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Alles über Farbroller
1. Typen von Farbrollern
Farbroller eignen sich sowohl für das Streichen großflächiger Fassaden und Wandflächen im Innen- und Außenbereich als auch für das Auftragen von Lacken und Holzlasuren. Sie bestehen aus einem Kunststoffgriff, einer Bügelstange aus Metall und einer Farbrolle. Man unterscheidet zwei Typen von Farbrollern: den Kurzflorroller und den Langflorroller.
Farbroller mit kurzem Bügel
Die Florlänge bezeichnet die Länge der Stofffasern des Rollenmaterials vom Boden bis zur Spitze.
1.1 Kurzflor- und Langflorroller
Der Kurzflorroller ist für Lackierungen sowie Streichvorgänge auf glattem Untergrund geeignet, da die kurzen Textilfasern der Rolle einen gleichmäßigen Farbauftrag auf ebener Oberfläche gewährleisten. Bei Lackierarbeiten sollten Sie auf eine Florlänge von zwölf bis 14 Millimetern achten. Sinnvoll sind zudem eine Bügellänge von 25 Zentimetern sowie eine Rollenlänge von 20 bis 25 Zentimetern. Kurzflorroller besitzen im Gegensatz zu Langflorrollern außerdem den Vorteil eines kontrollierten und deckenden Farbauftrags, der so Farbspritzer verhindert.
Langflorroller mit Teleskopstiel
Der Langflorroller zeichnet sich durch seine langen Textilfasern aus. Dieser Roller erleichtert Ihnen den großflächigen Farbauftrag auf die Wand. Verwendet wird er häufig bei Arbeiten im Außenbereich. Die Farbrolle des Langflorrollers kann mehr Farbe aufnehmen als die eines Kurzflorrollers, zudem ermöglichen die langen Fasern das Streichen rauer Wandflächen. Für den Farbauftrag an Fassaden und Hausdecken sollten Sie darauf achten, Bügelstangen mit einer Länge von 35 bis 40 Zentimetern sowie Farbrollen mit einer Länge von 25 Zentimetern zu benutzen. Außerdem empfiehlt sich der Einsatz eines ausziehbaren Teleskopstiels oder einer Malerleiter , damit auch Streichvorgänge in schwer zugänglichen Bereichen durchgeführt werden können.
1.2 Eckenroller
Für das Streichen von Ecken können Sie den Eckenroller nutzen. Diese Variante des Farbrollers besitzt den Vorteil, dass Sie durch eine wesentlich kleinere und gerundete Farbrolle und einen langen Metallbügel den geeigneten Winkel zum ansatzlosen und gleichmäßigen Farbauftrag an Ecken und Kanten einhalten können.
Eckenroller mit runder Farbrolle
Den Eckenroller gibt es sowohl als Kurzflor- als auch als Langflorroller, wobei sich vor allem beim Gebrauch von Kurzfloreckenrollern die Farbe spritzarm auf die Wand auftragen lässt.
1.3 Elektrischer Farbroller
Mit dem elektrischen Farbroller kann der Farbauftrag exakt erfolgen. Dies ermöglicht ein schnelles und sorgfältiges Ergebnis. Durch das integrierte Tanksystem des elektrischen Farbrollers müssen Sie diesen zudem nicht unnötig absetzen. Die Farbe wird per Knopfdruck mithilfe einer Pumpe aus dem Tank direkt zur Rolle geführt. So saugt sich die Rolle nicht unnötig voll und Farbspritzer werden minimiert. Allerdings machen der Tank und die Pumpe den elektrischen Farbroller unhandlich für den Transport, zudem weist er ein höheres Eigengewicht als ein einfacher Farbroller auf, was zur Ermüdung bei großflächigen Malerarbeiten führt. Auch sollten Sie die Lauf- und Ladezeit des Akkus berücksichtigen, insbesondere bei langen Streichvorgängen.
2. Rollenbezüge und ihre Anwendung
Sie sollten beim Kauf eines Farbrollers unbedingt auf den geeigneten Rollenbezug achten. Es werden hauptsächlich drei Bezüge angeboten: der Lammfellbezug, der Schaumstoffbezug und der Polyamidbezug. In der nachfolgenden Tabelle werden diese Bezüge hinsichtlich ihrer Eigenschaften und Anwendungsbereiche verglichen:
| Lammfellbezug | Schaumstoffbezug | Polyamidbezug | |
|---|---|---|---|
| Eigenschaften | Langflorig | Kurzflorig | Lang- sowie kurzflorig |
| Hohe Saugfähigkeit und optimale Farbabgabe | Geringe Saugfähigkeit | Hohe Saugfähigkeit und optimale Farbabgabe | |
| Strapazierfähiges und hochwertiges Material | Empfindliches Material | Strapazierfähig und robust | |
| Reine Naturfaser | Schaummaterial | Vollsynthetische Fasern | |
| Geeignet für Dispersions-, Latex- und Silikonharzfarben | Unterscheidung nach feiner, sehr feiner und superfeiner Stauchhärte | Lösemittelbeständigkeit | |
| Besonders geeignet für lösemittelhaltige Lacke | Kein Verfilzen | ||
| Geeignet für Dispersions-, Latex- und Silikonharzfarben | |||
| Anwendungsbereich | Innenbereich: Raufasertapete | Lackierungen an Heizkörpern | Heizkörper |
| Außenbereich: Fassaden (z. B. Rauputz) | Holzlasuren | Einsetzbar im Innen- und Außenbereich: Tapeten und Fassaden |
Durch die Stauchhärte wird die Festigkeit von Schaumstoff bestimmt. Sie gibt die Kraft an, die man aufwenden muss, um Schaumstoffe 40 Prozent einzudrücken. Die feine Stauchhärte gibt bei Schaumstoffrollen den niedrigsten Härtegrad an, die superfeine Stauchhärte den höchsten Härtegrad.
3. Tipps für den Einsatz von Farbrollern
Auf folgende Punkte sollten Sie unbedingt achten, wenn Sie mit dem Farbroller streichen:
- Vor dem Einsatz der Farbrolle sollte sie gründlich mit klarem Wasser ausgespült und anschließend abgetrocknet werden, um Fussel zu entfernen.
- Beim Streichvorgang ist auf einen gleichmäßigen und ansatzlosen Farbauftrag zu achten.
- Die Farbe sollte mit deckendem Strich erst in Längsrichtung und dann Querrichtung aufgetragen werden.
- Vermeiden Sie das ständige Absetzen sowie das tiefe Eintauchen des Rollers in den Farbbehälter oder nutzen Sie dafür eine Abtropfvorrichtung. Auf diese Weise vermeiden Sie insbesondere beim Einsatz von Langflorrollern ungewollte Farbspritzer sowie einen unsorgfältigen Farbauftrag.
- Zum Schutz Ihres Fußbodens eignet sich zudem Malervlies.





































