist in Wohnraumnähe aufgestellt werden.
Trockenlauf-/Überhitzungsschutz
Wenn Pumpen ohne Wasser betrieben werden, können diese überhitzen und die Motoren Schaden nehmen. Ein Trockenlaufschutz verhindert, dass das Hauswasserwerk eingeschaltet wird, wenn die Wasserquelle leer ist. Auf diese Weise wird die Pumpe geschützt.
Förderleistung
Die Förderleistung wird in Litern pro Stunde(l/h) aufgeführt. Der benötigte Wert ist von der Anzahl und Art der Verbrauchsstellen abhängig: Während die Toilettenspülung nur wenig Wasser verbraucht, ist zur Bewässerung großer Grünflächen eine höhere Leistung nötig. Gleiches gilt, wenn das Hauswasserwerk mehrere Entnahmepunkte gleichzeitig versorgt.
Rückschlagventil
Ein Rückschlagventil verhindert, dass nicht genutztes Wasser aus der Leitung zurück in die Pumpe läuft. Dadurch wird der Druck zwischen den Wasserentnahmen gehalten und das Hauswasserwerk weniger belastet: Der Druck muss nicht jedes Mal erneut aufgebaut werden.
Display
Ein integriertes Display bietet hohen Komfort, da es unter anderem den aktuellen Druck sowie die Fördermenge darstellen und auf Fehler hinweisen kann. Achten Sie darauf, welche Daten auf dem Display angezeigt werden.
Welche Leistung benötigt mein Hauswasserwerk?
Die Leistung wird in Watt (W) angegeben und nimmt insbesondere auf die maximale Fördermenge Einfluss. Die benötigte Wassermenge ist wiederum von dem geplanten Einsatzzweck abhängig:
- Wollen Sie mehrere Leitungen beziehungsweise Verbrauchsstellen mit der Pumpe versorgen?
- Handelt es sich um eine Toilettenspülung, die Waschmaschine oder um eine Bewässerungsanlage für den Garten?
Für den alleinigen Betrieb des Spülkastens reicht eine verhältnismäßig geringe Fördermenge und entsprechend wenig Leistung aus. Insbesondere für Waschmaschinen sowie bei mehreren Verbrauchsstellen sollten Sie hingegen eine hohe Motorleistung wählen.
3. FAQ
Welchen Druck sollte das Hauswasserwerk erzeugen?
Der Druck des Geräts beeinflusst die maximale Förderhöhe: Diese gibt an, welchen Höhenunterschied die Pumpe zwischen Hauswasserwerk und höchstgelegener Verbrauchsstelle überwinden kann. Demnach sollten Sie den Druck entsprechend dieser Distanz wählen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Hauswasserwerk und einem Hauswasserautomaten?
Beide Gerätetypen haben den gleichen Verwendungszweck und eignen sich zur Regenwassernutzung im Haushalt. Der Unterschied besteht im Aufbau: Hauswasserwerke weisen einen eingebauten Druckbehälter als Vorratsreservoir auf. Aus diesem wird das Wasser zur Verbrauchsstelle geleitet. Hauswasserautomaten speisen das Wasser hingegen direkt aus der Quelle in das Wassernetz ein. Mehr dazu erfahren Sie in Kapitel 2.1 dieses Ratgebers.


































