
Ratgeber Aquarienfilter
Ein Filtersystem ist bei der Pflege eines Aquariums unerlässlich, um eine gesunde Wasserqualität aufrecht zu erhalten. In unserem Ratgeber geben wir Ihnen Informationen über Innenfilter, Außenfilter und Filtermaterialien.
1. Wozu ein Aquarienfilter nötig ist
Ein Filter für das Aquarium dient dazu, feste Abfallstoffe aus dem Wasser zu schaffen. Die im Filter angesiedelten Mikroorganismen unterstützen außerdem die Umwandlung von Stickstoffprodukten, welche die Tiere durch Ausscheidungen an das Wasser abgeben. Das biologische Gleichgewicht im Aquarienwasser, welches lebensnotwendig für die Zierfische ist, wird so gewährleistet.
Zudem sorgt ein Aquarienfilter mithilfe einer eigebauten Pumpe für eine gesunde Wasserzirkulation, wodurch die Temperatur überall im Becken ausgeglichen ist und die Fische zum Bewegen animiert werden. Die Stärke des ausströmenden Wasserstrahls kann an der Pumpe reguliert werden.
Achten Sie auf die Förderleistung des Filters. Die Hersteller geben dazu auf der Verpackung an, wieviel Liter Wasser das jeweilige Modell pro Stunde fördern kann. Das Aquarienwasser sollte innerhalb von 60 Minuten mindestens einmal komplett umgewälzt werden.
2. Filterarten
Für eine erfolgreiche Filterung eignen sich Innen- und Außenfilter. Welches System bevorzugt werden sollte, hängt vor allem von der Größe des Aquariums ab. So eignen sich Innenfilter besonders gut für kleine Aquarien, während Außenfilter bei großen Becken zum Einsatz kommen. Darüber hinaus weisen die Filtersysteme weitere Unterscheidungsmerkmale auf, die wir Ihnen vorstellen.
2.1 Innenfilter
Bei Innenfiltern handelt es sich um kompakte Systeme, die im Aquarium unterhalb der Wasseroberfläche befestigt werden. Da sie sehr platzsparend und einfach zu handhaben sind, werden sie vor allem in kleinen Aquarien eingesetzt und für Anfänger empfohlen.
Ein Innenfilter besteht meist aus einer Filterkammer, in der sich ein Filterschwamm befindet. Einige Innenfilter erlauben es außerdem, weitere Filtermaterialien zu verwenden. Strömt das Wasser durch das Material, bleiben grobe Schmutzpartikel daran hängen und werden so aus dem Wasser befördert.

- Klein und kompakt
- Leichte Handhabung
- Für kleine Aquarien geeignet
- Geringe Filterleistung
- Filter setzt sich schnell zu und sollte verhältnismäßig oft gereinigt werden
- Reinigung umständlicher als bei einem Außenfilter
2.2 Außenfilter
Bei Außenfiltern befinden sich die Filterkammern in einem Behälter unterhalb des Aquariums. Der Vorteil dabei besteht im großen Filtervolumen, welches mit mehreren Filtermaterialien ausgestattet werden kann. Dadurch können selbst große Wassermenge effizient gereinigt werden, weshalb man Außenfilter hauptsächlich für große Aquarien verwendet.
Bedenken Sie den Platzbedarf eines Außenfilters. Da das Wasser bei dieser Varianten außerdem zunächst aus dem Aquarium über Schläuche gepumpt wird, sollten die Verbindungen regelmäßig auf ihre Dichtigkeit überprüft werden. Bei einem Leck besteht ansonsten die Gefahr eines Wasserschadens.

- Großes Filtervolumen
- Mehrere Filterkammern
- Effiziente Filterleistung, auch bei großen Wassermengen
- Wartungsarm
- Bei Lecks kann Wasscherschadend entstehen und das Aquarium leergepumt werden.
3. Filtermaterial
Bei der Reinigung des Aquarienwassers wird zwischen biologischer und mechanischer Filterung unterschieden. Für beide Verfahren stehen unterschiedliche Materialien zur Verfügung.
3.1 Material zur mechanischen Filterung
Bei der mechanischen Reinigung des Wassers werden grobe Abfallstoffe wie Pflanzenteile oder Ausscheidungen aus dem Wasser herausgefiltert, um Trübungen vorzubeugen. Dafür wird hauptsächlich Filterschaum mit verschiedenen Porendurchmessern verwendet. Stehen mehrere Filterkammern zur Verfügung, wird das Wasser zunächst durch groben Schaum befördert und kurz vor dem Ausfluss zusätzlich durch feinen Filterschaum geleitet.
Für eine feine Filterung eignet sich auch Filterwatte oder -flies. Diese finden bei Außenfiltern Verwendung.

Filterschaum (links) wird in unterschiedlichen Porendurchmessern angeboten. Filterflies (rechts) kommt in Außenfiltern zum Einsatz und entfernt kleinste Partikel aus dem Wasser.
3.2 Material zur biologischen Filterung
Bei der biologischen Reinigung befreien Mikroorganismen im Filtermaterial das Wasser von darin gelösten Stickstoffprodukten, die in erhöhter Konzentration toxisch für Zierfische und Garnelen wirken. Dazu zählt beispielsweise Nitrat.
Die Mikroorganismen siedeln sich nach mehreren Wochen und Monaten von selbst im Filtermaterial an. Um den Entstehungsprozess zu verbessern, wird in den Filter grobes und poröses Material eingefüllt, das möglichst viel Oberfläche und Haftung für die Mikroorganismen bietet. Unter anderem werden zu diesem Zweck spezielle Filterbälle angeboten, welche diese Eigenschaften erfüllen.

Filterringe (links) weisen eine große und poröse Oberfläche auf. Filterbälle (rechts) wirken mechanisch und biologisch. Die Oberfläche macht dies möglich.
3.3 Aktivkohlefilter
Aktivkohle kommt dann zum Einsatz, wenn aus dem Wasser chemische Stoffe herausgefiltert werden sollen. Zu folgenden Anwendungsbereichen empfiehlt sich der Gebrauch von Filterkohle:
- Nach einer Behandlung des Beckens mit Medikamenten
- Zum Herausfiltern von Chlor
- Zum Entfernen von Verfärbungen, beispielsweise durch Einrichtungsgegenstände hervorgerufen
- Zur Absenkung des Nitrat-Werts
- Zur Verringerung der allgemeinen Keimbelastung im Wasser
Beim Umgang mit Filterkohle sollte mit Bedacht vorgegangen werden, da das Filtermaterial aktiv die Wasserqualität beeinflusst. Nutzen Sie es daher nur bei konkreten Anlässen, wie oben beschrieben.
4. FAQ
Welchen Aquarienfilter benötige ich für mein Aquarium?
Möchten Sie ein Nanoaquarium oder ein kleines 60 oder 80 Liter Becken pflegen, reicht dafür ein einfacher Innenfilter mit Filterschaum aus. Die Handhabung gelingt hierbei sehr einfach und ist daher vor allem für Anfänger geeignet.
Ein Außenfilter stellt aufgrund des deutlich größeren Filtervolumens allerdings eine effizientere Lösung zur Wasserreinigung dar. Bei größeren Aquarien von mehreren hundert Litern ist ein entsprechend leistungsstarker Außenfilter unerlässlich. Das benötigte Filtervolumen kann von einem Innenfilter nicht mehr gestemmt werden. Achten Sie beim Kauf darauf, wieviel Liter Wasser das Gerät innerhalb einer Stunde befördern kann. Für eine ausreichende Filterung sollte das komplette Aquarienwasser pro Stunde mindestens einmal umgewälzt werden.
Wie oft soll ich meinen Filter reinigen?
Da sich im Filtermaterial wichtige Mikroorganismen ansammeln, sollte der Filter nur dann gereinigt werden, wenn es unbedingt nötig ist. Dies ist der Fall, wenn die Pumpleistung aufgrund zugesetztem Filtermaterial abnimmt. Je nach Besatzdichte ist das nur alle paar Wochen oder Monate nötig. Beachten Sie, dass sich zu häufiges Reinigen eher negativ auf die Wasserqualität auswirkt.
Wie reinige ich meinen Filter richtig?
Drücken Sie das Filtermaterial lediglich ein bis dreimal vorsichtig unter fließendem Wasser oder in einem Wassereimer aus. Lediglich der grobe Schmutz sollte sich dabei lösen. Im Idealfall reinigen Sie das Filtermaterial vorsichtig in einem Eimer mit Aquarienwasser, um so möglichst viele Mikroorganismen zu erhalten. Waschen Sie den Filter zu gründlich aus, kann das ein biologisches Ungleichgewicht im Aquarium zur Folge haben.


































